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Julian Assange

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Julian Assange, August 2014
Jacob Appelbaum mit dem zugeschalteten Julian Assange auf dem Chaos Communication Congress im Dezember 2013 in Hamburg.

Julian Paul Assange [əˈsɒndʒ, əˈsɑːndʒ] (* 3. Juli 1971 in Townsville, Queensland) ist ein australischer Politaktivist, investigativer Journalist, ehemaliger Computerhacker, Programmierer und Sprecher der Enthüllungsplattform WikiLeaks, die es sich zum Ziel gesetzt hat, geheimgehaltene Dokumente allgemein verfügbar zu machen. WikiLeaks veröffentlichte mehrfach interne Dokumente von US-Armee und -Behörden, unter anderem zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak. Assange droht deswegen ein Strafprozess in den USA.

Nachdem Schweden 2010 wegen Vorwürfen von Vergewaltigung und sexueller Nötigung gegen ihn einen internationalen Haftbefehl ausgestellt hatte, bereitete sich Großbritannien auf die mögliche Überstellung vor. Inzwischen auf Kaution freigelassen, wurde Assange durch den ecuadorianischen Präsidenten Correa 2012 politisches Asyl gewährt. Die nächsten sieben Jahre lebte er in Ecuadors Botschaft in London und erhielt auch die ecuadorianische Staatsbürgerschaft. Im April 2019 entzog ihm der neue ecuadorianische Präsident Moreno dann sowohl das Asylrecht als auch die Staatsbürgerschaft wieder. Kurz darauf wurde Assange in der ecuadorianischen Botschaft von der britischen Polizei verhaftet und am 1. Mai 2019 zu einer Haftstrafe von 50 Wochen verurteilt, da er sich durch seine Flucht in die Botschaft der Justiz entzogen habe.

Biographische Stationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werdegang bis 2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Assange, 2006

Julian Paul Hawkins Mutter ist Christine Ann Hawkins (* 1951),[1] eine bildende Künstlerin,[2] die das Elternhaus mit 17 Jahren verlassen hatte, und John Shipton, den sie 1970 bei einer Antivietnam-Demonstration kennengelernt hatte.[3][4] Die Eltern trennten sich vor der Geburt des Kindes.[5] Als Julian Hawkins ein Jahr alt war, heiratete seine Mutter Richard Brett Assange,[6][7][8] einen Schauspieler, mit dem sie ein kleines Theater-Unternehmen leitete.[9] Der Nachname geht auf den chinesischen Namen Au Sang zurück.[10] Christine und Brett Assange ließen sich 1979 scheiden. Christine Assange begann eine Beziehung mit Leif Meynell, aus der ihr zweiter Sohn hervorging.[11][12][13] Assange berichtet von einer unsteten Kindheit mit über dreißig Wohnorten, bis sich seine Mutter mit den Kindern in Melbourne niederließ.[14][15][6][16] Sie soll sich zeitweise auf der Flucht vor ihrem zweiten Mann und der New-Age-Sekte befunden haben, der er angehörte.[17]

Er wechselte häufig die Schule und wurde teilweise zuhause unterrichtet.[18][19] und an der University of Melbourne (2003–2006),[20] ohne das Studium abzuschließen.[21][22][23] Assange verließ 2007 nach eigener Aussage die Universität aus Protest gegen das, was er „die Optimierung einer Killer-Maschine“ nannte: Er vermutete, dass die mathematische Fakultät seiner Universität im Rahmen eines Vertrages mit der US-Armee Studien zur Effizienzsteigerung von Militärfahrzeugen erstellen sollte. Dies wurde von der Universität nicht bestätigt.[24][25]

Erste Programmiererfahrungen sammelte Assange auf einem C64. 1987 beschaffte er sich ein Modem.[26] Sein Hacker-Pseudonym war zunächst „Mendax“ und dann verwendete er den Namen „Proff“, ein Anspielung auf den Science-Fiction-Roman Cryptonomicon des Kryptographs und Autors des Cyberspaces Neal Stephenson.[27] Er und zwei weitere Hacker schlossen sich zusammen und gründeten eine Gruppe namens „International Subversives“. Aufgrund dieser Aktivitäten führte die Australian Federal Police 1991 in seinem Haus in Melbourne eine Razzia durch. 1992 wurde Julian Assange in 24 Fällen des illegalen Hackens für schuldig befunden, weshalb er ein Bußgeld in Höhe von 2100 australischen Dollar bezahlen musste und eine Bewährungsstrafe erhielt.[28] 1995 schrieb Assange den ersten freien Portscanner namens Strobe.[29] Er beschäftigte sich auch mit Verschlüsselungssoftware und erfand 1997 das Dateisystem Rubberhose, das einen glaubhaft abstreitbaren Verschlüsselungsmechanismus darstellt.[30]

Während seiner Zeit als Hacker lernte er seine spätere Frau kennen. 1989 zogen beide zusammen, ein gemeinsamer Sohn wurde geboren. 1991 trennte sich das Paar. 1999, nach einem jahrelangen Rechtsstreit, einigten sich Assange und seine Mutter Christine mit seiner ehemaligen Frau auf ein gemeinsames Sorgerecht.[26]

Julian Assange und Daniel Domscheit-Berg auf dem 26C3 in Berlin 2009.

Seit 2006 ist er für WikiLeaks aktiv. Nach eigener Aussage hat er „im Internet Geld verdient“ und konnte somit unbezahlt für WikiLeaks arbeiten.[31] Infolge seiner Arbeit für WikiLeaks wurde er mehrmals verhaftet, abgehört, zensiert und auch erfolglos verklagt.[32] 2011 wurde Assange von dem damals 18-jährigen Sigurdur Thordarson, der anderthalb Jahre bei WikiLeaks volontierte, für das FBI ausspioniert.[33][34]

Julian Assange und Rick Falkvinge, Gründer der schwedischen Piratpartiet August 2010.
Demonstration zur Unterstützung von Assange vor der Sydney Town Hall in Australien, 10. Dezember 2010.
Julian Assange spricht bei den Occupy London Protesten vor der St Paul's Cathedral in der City of London, 16. Oktober 2011.
Debbie Wasserman Schultz musste aus dem Vorsitz des Nominierungsparteitags des Präsidentschaftskandidaten Ende Juli 2016 ausscheiden, nachdem WikiLeaks E-Mails des DNC veröffentlichte, die belegten, dass die Parteiführung Hillary Clinton im Vorwahlverfahren gegenüber Bernie Sanders bevorzugte.

Ab 2007 war Assange Mitglied der australischen Journalistengewerkschaft Media, Entertainment & Arts Alliance (MEAA) (The Alliance).[35]

Assange kündigte seinem bis dahin engsten Vertrauten Daniel Domscheit-Berg im August 2010. Dieser hatte zunehmend Kritik an der Arbeitsweise von WikiLeaks geäußert: Er wollte feste Strukturen, ein Büro, bezahlte Angestellte sowie eine offene Diskussion über diese Dinge. Später verarbeitete er seine Kritik in einem Buch.[36] In der sich anschließenden juristischen Auseinandersetzung warf ihm Assange vor, Materialien und Datenbestände der Wikileaks-Organisation entwendet und veröffentlicht zu haben.[37][38][39][40]

Traditionelle Medienunternehmen übernahmen viele der Innovationen, die Assange für Wikileaks entwickelte, dazu gehören das Installieren anonymer digitaler Dropboxen, das Veröffentlichen großer, überarbeiteter Datensätze, die Einstellung von Journalisten für Data Science und die Ermutigung von Reportern, ihre Internetsicherheit zu verbessern, um Quellen zu schützen.[35]

Veröffentlichung von US-Militär-Dateien und Vergewaltigungsvorwürfe (2010 bis 2012)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Assange durch die Veröffentlichung von US-Militärdokumenten und Videos zum internationalen Militäreinsatz in Afghanistan politisch unter Druck geraten und eine gewaltsame Stilllegung der WikiLeaks-Server in den USA zu befürchten war, stellte Mitte August 2010 die schwedische Piratenpartei WikiLeaks ihre Internetserver zusätzlich zu den bereits in Solna bestehenden des Unternehmens PRQ AB zur Verfügung.[41] Da Journalisten in Schweden einen ungleich umfassenderen Quellenschutz als anderswo genießen, allerdings nur bei Besitz des „Utgivningsbevis“, einer speziellen schwedischen Lizenz,[42] hatte Assange seinerseits etwa zur selben Zeit eine schwedische Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis beantragt. Der Gründer und ehemalige Parteivorsitzende der schwedischen Piratpartiet, Rickard Falkvinge, teilte in diesem Zusammenhang den Medien mit, dass Assange mit einem schwedischen Wohnort den Status eines „medienverantwortlichen Herausgebers“ anstreben und damit eine Basis dafür schaffen würde, WikiLeaks auf legaler Grundlage weiterzuführen.[43]

Etwa zur gleichen Zeit hatten zwei Frauen Assange im August 2010 in Schweden wegen sexueller Vergehen angezeigt. Die schwedische Staatsanwaltschaft hatte daraufhin im August einen Haftbefehl wegen Vergewaltigung gegen ihn ausgestellt, der kurz darauf aber vorerst wieder zurückgenommen wurde. Nach Assanges Antrag einer dauerhaften Aufenthaltserlaubnis für Schweden wurden die Ermittlungen dann wieder aufgenommen. Sein Antrag auf Aufenthaltserlaubnis wurde im Oktober 2010 ohne Angabe von Gründen abgelehnt[44]. Nachdem Assange inzwischen – mit offizieller Erlaubnis der schwedischen Justiz – nach Großbritannien gereist war, stellte die schwedische Justiz im November 2010 einen internationalen Haftbefehl wegen Vergewaltigung aus. Assange stellte sich daraufhin in London der Polizei, wurde gegen Kaution unter Auflagen – unter anderem das Tragen einer elektronischen Fußfessel – freigelassen und versuchte daraufhin mit juristischen Mitteln seine Auslieferung nach Schweden zu verhindern.[45]

Anfang November 2010 erklärte Assange, er erwäge in der Schweiz Asyl zu beantragen und WikiLeaks dort anzusiedeln. Damit sollten die politisch brisanten Aktivitäten der Enthüllungsplattform abgesichert werden.[46] Die Chancen zur Annahme dieses Asylantrags seien nach Angaben der Schweizerischen Flüchtlingshilfe gering. Assange müsse zuerst den Schutz seines Heimatlandes Australien in Anspruch nehmen und glaubhaft machen, dass Australien ihn nicht schützen könne, was sehr schwierig sei.[47] Tatsachen über einen entsprechenden Asylantrag sind nicht bekannt.

Asyl in der ecuadorianischen Botschaft in London (2012 bis 2019)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Assanges Mutter Christine Assange von Julian Außenministerium Quito (Ecuador) vor einem Treffen mit Außenminister Ricardo Patiño, 30. Juli 2012.
Ecuadors Botschaft in London, 16. August 2012
Assange auf dem Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London am 19. August 2012.

Um sich der erwarteten Auslieferung nach Schweden zu entziehen, flüchtete Assange am 19. Juni 2012 aus seinem erweiterten Hausarrest in die ecuadorianische Botschaft in London und beantragte dort politisches Asyl. Sein Heimatland Australien gewähre ihm nicht die notwendige Unterstützung und er befürchte, über Schweden in die Vereinigten Staaten ausgeliefert zu werden, wo ihm die Todesstrafe drohe.[48][49] Schweden erklärte daraufhin, dass Auslieferungen nur unter strengen Bedingungen und bei einer drohenden Todesstrafe niemals möglich seien. Zudem hätten die USA noch gar keine Anklage erhoben.[50] Im November 2013 erklärte das US-Justizministerium, dass die USA Assange nicht wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente nach dem umstrittenen Spionagegesetz anklagen könnten (mehr dazu im Abschnitt Ermittlungsverfahren in den USA).[51] Der Außenminister Ecuadors, eines Unterzeichnerlandes der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, Ricardo Patiño, erklärte im Juni 2012 zunächst, das Asylgesuch von Assange werde geprüft und Assange stehe unter dem Schutz der Botschaft. Die Botschafterin Ecuadors in London, Ana Albán Mora, wurde zu Konsultationen in ihr Heimatland zurückgerufen.[52] Der Präsident Ecuadors, Rafael Correa, war im Mai Gast bei Assanges Talkshow The World Tomorrow.[53][54] Bereits im April 2011 hatte Ecuador die amerikanische Botschafterin Heather M. Hodges ausgewiesen. Sie hatte in einer von WikiLeaks veröffentlichten Botschaftsdepesche Präsident Rafael Correa die Duldung von Korruption vorgeworfen. Die USA hatten darauf ihrerseits mit der Ausweisung des ecuadorianischen Botschafters in Washington, D.C., Luis Gallegos reagiert.[55]

Da Assange mit der Flucht in die Botschaft gegen seine Kautionsauflagen verstieß, drohte ihm die britische Polizei mit der Festnahme, falls er die Botschaft wieder verlassen sollte.[56] An seinem Asylbegehren wurde kritisiert, dass Ecuador entgegen Assanges Vorstellungen und Zielen 2012 in der jährlich von Reporter ohne Grenzen veröffentlichten Rangliste der Pressefreiheit weit unten auf Platz 104 stand.[57] Jemima Khan, die einen Teil der Kaution für Assange hinterlegt hatte, äußerte sich über Twitter kritisch. Sie habe von ihm erwartet, sich den Vorwürfen in Schweden zu stellen.[58] Andere prominente Unterstützer Assanges beteiligten sich hingegen an einer Kampagne zugunsten seines Asylbegehrens.[59] Im Juli übernahm der spanische Jurist Baltasar Garzón kostenlos die Leitung der Verteidigung von Assange.[60]

Die schwedische Staatsanwaltschaft lehnte ein Angebot von Assanges Anwälten zunächst ab, ihn in der Londoner Botschaft zu verhören.[61] Am 16. August 2012 gab Ricardo Patiño bekannt, dass sein Land Julian Assange politisches Asyl gewähre.[62] Der britische Außenminister William Hague erklärte daraufhin, Großbritannien erkenne das „Prinzip des diplomatischen Asyls“ nicht an. Am 19. August 2012 hielt Assange eine vorher angekündigte Rede vom Balkon des Botschaftsgebäudes an Unterstützer, die sich auf der Straße versammelt hatten.[63] Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) beraumte wegen des diplomatischen Streits zwischen Großbritannien und Ecuador eine Dringlichkeitssitzung an.[64] Am 18. August 2014 kündigte Assange an, die Botschaft zu verlassen, ohne dass es tatsächlich dazu kam.[65]

Im Juni 2015 lehnte Ecuador eine Anfrage Schwedens für eine Befragung Assanges in der Botschaft in London zunächst ab.[66][67] Im Dezember 2015 einigten sich beide Länder schließlich nach längeren Verhandlungen auf die Bedingungen einer Befragung in Bezug auf die Vergewaltigungsvorwürfe.[68] Die Ermittlungen zu den übrigen Anklagepunkten mussten die schwedischen Behörden in der Zwischenzeit einstellen, da sie fünf Jahre nach der Anzeige im August 2015 verjährt waren.[69] Im Januar 2016 übermittelte Schweden dann die Fragen, die von ecuadorianischen Beamten an Assange gestellt werden sollten[70], aber Ecuador lehnte die Befragung zunächst erneut ab. Ein weiterer Termin im Oktober 2016 wurde ebenfalls abgesagt.[71]

Im Februar 2016 wurde der Bericht einer Expertengruppe des UN-Menschenrechtsrats veröffentlicht, wonach die Festsetzung Assanges in der Botschaft illegal und menschenrechtswidrig[72] sei. Die Regierungen Schwedens und Großbritanniens wurden darin aufgefordert, dafür zu sorgen, dass Assange sich wieder frei bewegen könne, außerdem stünde ihm ein Anspruch auf Entschädigung zu. Der Bericht wurde von der fünfköpfigen Expertengruppe mit 3 gegen 2 Stimmen knapp angenommen.[73] Beide beschuldigten Länder wiesen die Aussagen des Gutachtens zurück.[74] Der britische Außenminister Hammond sagte, die Arbeitsgruppe bestehe aus Laien, nicht aus Juristen, und ihre Schlussfolgerung weise rechtliche Mängel auf; Assange sei ein Flüchtling vor der Justiz. Die schwedische Regierung erklärte, Assange halte sich freiwillig in der Botschaft auf und könne sie jederzeit verlassen. Assange selber sprach hingegen nach dem Urteil von einem „wirklich wichtigen Sieg“ und forderte Großbritannien und Schweden auf, dem Urteil nachzukommen.[75][76][77][78]

Im September 2016 gab Assange über den Twitter-Account von WikiLeaks bekannt, dass er im Falle der Freilassung von Chelsea Manning bereit sei, sich selbst ausliefern zu lassen und gegebenenfalls eine Haftstrafe in den USA anzutreten.[79] Nach der Begnadigung Mannings durch Obama im Januar 2017 hat er dieses Angebot wieder zurückgezogen.[80]

Im November 2016 fand die indirekte Befragung Assanges durch die schwedische Staatsanwaltschaft in der Botschaft statt.[81] Diese führte zu weiteren Ermittlungsmaßnahmen, die aber nicht durchgeführt werden konnten, da keine Aussicht bestand, dass Assange vor einem schwedischen Gericht erscheinen könne. Das Verfahren wurde daher im Mai 2017 vorerst eingestellt; die Schuldfrage konnte aber nicht geklärt werden (mehr dazu im Abschnitt Ermittlungsverfahren in Schweden).[82]

Im Januar 2018 gab die Regierung Ecuadors die Einbürgerung Assanges bekannt. Laut Außenministerin María Fernanda Espinosa wurde dieser Schritt bereits am 12. Dezember 2017 vollzogen.[83] Im März 2018 entzog Ecuador Assange den Internetzugang, weil er wiederholt gegen die Vereinbarung verstoßen habe, keine Nachrichten zu verbreiten, „die eine Einmischung in die Beziehungen zu anderen Staaten vermuten lassen“.[84] Medienberichten zufolge plante die Regierung von Ecuador mittlerweile, Assange das Asyl in der Botschaft zu entziehen und seinen Auszug von dort einzuleiten.[85] Assange kontaktierte daraufhin amerikanische Behörden und sprach mit ihnen über eine mögliche Zusammenarbeit, auch im Zusammenhang mit den Untersuchungen bezüglich russischer Einflussnahmen auf die amerikanische Präsidentschaftswahl 2016.[86]

Seit Verhaftung im April 2019[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. April 2019 wurde Assange innerhalb der Botschaft auf Anforderung des ecuadorianischen Botschafters von der Londoner Polizei festgenommen, nachdem ihm der Präsident Ecuadors, Lenín Moreno, das Asylrecht entzogen hatte.[87] Moreno warf Assange vor, durch sein aggressives und respektloses Verhalten die Grundlagen des Asylrechts während seines Aufenthalts in der Botschaft so sehr verletzt zu haben, dass die Weitergewährung des Asyls untragbar geworden sei.[88] Gleichzeitig wurde ihm die 2017 verliehene ecuadorianische Staatsbürgerschaft aberkannt.[89] Ein britisches Gericht begründete den Haftbefehl damit, Assange habe gegen Kautionsauflagen verstoßen, weil er zu einem früheren Gerichtstermin nicht erschienen war.[90]Assanges Verteidiger, Baltasar Garzón, rief die ecuadorianische Regierung und den Präsidenten des Landes dazu auf, die „wahren Gründe“ für die Auslieferung Assanges an die britische Polizei zu nennen. Es sei fehl am Platze, von irgendwelchen Verstößen gegen Protokollregeln zu sprechen. Die Asylinterpretation des Präsidenten Moreno sei „willkürlich und inkonsistent“, erklärte er. Garzón hielt es auch für „sehr ernst“, dass die vor mehr als einem Jahr gewährte ecuadorianische Staatsbürgerschaft Assanges entzogen wurde: "Dies geschah ohne Rücksicht auf jegliche Verfahrensnorm, und wir werden es vor der ecuadorianischen Justiz konstatieren."[91]

Die USA verlangten auf der Grundlage eines 2017 gestellten, aber bis zu Assanges Verhaftung geheim gehaltenen Auslieferungsersuchens von Großbritannien die Überstellung Assanges. Sie warfen ihm gemeinschaftliche Verschwörung mit Chelsea Manning zum Eindringen in Computernetzwerke der Regierung vor.[92] Für diesen Vorwurf könnte Assange eine Höchststrafe von fünf Jahren Haft erwarten. Auch Schweden, das sein früheres Auslieferungsersuchen an Großbritannien 2017 wegen Aussichtslosigkeit zurückgezogen hatte, erwog in der neuen Situation nach Assanges Verhaftung eine neuerliche diplomatische Aktion.[88]

Am 1. Mai 2019 wurde Assange vom Southwark Crown Court in London zu einer Gefängnisstrafe von 50 Wochen verurteilt, da er sich durch seine Flucht in die ecuadorianische Botschaft der Justiz entzogen und somit gegen Kautionsauflagen verstoßen habe.[93][94] Andere mögliche Straftatbestände waren nicht Teil dieses Verfahrens.[95] Die unter Aufsicht des UN-Menschenrechtsrates stehende Arbeitsgruppe gegen willkürlichen Inhaftierungen, die sich bereits 2016 zum Botschaftsaufenthalt Assanges geäußert hatte, kritisierte die Verurteilung: Es sei eine unverhältnismäßige Strafe für ein unbedeutendes Vergehen; Assange solle freigelassen werden.[96][97]

Am 13. Mai 2019 nahm die schwedische Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen Assange wegen des Vorwurfes der Vergewaltigung wieder auf.[98] Dies hatte zuvor die Anwältin der Frau beantragt, die den Vergewaltigungsvorwurf erhoben hatte.[99]

Ermittlungsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vergewaltigungsvorwurf in Schweden und internationaler Haftbefehl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2010 hatten sich zwei Frauen bei der schwedischen Polizei gemeldet und Vorwürfe gegen Assange erhoben. Beide erklärten, sie hätten Assange zunächst verehrt und ihn jeweils während eines Seminars Mitte August 2010 in Stockholm mit in ihre Wohnung genommen. Beide zeigten demnach zudem auch ihr sexuelles Interesse, bestanden aber auf geschütztem Geschlechtsverkehr. Laut Aussage der einen Frau sei beim Geschlechtsverkehr das Kondom geplatzt, da Assange es manipuliert habe, und Assange habe dann mit Hilfe seines Körpergewichtes unerwünschten Sex durchgeführt. Dies wurde später von der Staatsanwaltschaft als sexuelle Nötigung gewertet. Trotzdem organisierte die Frau am nächsten Tag noch eine Party mit ihren Freunden und Assange, äußerte dabei aber bereits gegenüber einer Freundin Bedenken wegen des gewaltsamen Geschlechtsverkehrs. Laut der anderen Frau habe es mit Assange zunächst eine Kontroverse über das Kondom, aber keinen Geschlechtsverkehr gegeben. Während sie nach dem Frühstück wieder eingeschlafen sei, habe Assange ungeschützten Sex mit ihr ausgeführt. Geschlechtsverkehr mit einem Schlafenden wird nach schwedischem Recht nicht als einvernehmlich angesehen. Daher wurde dieser Vorwurf von der Staatsanwaltschaft später als Vergewaltigung in einem minderschweren Fall gewertet. Beide Frauen gingen aber erst zur Polizei, als sie in einem Gespräch miteinander ihre ähnlichen Erfahrungen bemerkten, es verdächtig fanden, dass in beiden Fällen angeblich zufällig das Kondom gerissen sei – obwohl beide im Gegensatz zu Assange auf geschütztem Sex bestanden – und Assange daraufhin einen HIV-Test verweigerte. Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren ein. Laut Assange war der Geschlechtsverkehr einvernehmlich und die Initiative sei von den Frauen ausgegangen.[100][101][102][103]

Einen Tag nachdem die schwedische Piratenpartei Wikileaks ihre Server in Solna angeboten hatte, wurde am 20. August 2010 ein Haftbefehl gegen Assange wegen Vergewaltigung erlassen, am Tag darauf aber zunächst wieder aufgehoben, da die Ermittlungsbehörde den Vorwurf der Vergewaltigung als unbegründet ansah. Nachdem bekannt geworden war, dass Assange bei der schwedischen Zuwanderungsbehörde eine dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung beantragt hatte, nahm die schwedische Ermittlungsbehörde – unter der neuen Anklägerin Marianne Ny – am 1. September 2010 ihre Ermittlungen gegen Assange wieder auf,[104] nun wegen „sexueller Nötigung und sexueller Belästigung“.[105] Assange selbst bestritt die Vorwürfe und sprach von „schmutzigen Tricks“ seiner Gegner.[106] Seine Unterstützer sahen das Verfahren als Schmierkampagne politischer Gegner an, um WikiLeaks zu schaden. Schwedens zuständige Staatsanwältin (överåklagare in Schweden) Marianne Ny betonte daraufhin im Dezember 2010, keinerlei politischem oder anderweitigem Druck ausgesetzt zu sein.[107]

Assange blieb nach Anklageerhebung zunächst drei Wochen in Schweden, um sich gegebenenfalls einer Befragung zu stellen;[108] laut seinem Anwalt war er auch zu einer Aussage unter Eid bereit gewesen.[109] Nach Nys eigenen Angaben rief Assange sie schließlich persönlich an, um zu fragen, ob er aus dem Land ausreisen dürfe, was sie erlaubt habe. Er reiste daraufhin „ganz offiziell“ nach Großbritannien aus.[110]

Am 18. November 2010 beantragte die schwedische Staatsanwaltschaft erneut einen Haftbefehl wegen Vergewaltigung, sexueller Belästigung und Nötigung; das zuständige Amtsgericht beschloss einen international wirkenden Haftbefehl. Assange ging in Berufung. Das zweithöchste schwedische Gericht ließ den Haftbefehl bestehen, milderte jedoch den Anklagepunkt der Vergewaltigung auf „minder schwere Vergewaltigung“ ab.[111][112]

Am 1. Dezember 2010 wurde bekannt, dass Interpol[113] eine „Red Notice“ gegen Assange erlassen hatte. Diese „roten Mitteilungen“ bedeuten, dass die 194 Mitgliedsstaaten von Interpol das Land, aus dem der ursprüngliche Haftbefehl stammt, bei der Suche nach einer Person „mit Blick auf ihre Festnahme und Auslieferung“ unterstützen sollen. Bei der sogenannten „Red Notice“ handelt es sich um das schärfste Mittel, das Interpol zur Verfügung steht. Im Deutschen wird dies häufig als „Internationaler Haftbefehl“ bezeichnet, angewendet wurde hierbei die spezielle Regelung des „Europäischen Haftbefehls“.[114][115][116][117] Interpol selbst vermeidet jedoch im englischen Sprachgebrauch die Bezeichnung „Arrest warrant“ (englisch für Haftbefehl), um den Unterschied zu den nationalen Haftbefehlen zu betonen.[118][119] Assange wurde wegen der gegen ihn in Schweden erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe gesucht. Sein Anwalt hatte wenige Stunden vor der Veröffentlichung der „Red Notice“ durch Interpol ein Berufungsgericht in Schweden angerufen und die Aufhebung des schwedischen Haftbefehls beantragt.[120][121]

Am 7. Dezember 2010 stellte sich Assange in London der Polizei und wurde in Untersuchungshaft genommen.[122] Er befand sich im Gefängnis Wandsworth.[123] Eine Woche später entschied ein Londoner Gericht, Assange gegen eine Kaution von 200.000 britischen Pfund in bar (ca. 240.000 €) zuzüglich der Bereitstellung von 40.000 Pfund durch zwei Bürgen freizulassen. Außerdem musste er eine elektronische Fußfessel tragen und eine Reihe weiterer Auflagen einhalten. Nachdem die britische[124][125] Staatsanwaltschaft Berufung gegen die Freilassung eingelegt hatte,[126] entschied das Gericht am 16. Dezember 2010, Assange dennoch zu den oben genannten Bedingungen auf Kaution aus der Haft zu entlassen,[127] was noch am selben Tag geschah.[128] Der Journalist Vaughan Smith beherbergte Assange und bekannte sich öffentlich zu seiner Unterstützung. Im Januar 2011 fand eine kurze Verhandlung in London statt, eine weitere Anhörung zur möglichen Auslieferung nach Schweden begann im Februar und wurde weiter vertagt.[129] Der Londoner Magistrates’ Court entschied noch im Februar, dass Assange an Schweden ausgeliefert werden dürfe. Assange legte dagegen Berufung ein; das Berufungsverfahren vor dem Londoner High Court begann im Juli 2011.[130] Am 2. November 2011 entschied der High Court, dass Assange von Großbritannien nach Schweden ausgeliefert werden dürfe.

Assange legte dagegen eine letzte Berufung beim höchsten Gericht, dem Supreme Court, ein, die am 16. Dezember für zulässig erklärt wurde, weil der juristische Streit grundsätzliche Bedeutung habe.[131][132][133] Am 1. Februar 2012 begann hierzu eine zweitägige Anhörung. Am 30. Mai entschied dieses Gericht, dass Assange ungeachtet der Möglichkeit, den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anzurufen, innerhalb von zehn Tagen nach Schweden ausgeliefert werden müsse. Es billigte den Verteidigern Assanges allerdings eine Frist von zwei Wochen zu, um einen Antrag auf eine Neuaufnahme des Falls einzureichen. Innerhalb dieser Zeit werde Assange nicht ausgeliefert werden.[134] Am 12. Juni 2012 stellte Assange einen entsprechenden Antrag, der jedoch zwei Tage später abgewiesen wurde.[135] Damit konnte Assange ab dem 28. Juni innerhalb von zehn Tagen von Großbritannien nach Schweden ausgeliefert werden.[136]

Um sich seiner Auslieferung zu entziehen, entledigte sich Assange am 19. Juni 2012 seiner elektronische Fußfessel[137], flüchtete in die ecuadorianische Botschaft in London und bat dort um politisches Asyl. Am 16. August teilte Außenminister Ricardo Patiño in Quito mit, dass Assange Asyl in Ecuador gewährt werde. Ein Vertreter des britischen Außenministeriums hatte jedoch kurz zuvor erklärt, dass Assange verhaftet werde, sobald er die ecuadorianische Botschaft verlasse.[138]

Obwohl Assanges Antrag auf Aufhebung des schwedischen Haftbefehls scheiterte, sagte er im Sommer 2014, dass er die Botschaft bald verlassen werde. Im Herbst 2014 legte Assange eine Beschwerde bei der UN vor, in der er den Aufenthalt in der Botschaft als unrechtmäßig kritisierte, da er einer Inhaftierung gleichkomme. Das rechtlich nicht bindende Gutachten des UN-Gremiums fiel zu seinen Gunsten aus.

Am 13. März 2015 gab die schwedische Staatsanwältin Marianne Ny bekannt, dass sie Ecuador um Erlaubnis für eine Befragung Assanges in der Londoner Botschaft bitten würde. Laut Ecuador kam am 12. Juni 2015 dann eine offizielle Anfrage für eine Befragung am 17. Juni. Ecuador lehnte den Zugang der schwedischen Staatsanwälte in die Botschaft daraufhin aber ab, da dafür zunächst ein internationales Justizkooperationsabkommen notwendig sei, welches wiederum laut schwedischer Darstellung völkerrechtlich nicht vorgeschrieben sei.[139][140][78] Sowohl Großbritannien als auch Assange selber hatten einer Befragung dagegen zugestimmt.[141]

Im August 2015 verjährten die Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung und Nötigung und wurden daher von der schwedischen Staatsanwaltschaft fallen gelassen. Das Verfahren wegen des Vorwurfes der Vergewaltigung blieb aber vorerst bestehen.[142]

Nach sechs Monaten Verhandlung einigten sich Schweden und Ecuador schließlich im Dezember 2015 auf die Rahmenbedingungen einer Befragung Assanges in der Londoner Botschaft Ecuadors.[141] Im Januar 2016 übermittelte die schwedische Staatsanwaltschaft dann die Fragen an Ecuador, so dass gemäß der Vereinbarung ecuadorianische Regierungsbeamte Assange verhören könnten.[143] Die Befragung wurde dann aber durch Ecuador zunächst abgelehnt. Ein weiterer Befragungstermin im Oktober wurde ebenfalls abgesagt.[144]

Erst ab dem 14. November 2016 konnte Assange schließlich in der ecuadorianischen Botschaft zu den Vergewaltigungsvorwürfen befragt werden. Die von der schwedischen Oberstaatsanwältin Ingrid Isgren eingereichten Fragen wurden dabei von einem ecuadorianischen Kollegen gestellt und die Antworten wurden anschließend durch Ecuador an Schweden übermittelt.[145]

Am 19. Mai 2017 teilte die schwedische Staatsanwaltschaft mit, dass sie die Ermittlungen gegen Assange vorerst einstelle. Dabei betonte sie, dass die Schuldfrage weiterhin nicht geklärt sei. Die Ermittlungen seien vorerst eingestellt, da es aktuell keine Möglichkeit gäbe, sie weiterzuführen. Die Befragung Assanges in der Botschaft 2016 habe zu weiteren Ermittlungsmaßnahmen geführt, die erfordern würden, dass Assange in Schweden vor Gericht erscheine. Es könne aber angesichts der Umstände in diesem Fall nicht erwartet werden, dass dies in absehbarer Zukunft geschehe. Eine persönliche Zustellung der Vorwürfe habe Assange zudem abgelehnt. Die schwedische Staatsanwaltschaft erklärte weiter, dass die Ermittlungen zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden könnten.[146][147]

Nach der Verhaftung Assanges am 11. April 2019 in London wegen Vorwürfen der britischen und der US-Justiz, nahm die schwedische Staatsanwaltschaft am 13. Mai 2019 die Ermittlungen gegen Assange wegen des Vergewaltigungsvorwurfes dann erneut auf.[99] Dies war bereits am Tage von Assanges Verhaftung von der Anwältin der Frau beantragt worden, die den Vergewaltigungsvorwurf gegen Assange erhoben hatte.[148] Am 20. Mai beantragte die schwedische Staatsanwaltschaft beim Bezirksgericht Uppsala erneut einen Haftbefehl gegen Assange.[149]

USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der umfangreichen und für die USA problematischen Veröffentlichungen geheimer Dokumente durch WikiLeaks ab Mitte März 2010, stand deren führende Persönlichkeit, Julian Assange, spätestens ab diesem Zeitpunkt im besonderen Fokus der US-Justiz. Es wurde unter anderem 2011 eine Grand Jury eingerichtet, die untersuchen sollte, ob Assange wegen der Übermittlung von Informationen, die die nationale Sicherheit betreffen, nach dem umstrittenen Spionage-Gesetz angeklagt werden könne.[150] Dieses Gesetz wurde zur Zeit des Eintritts der USA in den Ersten Weltkrieg geschaffen und erlaubt grundsätzlich auch die Todesstrafe. Die Problematik besteht aber in der Formulierung des Gesetzes, dessen Intention gegen Spionage mit der Situation zu Beginn des 21. Jahrhunderts nichts mehr zu tun hat. Es wurde 1971 erfolglos gegen Daniel Ellsberg angewendet – der die für die US-Regierung peinlichen und entlarvenden Pentagon-Papiere über den Vietnamkrieg veröffentlicht hatte – und steht im Widerspruch zum First Amendment, einem Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten.[151]

Nach der Verhaftung von Bradley Manning (heute Chelsea Manning), dem vorgeworfen wurde, das Video „Collateral Murder“ und die Depeschen amerikanischer Botschaften an WikiLeaks weitergegeben zu haben, sollte zudem als Anklagepunkt auch der unautorisierte Zugang zu einem Computernetzwerk und der Diebstahl von Regierungseigentum untersucht werden.[150] Assange selbst berief sich auf den Freedom of Information Act; er habe das Material nur veröffentlicht, nicht selbst beschafft, und der Name Mannings sei ihm erst aus den Medien bekannt geworden. Laut der 2019 veröffentlichten Anklageschrift, wollen die USA Assange vorerst nur wegen des Vorwurfs anklagen, Manning beim Eindringen in ein Regierungsnetzwerk geholfen zu haben. Dabei berufen sie sich auch auf vorliegende Chatprotokolle einer später gefundenen direkten Kommunikation zwischen Assange und Manning von Anfang März 2010.[152][153]

Assange selber befürchtete seit seinem Aufenthalt in Großbritannien und dem internationalen Haftbefehl Schwedens 2010 eine Auslieferung von England oder Schweden aus in die USA.[154][155][156][157] Die USA versuchten auch Hilfe von Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Australien sowie anderen Verbündeten zu erhalten.[158] Für den Fall einer Auslieferung an die USA fürchtete Assange um sein Leben.[159] Um dem vorzubeugen, gab er Ende 2010 bekannt, dass, sollte ihm etwas zustoßen, WikiLeaks auf 2000 Webseiten weltweit alle noch nicht veröffentlichten Dokumente auf einmal ins Netz stellen würde.[160]

Laut den in den Global Intelligence Files veröffentlichten Aussagen eines ehemaligen Bundesagenten und damaligen Vizepräsidenten des amerikanischen Unternehmens Strategic Forecasting (Stratfor) bereitete die US-Regierung angeblich spätestens ab Januar 2011 eine ‚geheime Anklage‘ (‚sealed indictment‘) gegen Assange vor einer nicht öffentlich tagenden Grand Jury vor.[161] Das Justizministerium der Vereinigten Staaten nahm dazu zunächst keine Stellung. In den USA kann eine Anklageschrift versiegelt werden, um sie geheim zu halten.

Bis zum Sommer 2012 gelang es den Behörden der Vereinigten Staaten nicht, eine Anklage gegen Assange zu formulieren oder einen Auslieferungsantrag an Großbritannien zu stellen.[162] Auch das schwedische Justizministerium erklärte im August, von keinem US-Auslieferungsantrag zu wissen. Cecilia Riddselius, die zuständige Direktorin im schwedischen Justizministerium, betonte, dass gemäß der Grundrechte-Charta der EU eine Auslieferung in die USA nur dann möglich sei, wenn keine Gefahr für das Leben des Gefangenen bestehe.[163]

Im November 2013 erklärte das US-Justizministerium, dass Assange nicht wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente angeklagt werden könne, da man sonst gleichzeitig auch Journalisten und Medien wie The Guardian oder die New York Times anklagen müsse, die ebenfalls vielfach im Rahmen ihrer Arbeit geheime Dokumente veröffentlicht hatten.[164] Angestellte oder Dienstleister des Staates wie Bradley Manning oder Edward Snowden, welche die geheimen Informationen dagegen entgegen ihren Verträgen entwendet hatten, konnten im Gegensatz dazu nach dem Spionagegesetz angeklagt werden. Nach dieser Stellungnahme des Justizministeriums liefen die Untersuchungen der Grand Jury zu WikiLeaks aber weiter und Assange konnte daher später noch für mögliche andere, kriminelle Aktivitäten angeklagt werden. Es wurde zudem offiziell erklärt, dass es zu dem Zeitpunkt keine ‚geheime Anklage‘ (‚sealed indictment‘) der Grand Jury gab.[165]

Nach der Amtseinführung Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten, teilte der von ihm ernannte neue US-Justizminister Jeff Sessions am 20. April 2017 mit, dass die Festnahme Assanges sowie die Bekämpfung der Veröffentlichung von Staatsgeheimnissen unter der neuen Regierung Priorität bekommen habe. Durch irrtümlich im August 2018 vor Gericht eingereichten Justizakten wurde bekannt, dass bereits an der Erstellung einer Anklageschrift gearbeitet wurde.[166][167]

Am 11. April 2019 veröffentlichte das US-Justizministerium eine bereits ein Jahr zuvor aufgesetzte[168], aber zunächst geheim gehaltene Anklage gegen Assange. Darin wurde ihm vorgeworfen, Bradley Manning bei dem Versuch unterstützt zu haben, ein Passwort für ein Netzwerk mit geheimen Dokumenten des US-Verteidigungsministeriums zu knacken. Allerdings hatte Manning bereits Zugang zu geheimen Informationen des Netzwerkes. Das Knacken des Passwortes hätte ihm aber geholfen, die Herkunft der geleakten Dokumente zu verschleiern. Des Weiteren wurde Assange vorgeworfen, Manning zu weiteren Leaks animiert zu haben. Die Anklage beruht unter anderem auf Protokollen einer direkten Kommunikation zwischen Assange und Manning von Anfang 2010. Vermutlich stammen diese von der verschlüsselten Chat-Plattform Jabber.[169] Insgesamt ist für die genannten Anklagepunkte maximal ein Strafmaß von 5 Jahren möglich, welches aber in der Regel nicht ausgeschöpft wird.[170]

Politisches Wirken, Positionen und Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Assange hängt einer libertären Weltanschauung an. 2006 veröffentlichte er den Aufsatz Conspiracy as Governance, in dem er seine politischen Grundüberzeugungen darlegt. Darin bezeichnet er jede autoritäre Governance als „Verschwörung“, die zum Schaden der Bevölkerung arbeiten würde. Die „Verteidiger von Wahrheit, Liebe, und Selbstverwirklichung“ hätten diese Verschwörungen zu bekämpfen. In Zeiten vor der Alphabetisierung sei dieser Kampf mit Attentaten geführt worden, heute gehe es darum, die Kommunikationsverbindungen zwischen den einzelnen Verschwörern zu stören und sie von ihrem geheimen Informationszufluss aus der Außenwelt abzuschneiden.[171] Der amerikanische Historiker Sean Wilentz deutet die Praxis von WikiLeaks, geheime Informationen der Regierung zu stehlen und an die Öffentlichkeit zu geben, als Verwirklichung der in diesem Text dargelegten politischen Grundüberzeugungen; allerdings seien sie falsch, teilweise sogar paranoid.[172]

Im August 2013 bekannte Assange seine Bewunderung für Ron Paul und dessen Sohn Rand von der Tea-Party-Bewegung. Beide seien die stärksten Unterstützer im Kampf gegen die Angriffe der amerikanischen Regierung auf WikiLeaks gewesen und ständen zudem in entschiedener Opposition gegen den Drohnenkrieg und die Praxis ungesetzlicher gezielter Tötungen. Andererseits soll er dem Guardian-Reporter Nick Davies, der mit ihm an der Sichtung der US-Geheimdienst-Dokumente arbeitete, gesagt haben, dass ein afghanischer ziviler Informant der westlichen koalitionären Streitkräfte den Tod verdiene und man deshalb seine Identität bei den Wikileaks-Veröffentlichungen nicht zu schützen brauche.[173][174] Mit Bezug auf die amerikanischen Wahlen erklärte er, der libertäre Flügel der Republikanischen Partei sei derzeit „die einzige Hoffnung“.[175]

Im Juli 2013 gründete Assange die Wikileaks-Partei. Die Grundwerte dieser australischen Partei seien Transparenz, Verantwortung und Gerechtigkeit;[176] bei den Wahlen 2013 erhielt sie 0,62 Prozent. Bei den Parlamentswahlen 2016 trat sie nicht an.

Das Wirken von Assange im Zusammenhang mit der russischen Einflussnahme auf die amerikanische Präsidentschaftswahl 2016 stieß auf breite Kritik. Während des Wahlkampfs veröffentlichte Wikileaks mehrere tausend E-Mails, die vom Server der Demokratischen Partei von vermutlich russischen Hackern entwendet worden waren. Daraufhin brachen die Umfragewerte der bis dahin führend liegenden demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton massiv ein und sie verlor schließlich die Wahl. Die Ermittlungen des US Sonderermittlers Robert Mueller ergaben, dass es eine Korrespondenz zwischen Wikileaks und dem vermutlich russischen Hacker „Guccifer 2.0“ gegeben habe, mit dem Ziel die Wahlen zum Schaden von Clinton zu beeinflussen. Im selben Zeitraum wurde auch bekannt, dass es gezielte Absprachen und Kontakte zwischen Wikileaks und Donald Trump Jr. – Sohn von Präsidentschaftskandidat Donald Trump – bezüglich des Vorgehens im Wahlkampf gab. Des Weiteren wird Assange vorgeworfen, ähnliches Material von einem Hack gegen die Republikaner – Donald Trumps eigener Partei – absichtlich zurückgehalten zu haben. Assange dementierte, im Besitz derartigen Materials zu sein.[177][178]

Assange ist Mitglied des Beratenden Ausschusses der Bewegung DiEM25.[179]

Reaktionen auf die Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julian Assange sah sich in den USA im Jahre 2010 scharfen Angriffen aus Politik, Medien und Militär ausgesetzt. Einige Stimmen forderten seine Hinrichtung nach einem Strafprozess, so der einstige Baptistenprediger Mike Huckabee: „Alles außer einer Hinrichtung ist eine zu milde Strafe.“ Die ehemalige US-Regierungsbeamtin und politische Kommentatorin für Fox News, Kathleen McFarland, forderte die Todesstrafe, falls er in einem Strafprozess für schuldig befunden werde (orig. “If he’s found guilty, he should be executed”).[180]

Der Fox-News-Moderator Bill O’Reilly sagte, dass er sich sehr freuen würde, wenn Assange „von einer kleinen Drohne getroffen würde“.[181][182] Der Politikwissenschaftler Tom Flanagan schlug in einem Interview mit CBC News einen Anschlag mittels einer bewaffneten Drohne vor (orig.: “use a drone or something […] Assange should be assassinated”),[183] zog diese Aussage aber nach einer Strafanzeige zurück.[184]

Am 6. Dezember 2010 äußerte sich der Fox-Moderator Bob Beckel in der Sendung Follow The Money mit:

“A dead man can’t leak stuff. This guy’s a traitor, he’s treasonous, and he has broken every law of the United States. […] And I’m not for the death penalty, so […] there’s only one way to do it: illegally shoot the son of a bitch.”

„Ein toter Mann kann keine Sachen veröffentlichen. Der Typ ist ein Verräter, er ist verräterisch, und er hat jedes Gesetz der Vereinigten Staaten gebrochen. […] Und ich bin nicht für die Todesstrafe, also […] gibt es nur einen Weg, es zu tun: den Hurensohn illegal erschießen.“

Der landesweit sendende Radiomoderator Rush Limbaugh empfahl, Wikileaks-Gründer Assange „aufzuknüpfen“.[186] Sarah Palin stellte die Frage, warum man Assange nicht mit demselben Nachdruck verfolgen würde wie Führer der al-Qaida oder der Taliban.[187][182]

Als Reaktion forderte Assange in der britischen Zeitung The Guardian, Flanagan und andere sollten wegen Aufforderung zum Mord strafrechtlich verfolgt werden.[188] „Wenn wir in einer Zivilgesellschaft leben wollen, können nicht hochrangige Leute im nationalen Fernsehen dazu aufrufen, das Justizwesen zu umgehen“, sagte er dem US-Sender MSNBC.[182]

Autobiographie und Geschäftliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Videoübertragung für das ConventionCamp 2012

Assange kündigte im Januar 2011 ein autobiographisches Buch an, das im Herbst weltweit bei dem schottischen Verlag Canongate Books und in den USA bei Alfred A. Knopf verlegt werden sollte. Die deutschsprachigen Rechte wurden an Kiepenheuer & Witsch vergeben. Weitere Verlage in Europa, Brasilien und Australien sicherten sich die Rechte für ihre jeweiligen Buchmärkte.[189][190] Nach eigener Aussage wollte Assange das Buch zwar nicht schreiben, benötigte aber das Geld, um sich juristisch gegen die Vorwürfe in Schweden zu verteidigen und WikiLeaks unterstützen zu können.[191] Assange gab dem Ghostwriter Andrew O’Hagan fünfzig Stunden lang Interviews und wollte im Juni 2011 den Buchvertrag auflösen. Den erhaltenen Vorschuss zahlte er jedoch nicht zurück, woraufhin das Buch im September als „unautorisierte Biografie“ erschien.[192] Knopf Publishers löste den Vertrag mit Assange, und Kiepenheuer & Witsch verzichtete auf die Herausgabe einer deutschsprachigen Übersetzung.[193]

Anfang März 2011 wurde bekannt, dass Assange, ähnlich wie andere prominente Personen, beim britischen Intellectual Property Office beantragte, seinen Namen und den von WikiLeaks unter Markenschutz stellen zu lassen;[194] Markenschutz existiert (Stand: 2018) nicht. WikiLeaks unterhält auch einen eigenen Webshop mit Merchandising-Artikeln;[195] der frühere Stand ist im webarchive konserviert.[196]

Im Januar 2012 gab WikiLeaks in einer von Assange autorisierten Mitteilung bekannt, dass er eine Diskussionsreihe mit führenden Persönlichkeiten aus der Politik und revolutionären Denkern plane. 2012 wurden insgesamt 12 Sendungen unter dem Titel The World Tomorrow (Мир завтра) bei dem russischen Fernsehsender Russia Today als jeweils halbstündige Talkshow gesendet.[197][198] In der ersten Folge seiner Sendung begrüßte Assange Mitte April 2012 den libanesischen Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah – allerdings nur im Video-Chat.[199] Die Zusammenarbeit mit dem von der russischen Regierung kontrollierten Auslandssender stieß auf signifikante internationale Medienkritik, Assange lasse sich für russische Interessen instrumentalisieren.[200]

Ende November 2012 hielt Assange im Rahmen des ConventionCamp in Hannover einen Vortrag, bei dem er per Skype zugeschaltet war und sein gerade erschienenes Buch Cypherpunks. Freedom and the Future of the Internet vorstellte. Die Kryptographie sei der notwendige gewaltlose Widerstand gegen staatliche Überwachung im Internet.[201]

Film, Theater und Comic[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der australische Arzt und Autor Ron Elisha schrieb unter dem Titel Stainless Steel Rat („Edelstahl-Ratte“) ein Theaterstück über das Leben Assanges, das unter der Regie von Wayne Harrison von Mai 2011 an in Sydney geprobt und im dortigen Seymour Centre der Universität Sydney von Ende Juni bis Mitte Juli aufgeführt wurde.[202][203][204]

Unter dem Titel Assassinate Assange wurde im September 2012 im Hamburger Kulturzentrum Kampnagel und später in Wien ein Theaterstück von Angela Richter aufgeführt. Richter hatte im Vorfeld ein Mittagessen mit Assange für 1.600 € ersteigert und ausführliche Gespräche mit Assange geführt.[205][206]

In der 500. Folge von Die Simpsons hatte Assange einen Kurzauftritt als Zeichentrickfigur. Den Text sprach er telefonisch von Großbritannien aus ein.[207]

2013 drehte Regisseur Alex Gibney den Dokumentarfilm We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte, der sich mit Assange und der Geschichte von WikiLeaks auseinandersetzt.

Steven Spielbergs Studio DreamWorks Interactive sicherte sich im März 2011 die Rechte an der Verfilmung von zwei Büchern.[208] Im Oktober 2013 erschien der Spielfilm Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt, dessen Regie Bill Condon übernommen hatte. Benedict Cumberbatch übernahm die Rolle des Julian Assange und Daniel Brühl die des Daniel Domscheit-Berg. Der Film entstand nach einem Drehbuch von Josh Singer und basiert in Teilen auf Domscheit-Bergs Buch Inside WikiLeaks: Meine Zeit bei der gefährlichsten Website der Welt. Assange bezeichnete in einem offenen Brief an Cumberbatch den Film als „nicht gut“ und äußerte die Befürchtung, dass die Veröffentlichung ihm und nahestehenden Personen schaden könnte, vor allem, weil man Domscheit-Bergs Buch als Vorlage genommen habe.

In dem Comic Der Papyrus des Cäsar aus der Comicreihe Asterix wird Assange durch den Enthüllungsjournalisten Polemix nachgeahmt.[209][210]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Suelette Dreyfus, Julian Assange: Underground: Tales of hacking, madness and obsession on the electronic frontier. Mandarin, Kew, Australia, 1997, ISBN 1-86330-595-5. (Online-Version)
  • Julian Assange: Conspiracy as Governance. 2006. (PDF (Memento vom 29. August 2007 im Internet Archive))
  • Suelette Dreyfus, Julian Assange: Underground. Die Geschichte der frühen Hacker-Elite. Tatsachenroman. Haffmans & Tolkemitt, Berlin 2011, ISBN 978-3-942989-00-8 (Originaltitel: Underground: Tales of hacking, madness and obsession on the Electronic Frontier.).
  • Julian Assange, Andrew O’Hagan: Julian Assange: The Unauthorised Autobiography. Canongate Books, Edinburgh 2011, ISBN 978-0-85786-384-3.
  • Jacob Appelbaum, Julian Assange, Andy Müller-Maguhn, Jérémie Zimmermann: Cypherpunks. Freedom and the Future of the Internet. OR Books, New York 2012, ISBN 978-1-939293-00-8.
    • Jacob Appelbaum, Julian Assange, Andy Müller-Maguhn, Jérémie Zimmermann: Cypherpunks. Unsere Freiheit und die Zukunft des Internets. Campus Verlag, Frankfurt, New York 2013, ISBN 978-3-593-39913-3 (englisch).
  • Julian Assange: When Google Met WikiLeaks. OR Books, New York City 2014, ISBN 978-1-939293-57-2 (englisch).
  • Einleitung zu: The WikiLeaks Files: The World According to US Empire. Verso Books, 2015, ISBN 978-1-78168-874-8.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Julian Assange – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Julian Assange – in den Nachrichten

Interviews[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Family notices," The Sydney Morning Herald, 10 March 1951. Retrieved 17 March 2014.
  2. David Leigh and Luke Harding, WikiLeaks: Inside Julian Assange's War on Secrecy (London: Guardian Books, 2011; rev. edn. Guardian Books / Faber and Faber, 2013), p. 34.
  3. Proceso. Cisa, 2011 (com.ph [abgerufen am 24. April 2019]).
  4. Like father, like son. 14. Juni 2013, abgerufen am 24. April 2019.
  5. Richard Guilliatt, "For John Shipton, the Wikileaks Party isn't just a political cause," The Australian, 15 June 2013. Retrieved 16 March 2014.
  6. a b Robert Manne: The cypherpunk revolutionary: Julian Assange. In: The Monthly, March 2011.  „By the time he was addressing audiences worldwide, his 'father'—which Assange informed me is an amalgam of Brett Assange and John Shipton, created to protect their identities“ 
  7. Raffi Khatchadourian, "No secrets: Julian Assange's mission for total transparency," The New Yorker, 7. Juni 2010. Retrieved 16 March 2014.
  8. "The secret life of Julian Assange," CNN, 2. Dezember 2010, Abgerufen am 16. März 2014.
  9. Dominic Feain, "WikiLeaks founder's Lismore roots," Northern Star, 29. Juli 2010. Retrieved 16 March 2014.
  10. Gerry Georgatos: Rights campaigner Julian Assange acknowledges his Torres Strait Islander form and content. 2. Juni 2012.
  11. Glenda Kwek "Magnet for trouble: how Assange went from simple island life to high-tech public enemy number one," The Sydney Morning Herald, 8 December 2010. Retrieved 16 March 2014.
  12. Julian Assange: 'We just kept moving'. 23. September 2011.
  13. Leigh and Harding, WikiLeaks, pp. 37–38.
  14. Massimo Calabresi, "WikiLeaks' war on secrecy: truth's consequences,". Time-Magazine, 2. Dezember 2010, Abgerufen am 16. März 2014.
  15. Hans Ulrich Obrist, "In conversation with Julian Assange, Part I,"Bitte entweder wayback- oder webciteID- oder archive-is- oder archiv-url-Parameter angeben e-flux, May 2011. Retrieved 14 March 2014.
  16. Andrew O'Hagan, "Ghosting: Julian Assange," London Review of Books, vol. 36, no. 5 (6. März 2014), pp. 5–26. Abgerufen am 15. März 2014.
  17. Chris Anderson: Why the world needs WikiLeaks, TED, AlJazeeraEnglish, auf youtube.com, ab Spielminute 14:30
  18. "Jeremy Geia first Australian to interview Assange,"Bitte entweder wayback- oder webciteID- oder archive-is- oder archiv-url-Parameter angeben Gilimbaa, 24. Oktober 2012, Abgerufen am 16. März 2014.
  19. Er studierte Informatik, Mathematik und Physik an der Central Queensland University (1994)Frazer Pearce, "Assange studied at CQU,", The Morning Bulletin, 18. Dezember 2010, Abgerufen am 16. März 2014.
  20. "Meet the Aussie behind Wikileaks," Stuff, 7. August 2008, Abgerufen am 21. März 2014. First published in The Sydney Morning Herald.
  21. Sarah Whyte, "Driven to dissent—like father, like son," The Sydney Morning Herald, 6. Dezember 2010, Abgerufen am 21. März 2014.
  22. Raffi Khatchadourian: No Secrets. Julian Assange’s mission for total transparency. In: The New Yorker, 7. Juni 2010.
  23. Mythbusted: Professor says WikiLeaks founder was ‘no star’ mathematician. In: The Daily Caller. 12. Dezember 2010, abgerufen am 25. Dezember 2010.
  24. Marcel Rosenbach, Holger Stark: Staatsfeind WikiLeaks. Wie eine Gruppe von Netzaktivisten die mächtigsten Nationen der Welt herausfordert. S. 63. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2011, ISBN 978-3-421-04518-8.
  25. Andy Greenberg: An Excerpt From 'This Machine Kills Secrets': The Education Of Julian Assange. Abgerufen am 24. April 2019 (englisch): „Assange believed (inaccurately, according to the department’s staff) that money would ultimately go toward improving the design of the Grizzly Plow, a military bulldozer used in the first Iraq War and designed to sweep away barbed wire and sand at more than thirty-five miles per hour. The plow, as Assange described it, filled the trenches inhabited by enemy troops, rolling over them and burying them alive like an accelerated version of Tim May’s father’s bunker-burying bulldozer from World War II. from: An Excerpt From 'This Machine Kills Secrets': The Education Of Julian Assange. Andy Greenberg, Forbes Staff“
  26. a b Der Mann mit den weißen Haaren
  27. Daniel Domscheit-Berg: Inside WikiLeaks, Grasset, 2011. Seite 139
  28. Julian Assange Biographie. Abgerufen am 8. Dezember 2010.
  29. Credits of strobe. Abgerufen am 28. Oktober 2018 (englisch).
  30. Marcel Rosenbach, Holger Stark: Staatsfeind WikiLeaks. Wie eine Gruppe von Netzaktivisten die mächtigsten Nationen der Welt herausfordert. S. 51f. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2011, ISBN 978-3-421-04518-8.
  31. Stefan Mey: Leak-o-nomy: The Economy of Wikileaks. Interview mit Julian Assange. In: Online Journalism Blog. 17. Januar 2010, abgerufen am 11. April 2019 (englisch).
  32. Julian Assange (Memento vom 19. Juli 2011 im Internet Archive). In: The Centre for Investigative Journalism, abgerufen am 1. Juni 2010.
  33. http://www.wired.com/threatlevel/2013/06/wikileaks-mole/all
  34. Ryan Gallagher: How the FBI used a baby-faced WikiLeaks volunteer to spy on Julian Assange, Slate, 9. August 2013
  35. a b EU hails Assange as free-speech pioneer while Australia does nothing. In: The Sydney Morning Herald. 18. April 2019, abgerufen am 1. Mai 2019.
  36. Abrechnung mit Assange. RP vom 12. Februar 2011, S. 2.
  37. Assange gegen Domscheit-Berg: Wikileaks-Streit eskaliert. In: n-tv.de, 31. August 2011
  38. Wikileaks: Assange-Anwalt macht Domscheit-Berg Vorwürfe. In: Die Zeit/Dpa, 31. August 2011.
  39. Steffen Kraft: Vorwürfe gegen Openleaks-Gründer. In: Der Freitag, 31. August 2011
  40. Dokumentation: Die Erklärung von Assanges Anwalt im Wortlaut. In: Der Spiegel, 9. Februar 2011.
  41. Schwedens Piraten gewähren Wikileaks Zuflucht Welt Online, 19. August 2010
  42. taz.de am 8. August 2010: Ungeschützte Informanten. Abgerufen am 13. Mai 2011.
  43. Wikileaks-Gründer will sich in Schweden niederlassen winfuture.de, 31. August 2010
  44. Keine Arbeitserlaubnis für Wikileaks-Gründer in Schweden in: NZZ Online vom 19. Oktober 2010
  45. André Anwar: Wikileaks-Chef: Die Frau, die Assange jagt. In: Die Zeit. 7. Dezember 2010, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 13. Mai 2019]).
  46. Die Presse: Haftbefehl gegen Wikileaks Gründer Assange erlassen, 18. November 2010.
  47. Wikileaks Chef erhält kaum Asyl in der Schweiz in: 20 Minuten vom 5. November 2010
  48. Erklärung des „Ministry of Foreign Affairs, Trade and Integration“ von Ecuador am 20. Juni 2012. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 26. Juni 2012; abgerufen am 20. Juni 2012 (englisch).
  49. Botschaft Ecuadors in London am 19. Juni 2012: Statement on Julian Assange. Archiviert vom Original am 21. Juni 2012; abgerufen am 19. Juni 2012 (englisch).
  50. Schweden: Keine Auslieferung bei Todesstrafe. In: sueddeutsche.de. 21. August 2012, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 19. Mai 2019]).
  51. Glenn Greenwald, Micah Lee: The U.S. Government’s Indictment of Julian Assange Poses Grave Threats to Press Freedom. In: The Intercept. 12. April 2019, abgerufen am 3. Mai 2019 (amerikanisches Englisch).
  52. Handelsblatt Online am 32. Juni 2012: Ecuador ruft Botschafterin aus London zurück. Abgerufen am 30. Juni 2012.
  53. The World Tomorrow: President Rafael Correa (Memento vom 22. Mai 2012 im Internet Archive), veröffentlicht am 22. Mai 2012 auf Youtube
  54. Welt Online am 20. Juni 2012: Assange entzieht sich mit Flucht in Botschaft britischen Behörden. Abgerufen am 20. Juni 2012.
  55. NZZ online am 7. April 2011: USA und Ecuador weisen Botschafter aus. Abgerufen am 23. August 2012.
  56. Süddeutsche Zeitung online am 20. Juni 2012: Wikileaks-Gründer bittet um Asyl. Julian Assange flüchtet in Botschaft Ecuadors. Abgerufen am 20. Juni 2012.
  57. Süddeutsche Zeitung online am 20. Juni 2012: Britische Polizei will Assange verhaften. Abgerufen am 20. Juni 2012.
  58. „I had expected him to face the allegations. I am as surprised as anyone by this.“ Tweet von Jemina Khan am 19. Juni 2012. Abgerufen am 20. Juni 2012 (englisch).
  59. Hamburger Abendblatt am 27. Juni 2012: Promis bitten Ecuador um Asyl für Julian Assange. Abgerufen am 30. Juni 2012.
  60. Süddeutsche.de am 25. Juli 2012: Pinochet-Jäger Garzón vertritt Assange. Abgerufen am 26. Juli 2012.
  61. Schweden beharrt auf Verhör von Assange im eigenen Land. (Nicht mehr online verfügbar.) Welt Online, 3. August 2012, archiviert vom Original am 24. August 2012; abgerufen am 9. August 2012.
  62. FAZ online am 16. August 2012: Ecuador gewährt Julian Assange Asyl. Abgerufen am 16. August 2012.
  63. Assange fordert Ende der „Hexenjagd auf WikiLeaks“ – SPIEGEL ONLINE
  64. Der Tagesspiegel am 18. August 2012: Fall Assange beschäftigt OAS. Abgerufen am 21. August 2012.
  65. Julian Assange Will Leave Embassy ‘Soon’
  66. Ben Quinn David Crouch in Sweden: Julian Assange says Swedish prosecutor is 'reckless' for scrapping interview. In: The Guardian. 17. Juni 2015, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 7. Mai 2019]).
  67. Esther Addley David Crouch in Gothenburg: Julian Assange: Ecuador and Sweden in tense standoff over interview. In: The Guardian. 23. Juli 2015, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 7. Mai 2019]).
  68. WikiLeaks-Gründer: Schwedische Ermittler dürfen Assange befragen. In: Spiegel Online. 13. Dezember 2015 (spiegel.de [abgerufen am 7. Mai 2019]).
  69. ZEIT ONLINE: WikiLeaks: Ermittlungen gegen Julian Assange teilweise eingestellt. In: Die Zeit. 13. August 2015, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 20. Mai 2019]).
  70. Julian Assange - Befragung in London "in den nächsten Tagen". Deutschlandfunk, 21. Januar 2016, abgerufen am 7. Mai 2019 (deutsch).
  71. Vergewaltigungsvorwurf gegen WikiLeaks-Gründer - Schwedens Justiz lässt Assange in London befragen. Deutschlandfunk, 14. November 2016, abgerufen am 7. Mai 2019 (deutsch).
  72. BBC: UN-Experten halten Assanges Status für menschenrechtswidrig. In: heise online. Abgerufen am 5. Februar 2016.
  73. Offizieller Bericht: Uno-Gremium urteilt zugunsten von Assange. In: Spiegel Online. 5. Februar 2016 (spiegel.de [abgerufen am 7. Mai 2019]).
  74. Offizieller Bericht: Uno-Gremium urteilt zugunsten von Assange.. Spiegel Online, 5. Februar 2016.
  75. Uno-Bericht: Britische Regierung nennt Assange-Urteil lächerlich. In: Spiegel Online. 5. Februar 2016 (spiegel.de [abgerufen am 7. Mai 2019]).
  76. Offizieller Bericht: Uno-Gremium urteilt zugunsten von Assange. In: Spiegel Online. 5. Februar 2016 (spiegel.de [abgerufen am 7. Mai 2019]).
  77. Julian Assange zu Uno-Gutachten: „Ein wirklich wichtiger Sieg“. Spiegel Online, 5. Februar 2016.
  78. a b Juan Pancorbo, Clara López Rubio: In der Falle – Julian Assange zwischen Politik und Justiz. Dokumentation, 20. Mai 2017, abgerufen am 7. Mai 2019.
  79. Assange: Krieg gegen Whistleblower beenden. In: faz.net. 18. Januar 2017.
  80. Heise Online: Anwalt: Assange bleibt nach Manning-Begnadigung in Botschaft. In: Heise.de. 18. Januar 2017, abgerufen am 11. April 2019.
  81. WikiLeaks-Gründer: Schwedische Staatsanwaltschaft befragt Julian Assange. In: Spiegel Online. 14. November 2016 (spiegel.de [abgerufen am 3. Mai 2019]).
  82. Wikileaks-Gründer: Schweden stellt Verfahren gegen Assange ein. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 3. Mai 2019]).
  83. Ecuador bürgert Julian Assange ein. In: Spiegel Online, 11. Januar 2018.
  84. heise online: heise online. Abgerufen am 28. Oktober 2018 (deutsch).
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