Julee Cruise

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Julee Cruise (2008)

Julee Cruise (* 1. Dezember 1956 in Creston, Iowa) ist eine US-amerikanische Sängerin.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt wurde sie durch die Zusammenarbeit mit David Lynch als Sängerin für einige Lieder in seinen Filmen. Aus urheberrechtlichen Gründen konnte Lynch 1986 in seinem Film Blue Velvet das Lied Song to the Siren von Tim Buckley nicht verwenden, weshalb er mit Angelo Badalamenti, der für die Melodie verantwortlich war, ein eigenes Lied (Mysteries of Love) komponierte. Die Sängerin für dieses Lied wurde dann Julee Cruise mit ihrem so charakteristischen sphärischen und langsamen „Hauchgesang“.[1]

Zwischen 1990 und 1992 war sie mehrfach als Nachtclubsängerin in der Serie Twin Peaks und anschließend in dem Film Twin Peaks – Der Film zu sehen, in denen sie die Lieder Falling, The Nightingale, Into the Night, Rockin’ Back Inside My Heart, The World Spins und Questions in a World of Blue sang. 1989 wurde ihr Album Floating into the Night veröffentlicht, dessen Lieder ausnahmslos von David Lynch (Texte) und Angelo Badalamenti (Melodie) stammten, die hier beide auch als Produzenten in Erscheinung traten. Im Anschluss setzte sie ihre Arbeit mit den beiden fort, und so entstand 1993 The Voice of Love. Beide Alben enthalten zahlreiche Twin-Peaks-Songs. 1990 trat sie außerdem mit einigen ihrer Lieder in Lynchs TV-Produktion Industrial Symphony No. 1: The Dream of the Brokenhearted auf.

Nach diesem zweiten Album gab es Streit zwischen Cruise und Badalamenti/Lynch. Cruise wollte nicht länger nur singen, sondern auch selbst an den Songs mitschreiben. Sieben Jahre lang redeten die Beteiligten nicht mehr miteinander, inzwischen hat man sich wieder versöhnt, bisher aber kein weiteres Album veröffentlicht.

1993 nahm Julee Cruise für eine Tournee durch Amerika und Europa bei The B-52’s den Platz von Cindy Wilson ein, die die Gruppe verlassen hatte. 2002 erschien mit The Art of Being a Girl nach langer Zeit wieder ein Studioalbum von Cruise. Dieses Mal ohne Hilfe von Badalamenti und Lynch.

Für eine Folge der US-Fernsehserie Psych reinterpretierte und sang Cruise das Titellied. In der Episode Das Geheimnis von Dual Spires, einem Tribut an die Fernsehserie Twin Peaks von David Lynch und Mark Frost, wird in einer abgeschieden liegenden Kleinstadt voller Geheimnisse der Mord an einem jungen Mädchen untersucht. Die Folge, in der auch zahlreiche Originaldarsteller aus Twin Peaks auftraten, wurde am 1. Dezember 2010 ausgestrahlt, exakt 20 Jahre nachdem die Identität von Laura Palmers Mörder aufgedeckt wurde.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[2] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1989 Floating into the Night 74
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. September 1989
1990 Music from Twin Peaks 27
(24 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. September 1990
(mit Angelo Badalamenti)

Weitere Veröffentlichungen:

  • 1993: The Voice of Love
  • 2002: The Art of Being a Girl
  • 2011: My Secret Life

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[2] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1990 Falling
Floating into the Night / Music from Twin Peaks
17
(10 Wo.)
14
(11 Wo.)
25
(2 Wo.)
7
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1990
1991 Rockin' Back Inside My Heart
Floating into the Night
66
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1991
1999 If I Survive
Wide Angle
52
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1999
(mit Hybrid)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Seeßlen: I want you. In: Filmzentrale. Abgerufen am 22. Mai 2008 (s. I Want You).
  2. a b Chartquellen: DE AT CH UK US