Julia Krajewski

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Julia Krajewski
Medaillenspiegel
Julia Krajewski nach dem Sieg in der Vielseitigkeit beim Internationalen Pfingstturnier in Wiesbaden 2015
Julia Krajewski nach dem Sieg in der Vielseitigkeit beim Internationalen Pfingstturnier in Wiesbaden 2015

Equestrian Eventing pictogram.svg Vielseitigkeitsreiten

DeutschlandDeutschland Deutschland
Olympische Spiele
0Silber0 2016 Mannschaft (mit Samourai du Thot)
Europameisterschaften
0Silber0 2017 Mannschaft (mit Samourai du Thot)
Zieleinlauf zum Sieg in der Vielseitigkeit auf Samourai du Thot in Wiesbaden 2015

Julia Krajewski (* 22. Oktober 1988 in Langenhagen, Niedersachsen) ist Pferdewirtschaftsmeister (Teilbereich Reitausbildung) und Nachwuchsführungskraft Reiten bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung sowie aktive Vielseitigkeitsreiterin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julia Krajewski wurde als erstes Kind eines Diplom-Geophysikers und einer Tierarzthelferin geboren. Sie hat zwei jüngere Schwestern. Nach dem Abitur am Gymnasium Georgianum in Lingen absolvierte sie die Ausbildung zum Pferdewirtschaftsmeister (Teilbereich Reitausbildung) und befindet sich nun im Diplomtrainerstudium (Stand 2015).[1]

Bereits im Alter von drei Jahren hatte Julia die ersten Stunden auf dem Pferd erleben können. Im Alter von fünf Jahren lernte sie auf dem eigenen Pferd, dem Dartmoor-Mix Tibo, reiten. Die ersten Turnierplatzierungen schaffte sie mit sieben Jahren und begann dann, Vielseitigkeit zu reiten. Es folgten zahlreiche Meisterschaftserfolge in den altersgemäßen Turnieren, auch in der deutschen und europäischen Meisterschaft.

Ihr erstes internationales Championat in der Altersklasse der „Reiter“ bestritt sie bei den Europameisterschaften 2011 in Luhmühlen, wo sie als Einzelstarterin an den Start ging.[2][3] Die Europameisterschaften verliefen jedoch nicht wie gewünscht, After the Battle stolperte an einem Sandüberweg und zog sich eine Sehnenverletzung zu, aufgrund der er aus dem Sport verabschiedet wurde.[4]

Im Februar 2012 erwarb das DOKR für Krajewski den Wallach London-Return OLD,[5] mit dem sie im Juni 2013 ihre erste CCI 4*-Prüfung in Luhmühlen bestritt. Seit seiner ersten Austragung 2012 war Julia Krajewski mehrfach Teil deutscher Equipen beim Nations Cup der Vielseitigkeitsreiter.

Den braune Wallach Samourai du Thot bildete Julia Krajewski selbst aus und brachte ihn ab 2012 in den internationalen Vielseitigkeitssport. Im September 2014 bestritt der Wallach erstmals eine Prüfung auf 3*-Niveau, im Mai 2015 gewannen beide den CIC 3* beim Pfingstturnier Wiesbaden vor Michael Jung und Ingrid Klimke. Bei ihrer zweiten 4*-Prüfung, erneut in Luhmühlen, ging sie im Juni 2016 mit Samourai du Thot nach der Dressur in Führung[6] und schloss die Prüfung auf dem dritten Platz ab. Gut einen Monat später lagen beide beim CICO 3* Aachen in der Einzelwertung nach Dressur und Springen in Führung, auf einen Start im Gelände wurde zur Schonung des Pferdes jedoch verzichtet.[7]

Krajewski wurde zunächst als Reservereiterin für die Olympischen Sommerspiele 2016 nominiert. Da das Pferd von Andreas Ostholt die Verfassungsprüfung zwar bestand, aber bereits in Deutschland beim abschließenden Trainingslager aufgrund eines zuvor verlorenen Hufeisens zeitweilig unregelmäßig gegangen war, entschied man sich in Rio de Janeiro für einen Reiterwechsel: Julia Krajewski und Samourai du Thot rückten für Ostholt in die deutsche Mannschaft auf.[8] Bei den Olympischen Sommerspielen 2016 gewann Krajewski mit der Mannschaft die Silbermedaille. Krajewski war nach drei Verweigerungen ihres Pferdes im Gelände ausgeschieden und lieferte das Streichergebnis der Mannschaft.[9]

Für den Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Rio erhielt sie am 1. November 2016 das Silberne Lorbeerblatt.[10] Die Saison 2016 schloss Krajewski mit einem Sieg im CCI 3* des Strzegom October Festivals mit Chipmunk FRH ab. Für den Wallach, der 2013 mit Julia Krajewski Bundeschampion der 5-jährigen Vielseitigkeitspferde[11] war, war dies erst die zweite Teilnahme an einer internationalen 3*-Prüfung und der erste CCI 3* überhaupt.[12]

Auch der Auftakt zur Saison 2017 lief erfolgreich: In den 3*-Kurzprüfungen von Sopot, Houghton Hall und Wiesbaden wurde Krajewski jeweils Zweite. Zudem war sie in Houghton Hall auch Teil der siegreichen deutschen Nationenpreismannschaft. Mitte Juni gelang ihr mit Samourai du Thot der wohl größte Erfolg ihrer bisherigen Karriere, der Sieg in der 4*-Vielseitigkeit von Luhmühlen. Bei den Europameisterschaften in Strzegom im selben Jahr gewann sie mit der deutschen Mannschaft die Silbermedaille.

Pferde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Samourai du Thot (* 2006), brauer Selle Français-Wallach, Vater: Milor Landais, Muttervater: Flipper d'Elle[13]
  • Chipmunk FRH (* 2008), brauner Hannoveraner Wallach, Vater: Contendro I, Muttervater: Heraldik xx[14]
  • After the Battle (* 1995), brauner Vollblutwallach, Vater: General xx, Muttervater: Angriff xx; bis 2009 von Frank Ostholt geritten, 2011 nach einer Verletzung aus dem Sport verabschiedet[15][4]
  • Leading Edge 2 (* 1998), dunkelbrauner Oldenburger Wallach, Vater: Lady's King, Muttervater: Ramiro; seit 2012 von Kristina Weitkamp geritten[16][17]
  • Lost Prophecy (* 2000), Oldenburger Rappwallach, Vater: Larioni, Muttervater: Lanthan; zuletzt 2015 im internationalen Sport eingesetzt[18]
  • London-Return OLD (2001–2017), brauner Oldenburger Wallach, Vater: Lifestyle, Muttervater: Corradino[19]

Erfolge (in Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Olympische Sommerspiele:
  • Europameisterschaften:
    • 2001, Vejer de la Frontera (Ponyreiter): mit Cyrano 1. Platz mit der Mannschaft und 1. Platz in der Einzelwertung
    • 2002, Hagen a.T.W. (Ponyreiter): mit Cyrano 1. Platz mit der Mannschaft und 2. Platz in der Einzelwertung
    • 2005, Saumur (Junioren): mit Leading Edge 1. Platz mit der Mannschaft und 5. Platz in der Einzelwertung
    • 2006, Necarne Castle (Junioren): mit Leading Edge 1. Platz mit der Mannschaft und 2. Platz in der Einzelwertung
    • 2008, Kreuth (Junge Reiter): mit Lost Prophecy 2. Platz mit der Mannschaft und 2. Platz in der Einzelwertung
    • 2009, Waregem (Junge Reiter): mit After the Battle 2. Platz mit der Mannschaft und 32. Platz in der Einzelwertung
    • 2017, Strzegom: mit After the Battle 2. Platz mit der Mannschaft und 18. Platz in der Einzelwertung[20]
  • Deutsche Meisterschaften:
    • 2017, Luhmühlen: 6. Platz mit Chipmunk FRH

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Steckbrief Julia Krajewski
  2. Reit- und Turniererfahrungen
  3. Erfolge von Julia Krajewski
  4. a b Karriere-Ende für After the Battle
  5. DOKR kauft Pferd für Julia Krajewski, Reiter Revue International, 14. Februar 2012
  6. CCI4* Luhmühlen: Grandioser Auftakt für Julia Krajewski, St. Georg, 17. Juni 2016
  7. CICO3* Aachen: Das Springen würfelt noch einmal ordentlich durcheinander, vielseitigkeitssport-deutschland.de, 15. Juli 2016
  8. Rio 2016: Deutsche Vielseitigkeitspferde passieren Verfassungsprüfung, Uta Helkenberg / Deutsche Reiterliche Vereinigung, 5. August 2016
  9. Stefan Klüttermann: Reporter Sostmeier entschuldigt sich: Silber baut Reiterin Krajewski wieder auf. In: RP ONLINE. Abgerufen am 11. August 2016.
  10. http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Berichte/DE/Joachim-Gauck/2016/11/161101-Silbernes-Lorbeerblatt.html?nn=1890894 Pressemitteilung Silbernes Lorbeerblatt
  11. Bundeschampionate Geländepferde: Chipmunk mit Julia Krajewski Bundeschampion der Fünfjährigen, Reiter Revue International, 8. September 2013
  12. Strzegom October Festival, Ergebnis CCI 3*
  13. FEI-Pferdedatenbank: Samourai du Thot
  14. FEI-Pferdedatenbank: Chipmunk FRH
  15. FEI-Pferdedatenbank: After the Battle
  16. FEI-Pferdedatenbank: Leading Edge 2
  17. Leading Edge auf team-eventing.de
  18. FEI-Pferdedatenbank: Lost Prophecy
  19. FEI-Pferdedatenbank: London-Return OLD
  20. Julia Krajewski in der Erfolgsdatenbank der FEI