Julia Grinberg
Julia Grinberg (* 1970 in der Sowjetunion) ist eine deutsche Lyrikerin, Schriftstellerin und Übersetzerin.
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Grinberg wurde in der Sowjetunion geboren. Sie wuchs in der DDR und später in der Ukraine auf, wo sie ein Chemiestudium absolvierte und unter anderem als Lehrerin und Laborleiterin tätig war. Seit 2000 lebt sie in der Nähe von Wiesbaden.[1]
Texte von Grinberg erschienen in zahlreichen Literaturzeitschriften und Anthologien. 2019 wurde ihr Lyrikband kill-you-darlinge veröffentlicht,[1] 2025 ihre zweites Buch Journal einer Unzugehörigkeit, eine Zusammenstellung von kurzen Prosatexten und Gedichten.[2] Sie übersetzte auch Lyrik und Theaterstücke aus dem Ukrainischen.[3]
Grinberg ist Mitglied der Schriftstellervereinigung PEN Berlin und des Künstlerinnen-Netzwerks GEDOK.[4][5]
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Freitag sieht im Journal einer Unzugehörigkeit ein „Tagebuch des Fremdseins“, das aufzeige, wie auch im Vertrauten eine Fremdheit bestehen kann.[2]
Das Online-Literaturmagazin Signaturen nennt das Journal eine „ergreifende wie lehrreiche, zugleich bittere und amüsante Literatur“. Es handle vom privaten Schicksal der Autorin und sei zugleich eine „prototypische Erzählung“ für vielfach gebrochene Biografien. Stilistisch greife es die Tradition des mündlichen Erzählens auf. Es bestehe überwiegend aus Minutennovellen, die „Stimmungen ohne Larmoyanz präzis auf den Punkt bringen, sie manchmal ins Absurde oder ins scheinbar Absurde wenden, oft gewürzt mit Lakonie, einem Schuss Zynismus und mehr als nur einer Prise Melancholie“.[6]
Laut hr2-Kultur befasst sich Grinberg in ihrem Buch mit Zumutungen des Alltags. Durch die „Kraft ihrer Sprache“ verwandle sie „den Irrsinn unserer Zeit so wütend wie liebevoll nicht selten in einen Witz, ohne zu verharmlosen oder albern zu werden“.[7]
Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eigenständige Veröffentlichungen
- kill-you-darlinge. Gutleut Verlag, Frankfurt am Main 2019, ISBN 978-3-936826-85-2.
- Journal einer Unzugehörigkeit. Elif Verlag, Nettetal 2025, ISBN 978-3-946989-92-9.
Veröffentlichungen in Anthologien
- Menschenfresser der Liebe (Seitenstechen). Homunculus Verlag, 2018, ISBN 978-3-946120-58-2.
- All over Heimat. Stories & Friends Verlag, 2019, ISBN 978-3-942181-89-1.
- Carolin Callies, Christoph Buchwald (Hrsg.): Jahrbuch der Lyrik 2021. Schöffling & Co., 2021, ISBN 978-3-89561-502-3.
- Beate Tröger (Hrsg.): Fee Nummer 13. Elif Verlag, 2022, ISBN 978-3-946989-60-8.
- Worte in finsteren Zeiten. S. Fischer Verlag, 2023, ISBN 978-3-10-492072-6.
- Risse und Welt. Axel Dielmann-Verlag, 2023, ISBN 978-3-86638-380-7.
- Oleg Jurjew, Olga Martynova (Hrsg.): Verse vom himmlischen Drucksatz. Elif Verlag, 2025, ISBN 978-3-946989-89-9.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Grinberg, Julia. Hessischer Literaturrat, abgerufen am 1. März 2026.
- 1 2 Tagebuch des Fremdseins: Julia Grinbergs „Journal einer Unzugehörigkeit“. In: Der Freitag. 11. Mai 2025, abgerufen am 2. März 2026.
- ↑ Julia Grinberg. Faust Kultur, abgerufen am 2. März 2026.
- ↑ Mitglieder des PEN Berlin. PEN Berlin, abgerufen am 1. März 2026.
- ↑ Künstlerinnen. GEDOK Frankfurt Rhein-Main, abgerufen am 23. März 2026.
- ↑ Julia Grinberg; Journal einer Unzugehörigkeit. In: Signaturen. Abgerufen am 2. März 2026.
- ↑ „Geografische Heimat? Die ist im Kopf und im Herzen!“ In: hr2-Kultur. 13. November 2025, abgerufen am 2. März 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Grinberg, Julia |
| ALTERNATIVNAMEN | Гринберг, Юлия; Simon Grinberg, Julia |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Lyrikerin, Schriftstellerin und Übersetzerin |
| GEBURTSDATUM | 1970 |
| GEBURTSORT | Sowjetunion |