Julia Beck

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Julia Beck, im Jahr 1882 porträtiert von ihrem Künstlerkollegen Richard Bergh

Julia Augusta Ludovica Beck (* 20. Dezember 1853 in Stockholm, Schweden; † 21. September 1935 in Vaucresson, Frankreich)[1] war eine schwedische Malerin mit deutschen Vorfahren, die sich in Frankreich niederließ. Im Jahr 1934 wurde sie unter Würdigung ihres Lebenswerks zum Mitglied der französischen Ehrenlegion ernannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julia Beck war die Tochter des ursprünglich aus Rheinhessen stammenden Buchbindermeisters Franz Beck (* 22. März 1814 in Gau-Bickelheim, † 15. Mai 1888 in Stockholm), Sohn des hessischen Politikers Dominique Beck. Im Jahr 1840 war Franz Beck im Alter von 26 Jahren nach Schweden ausgewandert und hatte sich in Stockholm niedergelassen.[1] Aus seiner im Jahr 1851 mit der Schwedin Julia Carlotta Carlsson geschlossenen Ehe gingen die Kinder Johan Viktor Beck (* 1852) und Julia Beck (* 1853) hervor.[2]

Während ihr Bruder ebenfalls Buchbinder wurde und in das väterliche Geschäft einstieg, studierte Julia Beck von 1872 bis 1878 Malerei an der Kunstakademie in Stockholm. Dort gab sie mit einer Gruppe von Studentinnen eine Zeitschrift mit dem Titel „Palettskrap“ (deutsch in etwa: „Palettengekratze“) heraus.[3] Während ihrer Zeit an der Kunstakademie war Julia Beck eng befreundet mit den Künstlerinnen Eva Bonnier, Jenny Nyström und Karin Begöö, der späteren Ehefrau von Carl Larsson.

Anfang der 1880er Jahre setzte Julia Beck ihre Studien in Paris an der angesehenen privaten Kunstakademie Julian, bei Léon Bonnat, Jean-Léon Gérôme und Alfred Stevens fort.[1] Später verbrachte sie einige Jahre in dem südlich von Paris gelegenen Ort Grez-sur-Loing, wo sie in der dort existierenden kleinen schwedischen Künstlerkolonie viele ihrer Bekannten und Freunde aus der Studienzeit wiederfand. Anschließend erwarb Julia Beck ein eigenes Haus in Vaucresson westlich von Paris; dort lebte und arbeitete sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1935. Julia Beck blieb zeitlebens ledig. Sie war eine der wenigen Künstlerinnen ihrer Zeit, die mit ihrer Kunst allein ihren Lebensunterhalt bestreiten konnten.

Im Jahr 1934, ein Jahr vor ihrem Tod, wurde Julia Beck zur Würdigung ihres Lebenswerkes zum Ritter der französischen Ehrenlegion ernannt. Sie war damit nach der Autorin Anna Branting die zweite schwedische Frau, die mit dieser höchsten Auszeichnung Frankreichs geehrt wurde.[4]

Julia Beck wird in der schwedischen Enzyklopädie Nordisk familjebok aufgeführt. Im Jahr 2012 veröffentlichte der schwedische Autor Kaa Wennberg die erste Biografie von Julia Beck; das Buch ist bisher nur auf Schwedisch erschienen.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julia Beck malte überwiegend Porträts und stimmungsvolle Landschaften in ruhigen, zarten Farben der Natur. In Paris erregte sie bereits im Jahr 1880 beim Salon mit einem Selbstporträt Aufmerksamkeit. Die Motive für ihre Landschaftsbilder fand Julia Beck auf ihren Reisen durch Frankreich und Belgien, aber auch in Schweden, wohin sie zeitlebens ihre Kontakte aufrechterhalten hatte. Sie nahm regelmäßig an den großen Paris Salons teil. Eine ihrer größten Einzelausstellungen mit 65 Bildern fand 1925 in Vaucresson statt.[5]

In Schweden sind Julia Becks Werke heute im Kunstmuseum von Norrköping, im Röhsska Museum in Göteborg und im Nationalmuseum in Stockholm zu finden,[1] wo auch ihr von Richard Bergh gemaltes Bildnis zu sehen ist.[1]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1934 Mitglied der Ehrenlegion, Frankreich

Ausstellungen zu Lebzeiten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1880 Salon, Grand Palais, Paris
  • 1893 Union des Femmes Peintres et Sculpteurs. Palais de l’Industrie, Paris[6]
  • 1905 Salon, Grand Palais, Paris
  • 1925 Vaucresson

Posthume Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kåa Wennberg: Julia Beck. Biografie. Axplock, Strängnäs 2012, ISBN 978-91-7843-381-0 (schwedisch, mit französischer Zusammenfassung).
  • Claus Pese (Hrsg.): Künstlerkolonien in Europa: Im Zeichen der Ebene und des Himmels. Ausstellungskatalog. Band 1. Verlag des Germanischen Nationalmuseums, Nürnberg 2001, ISBN 3-926982-81-0.
  • Julia Beck. In: Bernhard Meijer (Hrsg.): Nordisk familjebok konversationslexikon och realencyklopedi. 2. Auflage. Band 2: Armatoler–Bergsund. Nordisk familjeboks förlag, Stockholm 1904, Sp. 1140 (schwedisch, runeberg.org).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Julia Beck – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Beck, Julia: Julia Beck. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 5: V–Z. Nachträge: A–G. E. A. Seemann, Leipzig 1961, S. 282.
  2. Franz, Johan Viktor und Julia Beck. In: Herman Hofberg, Frithiof Heurlin, Viktor Millqvist, Olof Rubenson (Hrsg.): Svenskt biografiskt handlexikon. 2. Auflage. Band 1: A–K. Albert Bonniers Verlag, Stockholm 1906, S. 64 (schwedisch, runeberg.org).
  3. Künstlerporträt von Julia Beck. (Memento des Originals vom 30. Dezember 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wahlunds.com In: wahlunds.com. Kunstgalerie Wahlund, abgerufen am 30. Dezember 2016.
  4. Nationalencyklopedin, CD-utgåvan, 2000. Schwedische Nationalenzyklopädie, CD-ROM-Ausgabe, 2000 (schwedisch).
  5. a b Ausstellung Julia Beck im Sven-Harrys-Kunstmuseum. (Nicht mehr online verfügbar.) In: sven-harrys.de. Sven-Harrys konstmuseum, 24. Mai 2013, archiviert vom Original am 30. Dezember 2016; abgerufen am 30. April 2018 (englisch).
  6. Julia Beck. In: La Lorraine-Artiste. 19. März 1893, Newspaper Reader Kiosque Lorrain, S. 1. In: kiosque-lorrain.fr, abgerufen am 30. Dezember 2016.