Julia Reda

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Julia Reda (2018)

Julia Reda (* 30. November 1986 in Bonn) ist eine deutsche Politikerin (parteilos, zuvor von 2009 bis 2019 Piratenpartei Deutschland), die von 2014 bis 2019 Mitglied des Europäischen Parlaments innerhalb der Fraktion Die Grünen/EFA war. Außerdem war sie von 2013 bis 2015 die Vorsitzende der Young Pirates of Europe. Seit 2019 forscht Reda im Rahmen eines Fellowships am Berkman Klein Center for Internet & Society der Harvard University.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reda wurde mit 16 Jahren Mitglied der SPD. Wegen der Haltung der SPD zu Netzsperren wechselte sie im Jahr 2009 zur Piratenpartei.[2] Von 2010 bis 2012 war sie Bundesvorsitzende der Jungen Piraten. Mit Gründung der Young Pirates of Europe im August 2013 wurde sie deren erste Vorsitzende.[3] Im Jahr 2012 machte sie ein Praktikum bei der schwedischen Europa-Abgeordneten Amelia Andersdotter.[2]

Einzug ins Europäische Parlament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am ersten Januarwochenende 2014, kurz vor dem Abschluss ihres Magisterstudiums in den Fächern Politikwissenschaft und Publizistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz,[3] wurde sie in Bochum auf Platz 1 der Bundesliste ihrer Partei für die Europawahl 2014 gewählt.[4]

Bei der Europawahl in Deutschland 2014 wurde sie in das Europäische Parlament gewählt.[5] Dort schloss sie sich der Fraktion Grüne/EFA an, von der sie zu einer der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt wurde.[6] Sie war Mitglied im Rechtsausschuss und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz sowie im Petitionsausschuss.[7] Anfang November 2014 bestimmte der Rechtsausschuss des Europaparlaments Reda zur Berichterstatterin für die Evaluation der Umsetzung der Urheberrechtsrichtlinie von 2001, der sogenannten „InfoSoc-Richtlinie“.[8] Die europäische Ausgabe des englischsprachigen Politmagazins Politico wählte sie 2016 auf Platz 37 der magazineigenen Liste der 40 wichtigsten Mitglieder des Europäischen Parlaments[9] und 2017 auf Platz 38.[10]

2019 war Reda einer der führenden Köpfe der Proteste gegen den Artikel 13 der Urheberrechtsreform der Europäischen Union.[11]

Reda trat am 27. März 2019 aus der Piratenpartei aus und rief dazu auf, bei der Europawahl nicht die deutsche Piratenpartei zu wählen, da gegen den aktuellen Kandidaten auf Listenplatz zwei, Redas ehemaligen Büroleiter Gilles Bordelais, Vorwürfe der sexuellen Belästigung im Raum stehen.[12][13] Bordelais bestreitet die Vorwürfe.[14] Darüber hinaus erhebt sie Vorwürfe gegen den Bundesvorstand der Piratenpartei.[15]

Zur Europawahl 2019 trat Julia Reda nicht wieder an, Spitzenkandidat der Piratenpartei Deutschland war statt ihrer Patrick Breyer.

Wechsel in die Wissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende ihres Abgeordnetenmandats im Europaparlament erhielt Reda ein Fellowship am Berkman Klein Center for Internet & Society der Harvard University. Im Rahmen ihres Fellowships will Reda sich mit Möglichkeiten der Modernisierung des akademischen Verlags- und Veröffentlichungswesens auseinandersetzen, um einen gerechteren Zugang zu Wissen zu ermöglichen, sowie Akademikerinnen und Akademiker befähigen ihre Forschung im Sinne von „Open Science“ zu veröffentlichen.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Julia Reda – Sammlung von Bildern
 Wikiquote: Julia Reda – Zitate

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Julia Reda. Berkman Klein Center for Internet & Society, 4. September 2019, abgerufen am 7. September 2019 (englisch).
  2. a b Stefanie Widmann: Gebürtige Bonnerin ist Spitzenkandidatin der Piraten für Europawahlen. General-Anzeiger Bonn, 10. Januar 2014, abgerufen am 8. Februar 2014.
  3. a b Julia Reda: Der Kompass-Europa-Kandidatengrill: Julia Reda. In: kompass.im. 31. Dezember 2013, abgerufen am 27. Januar 2014.
  4. Die Spitzenkandidaten der Piratenpartei Deutschland für das Europaparlament / #bpt141. In: kompass.im. 5. Januar 2014, abgerufen am 27. Januar 2014.
  5. Bundeswahlleiter: Vorläufiges Ergebnis der Europawahl 2014 (Memento des Originals vom 27. Mai 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bundeswahlleiter.de
  6. Website der Grüne/EFA-Fraktion (Memento des Originals vom 27. Juli 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.greens-efa.eu
  7. Europäisches Parlament: Abgeordnetenprofil
  8. Minutes of the Meeting of 10 and 11 November 2014. Comitee on Legal Affairs of the European Parliament, abgerufen am 21. November 2014 (englisch): „Julia Reda was appointed rapporteur for the report on the implementation of Directive 2001/29/EC of the European Parliament and of the Council of 22 May 2001 on the harmonisation of certain aspects of copyright and related rights in the information society.“
  9. Julia Reda. In: Politico Europe. 2016, abgerufen am 21. November 2016 (englisch).
  10. Julia Reda. In: Politico Europe. 2017, abgerufen am 2. Dezember 2017 (englisch).
  11. Lisa Hegemann: Julia Reda: Sie hat schon gewonnen. In: Die Zeit. 26. März 2019, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 29. März 2019]).
  12. Julia Reda verlässt Piratenpartei. In: www.faz.net. 27. März 2019, abgerufen am 27. März 2019.
  13. Julia Reda: #GehtWaehlen ist die richtige Antwort auf die #Artikel13-Abstimmung. Warum ihr aber zur Europawahl nicht die Piratenpartei wählen sollt, erkläre ich in diesem Video. In: Twitter. 27. März 2019, abgerufen am 27. März 2019.
  14. Gilles Bordelais: In eigener Sache. 28. März 2019, abgerufen am 29. März 2019.
  15. Stellungnahme zur Wahlzulassung von Gilles Bordelais für die Europawahl, auf juliareda.eu