Julian Nida-Rümelin

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Julian Nida-Rümelin (2012)

Julian Nida-Rümelin (* 28. November 1954 in München) ist ein deutscher Philosoph. Er lehrt seit 2004 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Spezialgebiete sind theoretische und angewandte Ethik, Entscheidungs- und Rationalitätstheorie, politische Philosophie und Ethik. Er ist der Bruder der Philosophin Martine Nida-Rümelin, Sohn des Bildhauers Rolf Nida-Rümelin und Enkel des Bildhauers Wilhelm Nida-Rümelin.

Julian Nida-Rümelin war Kulturreferent der Landeshauptstadt München und Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröder.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julian Nida-Rümelin wuchs in München in einer Künstlerfamilie auf. 1974 legte er sein Abitur am humanistischen Wilhelmsgymnasium in München ab. Von 1975 bis 1980 studierte er Philosophie, Physik, Mathematik und Politikwissenschaft an den Universitäten München und Tübingen. 1983 promovierte er bei dem Münchner Wissenschaftstheoretiker Wolfgang Stegmüller in der Fächerkombination Philosophie, Politikwissenschaft, Logik und Wissenschaftstheories.c.l.“. Von 1984 bis 1989 war er als wissenschaftlicher Assistent (Akademischer Rat a. Z.) an der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig.

Hier habilitierte er sich 1989 mit einer Arbeit zur Kritik des Konsequentialismus in Ethik und Rationalitätstheorie. Nach Lehrstuhlvertretungen für die Professoren Nikolaus Lobkowicz (Politische Theorie & Philosophie; Geschwister-Scholl-Institut) und Wolfgang Stegmüller (Wissenschaftstheorie und Grundlagenforschung), nahm er 1991 eine Gastprofessur an der University of Minnesota in Minneapolis/USA wahr. Im selben Jahr erhielt er einen Ruf auf eine Stiftungsprofessur des Landes Baden-Württemberg für Ethik in den Biowissenschaften. Das Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Eberhard Karls Universität Tübingen berief Nida-Rümelin für die Jahre 1992/93 in sein Leitungsgremium, bis er 1993 auf einen Lehrstuhl für Philosophie an der Universität Göttingen, in der Nachfolge Günter Patzigs, berufen wurde.

Während der Jahre 1994 bis 1997 war er Präsident der Gesellschaft für Analytische Philosophie.

Nida-Rümelin war von Juli 1998 bis Januar 2001 Kulturreferent der Stadt München, in diesem Amt folgte ihm Lydia Hartl.

2001 heiratete er die französisch-deutsche Schriftstellerin Nathalie Weidenfeld (* 1970), mit der er drei Kinder hat (* 2003, * 2006, * 2013).

Im Januar 2001 ernannte ihn der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Staatsminister im Bundeskanzleramt mit dem Aufgabengebiet Kultur und Medien. In diesem Amt blieb er bis zum Ende der ersten Amtsperiode der rot-grünen Regierung im Oktober 2002. Von 2009 bis 2013 war er Mitglied des Parteivorstandes und Vorsitzender der Grundwertekommission der SPD, der er derzeit (2016) als beratendes Mitglied angehört.

In der Zeit als Kulturstaatsminister war Nida-Rümelin als Honorarprofessor an der Georg-August-Universität Göttingen tätig und kehrte dorthin nach Ende seines politischen Amtes 2003 zurück. Im Sommersemester 2004 folgte er einem Ruf der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) auf den Lehrstuhl für Politische Theorie und Philosophie am Geschwister-Scholl-Institut, zu dessen geschäftsführendem Direktor er unmittelbar darauf gewählt wurde. Im Zuge der Abwendung eines Rufes ins Ausland wechselte er zum Sommersemester 2009 auf den Lehrstuhl Philosophie IV der Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft an der LMU, deren Dekan er anschließend von 2009 bis 2013 war. Seit 2002 ist er Honorarprofessor am Institut für Philosophie der Humboldt-Universität zu Berlin. 2014 verlieh ihm die Universität Triest die Ehrendoktorwürde.

Im Wintertrimester 2004/05 nahm er eine Gastprofessur am California Institute of Technology, Division of the Humanities and Social Sciences, in den USA wahr.

Julian Nida-Rümelin ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Europäischen Akademie der Wissenschaften und der Akademie für Ethik in der Medizin in Göttingen. Bis 2016 war er Sprecher des Münchner Kompetenzzentrums Ethik und ist seither Kuratoriumsvorsitzender des Kompetenzzentrums. Seit 2008 ist er Mitinitiator und Sprecher des exekutiven Master-Studiengangs Philosophie-Politik-Wirtschaft (PPW) an der LMU. Zudem wurde JNR 2017 von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle zum Sprecher des Arbeitskreises Kultur der Themenplattform „Digitalisierung in Bildung, Wissenschaft und Kultur“ des Zentrums Digitalisierung.Bayern berufen.

2004 wurde Nida-Rümelin vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit der Plakette „Dem Förderer des deutschen Buches“ für seine Initiative geehrt, eine gesetzliche Buchpreisbindung nach französischem Muster in Deutschland zu etablieren.[1]

2016 erhielt er die Europa-Medaille für besondere Verdienste um Bayern in einem Vereinten Europa von der Bayerischen Staatsministerin für Europaangelegenheiten und regionale Beziehungen.

Nida-Rümelin ist ordentliches Mitglied der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des Politischen Denkens (DGEPD) und ist stellvertretender Vorsitzender des Vorstands des Kulturforums der Sozialdemokratie mit den Themenschwerpunkten Politische Philosophie, sowie kulturgeschichtliche und kulturpolitische Programmatik.[2] Er ist außerdem Mitglied im Kuratorium des 2006 eröffneten Jüdischen Zentrums München.

Im Juni 2007 erhielt er die Auszeichnung als Scientist in Residence der Universität Duisburg-Essen,[3] zudem war er im selben Jahr Fellow des Kollegs Friedrich Nietzsche.[4]

Nida-Rümelin war von 2009 bis 2011 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Philosophie und veranstaltete in dieser Funktion im September 2011 den Kongress „Welt der Gründe“ an der LMU mit über 400 Vorträgen und 2700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Zum ersten Mal wurde dabei die Philosophie mit Veranstaltungen in Museen, Kulturzentren und Schulen in die Stadt getragen.[5]

2010 kandidierte Nida-Rümelin bei der Wahl des Präsidenten der LMU München gegen den Amtsinhaber Bernd Huber, um ein Signal gegen die in seinen Augen misslungene Bolognareform zu geben.[6] Während die Dekane sich für Huber ausgesprochen hatten, stimmte die Studentenvertretung (StuVe) Ende April „mit überwältigender Mehrheit“ für Nida-Rümelin:[7] 127 Fachschaftsvertreter stimmten für ihn als kommenden Präsidenten, für Amtsinhaber Bernd Huber hingegen lediglich 16.[8] Bei der Wahl am 1. Juni 2010 unterlag Nida-Rümelin mit einer gegen 15 Stimmen.

Philosophie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Auftrag der Zeitschrift Cicero ermittelte eine Studie im September 2008 und 2013, welche Wissenschaftler und Intellektuelle Deutungsmacht beanspruchen können, weil sie am häufigsten in Leitmedien und wissenschaftlichen Publikationen zitiert werden. In beiden Jahren belegt Julian Nida-Rümelin im Bereich Philosophie den 3. Platz nach Jürgen Habermas und Peter Sloterdijk.

Julian Nida-Rümelin befasst sich in erster Linie mit der Praktischen Philosophie, die sich in die Bereiche Handlungs- und Rationalitätstheorie, sowie Ethik, Sozial-, Staats- und Rechtsphilosophie gliedert. Seine Hauptforschungsgebiete sind Rationalität, Ethik, Politische Philosophie und Angewandte Ethik, mit gelegentlichen Ausflügen in die Wissenschafts- und Erkenntnistheorie.

In seiner Dissertation untersuchte er mit Mitteln der Entscheidungstheorie – durchaus auch unter deren kritischem Einsatz − das Verhältnis von Rationalität und Moralität. Wichtige darin behandelte Fragen sind: Was heißt rational handeln? Welche Möglichkeiten bietet die zeitgenössische Entscheidungs- und Spieltheorie zur Klärung normativer Probleme? Sind konsequenzialistische Handlungsmodelle zur Analyse moralischen Verhaltens geeignet? Nida-Rümelin verneint letzteres. Die Dissertation Entscheidungstheorie und Ethik wurde 2005 zusammen mit einigen weiteren englischsprachigen Schriften erneut publiziert.

Von 2004 bis März 2009 lehrte Nida-Rümelin am Seminar für Wissenschaftstheorie, Logik und Grundlagenforschung und am Geschwister-Scholl-Institut Politische Philosophie. Seit April 2009 ist er Professor für Philosophie und politische Theorie am Philosophischen Seminar der Ludwig Maximilians Universität. Eine Brücke zwischen Philosophie und Politikwissenschaft ist für ihn die sogenannte Collective Choice Theory, ein besonderer Zweig der Entscheidungstheorie, die seit dem bahnbrechenden Werk von Kenneth Arrow 1963 eine Subdisziplin der Entscheidungstheorie geworden ist. Er veröffentlichte 1994 zusammen mit Lucian Kern das Buch Logik kollektiver Entscheidungen, in dem er Arrows Ansatz bestätigt und ausbaut. 1993 erschien seine Habilitationsschrift Kritik des Konsequenzialismus, die sich gegen die Aussage „Vernünftigerweise tut man das, was die besten Folgen hat“ richtet. Nida-Rümelin kritisiert darin die übliche Fassung der Rational Choice Theory mit Argumenten, die aus den Dilemmata der Theorie selbst entspringen, und zeigt, dass sie nicht in der Lage ist, die Phänomene der moralischen Verpflichtung und Berechtigung zu erschließen. In seiner Antrittsvorlesung an der LMU München 2004 hat er programmatisch ausgeführt, die drei klassischen normativen Disziplinen des Aristoteles – Ökonomik, Ethik und Politik – wieder zu einer neuen Einheit bringen zu wollen.

Nida-Rümelin wandte sich auch dem Feld der Angewandten Ethik zu, also den Bereichen der Ethik des Technischen Handelns, der Umweltethik und der Medizinischen Ethik, und veröffentlichte hierzu das Handbuch Angewandte Ethik und den stw Band Ethische Essays (Teil III), sowie 2017 die Monographie Über Grenzen Denken. Eine Ethik der Migration.

In seinem 2006 erschienenen Buch Demokratie und Wahrheit tritt er der Wahrheitsskepsis in Bezug auf das politische Geschehen entgegen und widerspricht damit der Carl Schmitt’schen Schule und dem sogenannten Politischen Dezisionismus.

Verortung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nida-Rümelins praktische Philosophie gründet auf seiner Theorie der strukturellen Rationalität. Als eine Alternativkonzeption zum Konsequentialismus leistet diese Theorie die Integration eines komplexen Geflechts von praktischen Gründen. Die strukturelle Rationalität vermeidet eine Dichotomie zwischen moralischer und außermoralischer Rationalität, wie es für Kantianische Ansätze typisch ist. Wohingegen für Kant das Befolgen von Regeln moralische Verantwortung konstituiert, verallgemeinert die Theorie der strukturellen Rationalität den Begriff der moralischen Handlung. Demnach besteht Rationalität darin, die situierte oder punktuelle Optimierung in eine weitere Verantwortungsstruktur einzubetten. Die von Kant postulierte enge Verbindung zwischen Moralität und Rationalität wird ein Aspekt eines allumfassenden Ansatzes des Handelns, der sich in eine Verantwortungsstruktur einlässt. Die Praxis Gründe auszutauschen, oder wie Nida-Rümelin gerne schreibt die Praxis des Gründe-Gebens-und-Nehmens, zielt auf beides ab, eine kohärente Struktur innerhalb einer Person und zwischen verschiedenen Personen. Dank der Ablehnung der Dichotomie von moralischen und außermoralischen Gründen, kann die strukturelle Rationalität Gebrauch machen von den Konzepten der Entscheidungs- und Spiel- Theorie, um wesentliche Aspekte der praktischen Kohärenz zu erläutern. Die von Neumann/Morgenstern-Postulate, zum Beispiel, werden als Regeln der praktischen Kohärenz interpretiert und nicht als Axiome einer konsequentialistischen Optimierung. Die Nützlichkeitsfunktion wird eine bloße Repräsentation der kohärenten Präferenzen und somit kann die Maximierung der erwarteten Nützlichkeit nicht mehr als Optimierung der Handlungsfolgen interpretiert werden. Dadurch wird der Ausdruck „Nützlichkeit“ irreführend und sollte durch „subjektive Wertung“ ersetzt werden. Kennzeichnend für die strukturelle Rationalität ist, dass ihr deontologischer Charakter durchweg kompatibel ist mit dem konzeptuellen Rahmen der Entscheidungs- und Spiel- Theorie. Obwohl diese Vereinbarkeit überraschend klingend mag, ist sie lediglich einer logisch stringenten Interpretation des Nützlichkeitstheorems und anderen Theoremen der Spieltheorie geschuldet. Die herkömmliche ökonomische Lesart ist nur eine unter vielen und darüber hinaus nicht zu vereinbaren mit den meisten praktischen Gründen, die wir im Alltag als unentbehrlich einstufen. Die Theorie der strukturellen Rationalität, dahingegen, kann dieses alltägliche Geben und Nehmen von Gründen repräsentieren und dient somit als Analysewerkzeug.

Aus der Sicht der strukturellen Rationalität behandelt Nida-Rümelin die Beziehung zwischen Philosophie und Lebenswelt bzw. Lebensform. Seine Position ist durch Wittgensteins Spätphilosophie inspiriert. Im Gegensatz zu dieser, hebt Nida-Rümelin die Einheit der Praxis hervor, d.h. die Einheit der handelnden Person mit ihren gesellschaftlichen Interaktionen. Als Ausgangspunkt dient die Beobachtung, dass Individuen nach Kohärenz bezüglich ihrer Überzeugungen, andersweitigen epistemischen Einstellungen, Handlungen und emotiven Einstellungen streben. Jede Inkohärenz kann kritisiert werden und ist daher ein Anstoßpunkt für die Philosophie im Allgemeinen und besonders für die ethische Theorie. Die philosophische Theorie sollte also darauf achten, das Gemeinsame der menschlichen Praxis, nämlich das Gründe-Geben-und-Nehmen, nicht zu verlassen. Denn diese Theorie kann die Gründe der menschlichen Praxis nicht neu erfinden. Es können keine Prinzipien postuliert werden, von denen moralische Pflichten abgeleitet werden. Ethische Prinzipien können nur Systematisierungen einer gegebenen Praxis des Begründens sein. Im Konflikt mit dem Rationalismus, positioniert sich Nida-Rümelin hier klar auf der Seite des Pragmatismus.[9]

Nida-Rümelin's praktische Philosophie ist ein Humanismus, der von der conditio humana, verstanden als die kulturübergreifend invarianten Elemente des Menschseins über die Zeit hinweg, ausgeht. Der Humanismus hat sowohl eine anthropologische als auch eine ethische Dimension. Die anthropologische Dimension zeigt sich in normativen Konzepten wie (strukturelle) Rationalität, Freiheit und Verantwortung. Humanisten denken, dass die Fähigkeit, angeleitet von der Vernunft, Überzeugungen und Gefühle zu haben, sowie zu handeln wesentlich ist, um die menschliche Bedingung zu verstehen. Das impliziert aber noch nicht eine humanistische Ethik. Das menschliche Handeln und Verantwortlichsein bedarf der Fähigkeit Gründe, mitunter auch gegeneinander, abzuwägen und aufgrund des Resultats der Abwägung zu handeln. Jedoch gewährleistet dies noch kein moralisch akzeptiertes Handeln. Selbst ein Nazi-Offizier in einem Konzentrationslager könnte handeln auf Grundlage einer Abwägung von Gründen. Daher muss eine humanistische Ethik noch unterscheiden zwischen guten und schlechten Gründen, guten und schlechten Formen des Begründens, sowie guten und schlechten Formen von emotiven Einstellungen. Jemanden zu hassen, weil ebenjener ein anderes Leben führt ist irrational, wie man am Hass gegenüber Homosexuellen in einer mehrheitlich heterosexuellen Gemeinschaft sehen kann. Ebenso irrational ist ein Hass gegenüber einer Gruppe von Personen wegen deren Hautfarbe. Der Ansatz der strukturellen Rationalität ist insofern optimistisch, wie angenommen wird, dass erläuternde Gründe, die nach intra- und inter- persönlicher Kohärenz streben, schlechte Gründe eliminieren können, seien es praktische, theoretische, oder emotive Gründe. Daher ist die Beziehung zwischen dem anthropologischen und ethischen Humanismus nicht deduktiv, sondern pragmatisch. Diejenigen, die den anthropologischen Humanismus ernst nehmen, neigen dazu, ein humanistisches Ethos anzunehmen, wohingegen diejenigen, die humanistische Prinzipien der Verantwortung ablehnen, dazu tendieren, gegen den anthropologischen Humanismus zu kämpfen. Dieser Kampf drückt sich in verschiedenen Formen aus, wie Sozialdarwinismus, Rassismus, reduktionistischer Naturalismus, chauvinistischer Nationalismus, diskriminierender Sexismus, und andere Formen des Anti-Humanismus. Aus der strukturellen Analyse der Praxis des Gründe-Gebens-und-Nehmens, die nach Kohärenz strebt, entwickelte Nida-Rümelin also eine humanistische Semantik, die es erlaubt anti-humanistische Gründe zu eliminieren.

Nida-Rümelin verteidigt einen grundlegenden, nicht-ontologischen und nicht-metaphysischen Realismus gegen den Instrumentalismus und Positivismus in der Wissenschaftstheorie, sowie gegen den Post-Modernismus in den Geisteswissenschaften und den Sozialwissenschaften. Es handelt sich um einen Realismus in dem Sinne, dass wir tatsächlich in unserem Alltag Gründe austauschen. Diese Lebensform ist real und kein bloß metaphysisches Postulat. Diese Praxis erfordert und fördert Fakten, die Individuen entdecken, indem sie Argumente für und wider gewisse Thesen entwickeln. Dieser Realismus ist unweigerlich Teil unserer Art zu leben, was es implausibel macht anzunehmen, dass die Wissenschaften auf eine anti-realistische Weise verstanden werden können. Letzteres müssen aber Instrumentalisten, Konstruktivisten und Post-Modernisten annehmen. Es ist die Kontinuität zwischen unserer alltäglichen Lebensform und der Wissenschaft, die für die Existenz von Fakten, Tatsachen und Sachverhalten spricht. Diese sind nicht konstituiert durch Überzeugungen, weder individuell-solipsistische, noch kollektiv-kulturelle, oder gar durch Gemeinschaftsüberzeugungen eines idealen Diskurs, wie man es in Jürgen Habermas' Werk oder in Hilary Putnams sogenannten internal realism finden kann, der trotz des Namens ein verkappter Idealismus ist.[10]

Naturalismus ist derzeit die dominierende metaphysische Anschauung in den Naturwissenschaften und weiten Teilen der Sozialwissenschaften. Sogar in den Geisteswissenschaften findet der Naturalismus großen Zuspruch, manchmal in Verbindung mit dem Post-Modernismus. Nida-Rümelin zeigt, dass dieser explizite oder implizite Naturalismus nicht aufrechterhalten werden kann. Die meisten seiner Argumente gegen den Naturalismus sind pragmatistisch: er nimmt das menschliche Handeln als gegeben an und zeigt, dass dessen Komponenten unvereinbar mit dem Naturalismus sind. Es gibt keine plausible naturalistische Interpretation von Vernunft, Freiheit, und Verantwortung. Nida-Rümelin präsentierte seine Argumente in einer Buchtriologie: das erste handelt von der praktischen Vernunft (2001), das zweite von Freiheit (2005), und das dritte von Verantwortung (2011).[11] Praktische Vernunft, epistemische und praktische Freiheit, sowie epistemische, praktische und emotive Verantwortung werden als drei Aspekte desselben Phänomens angesehen, nämlich das Phänomen durch Gründe affiziert zu sein. Dies bedeutet nicht, dass die Kette der Begründung nicht zu einem Ende kommt. Im Gegenteil, hier ist Nida-Rümelin wieder nah bei Wittgenstein, indem er behauptet, dass jedes Begründen letztlich in den unbestreitbaren Elementen unserer geteilten Lebensform endet. Es ist irrational alles zu bezweifeln, oder wie Wittgenstein es fassen könnte, es gibt Dinge, die ein verständiger Mensch nicht in Zweifel ziehen wird.[12] Begründungen sind handlungsrelevant. Dies zu bezweifeln würde bedeuten, dass Menschen ihre conditio humana transzendieren könnten. Wie Peter Strawson in seinem einflussreichen Artikel „Freedom and Resentment“ argumentierte, bedeutet vernünftig sein, dass Individuen nicht nur von Faktoren abhängen, die sich ihrer Kontrolle entziehen.[13] Was Individuen als richtig erachten ist relevant für ihr Handeln. Es kann keine Form der naturalistischen Determinierung geben, die jedes freie Denken und Begründen ausschließt. Nida-Rümelin liest das Argument gegen die Reduktion der Logik auf die Psychologie (Frege, Husserl) als ein Argument für die graduelle Autonomie der Vernunft. Wenn Individuen logisch schließen, befolgen sie logische Regeln, die nicht mit psychologischen oder neurophysiologischen Daten identifiziert werden können. Zudem, meint er die Einsichten von Alonzo Church und Kurt Gödel aus den 1930ern bezüglich der Nicht-Berechenbarkeit würden zeigen, dass menschliches Denken und Begründen nicht nur algorithmischer Natur sein kann.[14] Insofern eine naturalistische Position kausale Prozesse als algorithmisch auffasst, kann Denken nicht naturalisiert werden. Deswegen schließt Nida-Rümelins Humanismus einen deduktionistischen Naturalismus aus.[15]

Stellungnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julian Nida-Rümelin (links), Thomas Meyer (Mitte) und Volker Gerhardt (rechts) bei einer Diskussion auf der Frankfurter Buchmesse 2009

Nida-Rümelin äußerte sich kritisch zum religiösen Fundamentalismus. Selbst betrachtet er sich als Humanist. Die Aufklärung müsse auch normativ eine ethische Orientierung bieten. Auch außerhalb religiöser Bindungen muss die Möglichkeit zum Haltgeben bestehen. Die Aufklärung habe hier in jüngster Zeit zu wenig geleistet und so zu einer Verstärkung von Religionssehnsucht beigetragen. Durch die US-Bewegung der Evangelikalen werde mit dem Kreationismus eine Pseudowissenschaft geschaffen, die echte Wissenschaft mehr und mehr bedrohe.

Nida-Rümelin zeigt auf, dass es historisch falsch sei, die Moral als durch Religion entstanden anzusehen. Im Zuge der Diskussion um den Ethikunterricht kritisierte Nida-Rümelin den alleinigen Anspruch von Religionsgruppen auf Moral. Auch Agnostiker könnten moralisch sein. Ethische Schriften, etwa von Seneca, zeigten, dass feste Werte ohne die Berufung auf einen Gott möglich seien. Nida-Rümelins Werk Humanismus als Leitkultur. Ein Perspektivenwechsel (2006) bezieht sich auf den normativen Grundkonsens einer humanen und offenen Gesellschaft.

Nida-Rümelin bezieht entschieden Stellung in der durch Hirnforscher wie Wolf Singer und Gerhard Roth ausgelösten öffentlichen Debatte über Freiheit und Selbstverantwortung. Unter anderem auf dem Kongress Neuro2004: Hirnforschung für die Zukunft[16] verteidigte er die Fähigkeit zu rational begründetem Handeln und die ihr zugrundeliegende Wahl- und Entscheidungsfreiheit, indem er dafür eintritt, dass die lebensweltliche Erfahrung der Freiheit des Handelns zwar gelegentlich vernebelt ist und gelegentlich auch ein Irrtum, aber grundsätzlich nicht so etwas wie ein großer Schein oder eine große Illusion ist.[17] In seinem 2005 erschienenen Buch Über menschliche Freiheit definiert Nida-Rümelin Freiheit als Unterbestimmtheit von Gründen, etwas zu glauben oder etwas zu tun. Damit wird ein enger Zusammenhang von Freiheit, Rationalität und Verantwortung hergestellt. Die in fünf Essays entwickelte Position kann als eine humanistische Antwort auf einen verbreiteten Naturalismus und Materialismus in der zeitgenössischen Philosophie und Neurowissenschaft gelesen werden.

Seit 2006 hat sich Nida-Rümelin kritisch zum Bologna-Prozess geäußert, sowie zur Reorganisierung und Nivellierung der Bildungspraxis. Er plädiert für eine „Reform der Reform“[18] und eine Rückbesinnung auf die Stärken der europäischen Universitätstradition. Zur Problematik der Studienstrukturreform hat er mehrmals ausführlich Stellung genommen (Interview mit dem Goethe-Institut).[19]

2013 veröffentlichte Nida-Rümelin eine Philosophie einer humanen Bildung in der er dafür plädierte, den Zusammenhang zwischen Philosophie und Pädagogik wiederherzustellen und die humanistische Bildungstradition seit der Antike zu erneuern. In diesem Zusammenhang steht eine heftige Kontroverse, die ein Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung[20] auslöste, in dem sich Nida-Rümelin gegen den Trend einer immer weitergehenden Akademisierung („Akademisierungswahn“) stellte. In dieser Kontroverse geht es nicht lediglich um die Zahl der Studierenden, sondern vor allem um die Rolle der nicht-akademischen beruflichen Bildung (duales System) in Deutschland. Die Konfliktlinien verlaufen dabei nicht zwischen links und rechts, sondern innerhalb der Parteien und Verbände. So stellte sich die Industrie- und Handelskammer sowie zahlreiche Unternehmensführer, aber auch Vertreter der Gewerkschaften und Politik hinter diese These,[21] während Teile der Wirtschaft und Gewerkschaften dagegen opponierten. Die OECD lobte unterdessen das duale System in Deutschland und relativierte ihre Forderung nach einer deutlichen Anhebung der Akademikerquote nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz, angesichts dessen, dass gerade in diesen Ländern die Jugendarbeitslosigkeit besonders niedrig ist.[22] Weiter ausgeführt hat Nida-Rümelin den Komplex in einem 2014 erschienen Büchlein Der Akademisierungswahn – Zur Krise beruflicher und akademischer Bildung.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (1993) Kritik des Konsequentialismus. Oldenbourg, München (Studienausgabe 1995)
  • (1994) mit L. Kern: Logik kollektiver Entscheidungen. Oldenbourg, München
  • (1997) Economic Rationality and Practical Reason. Kluwer, Dordrecht
  • (1999) Demokratie als Kooperation. Suhrkamp, Frankfurt
  • (2000) mit Th. Schmidt: Rationalität in der praktischen Philosophie. Akademie Verlag, Berlin
  • (2001) Strukturelle Rationalität. Ein philosophischer Essay über praktische Vernunft. Reclam, Stuttgart (UB 18150)
  • (2002) Ethische Essays. Suhrkamp, Frankfurt
  • (2005) Entscheidungstheorie und Ethik / Decision Theory and Ethics. Utz, München
  • (2005) Über menschliche Freiheit. Reclam, Stuttgart (UB 18365)
  • (2006) Humanismus als Leitkultur. Ein Perspektivenwechsel. Beck, München
  • (2006) Demokratie und Wahrheit. Beck, München
  • (2009) Philosophie und Lebensform Suhrkamp, Frankfurt Main
  • (2011) Verantwortung Reclams Universal-Bibliothek, Stuttgart. (UB 18829)
  • (2011) Die Optimierungsfalle. Philosophie einer humanen Ökonomie, Irisiana Verlag, München, ISBN 978-3-424-15078-0.
  • (2012) Der Sokrates Club. Philosophische Gespräche mit Kindern, Knaus Verlag, München, ISBN 978-3-8135-0464-4.
  • (2013) Philosophie einer humanen Bildung. Edition Körber-Stiftung, Hamburg, ISBN 978-3-89684-096-7.
  • (2014) Der Akademisierungswahn – Zur Krise beruflicher und akademischer Bildung. Edition Körber-Stiftung, Hamburg, ISBN 978-3-89684-161-2.
  • (2015) mit Klaus Zierer: Auf dem Weg in eine neue deutsche Bildungskatastrophe. Herder, Freiburg/Br., ISBN 978-3-45131288-5.
  • (2016) Humanistische Reflexionen (= suhrkamp taschenbuch Wissenschaft 2180), Suhrkamp, Frankfurt am Main, ISBN 978-3-518-29780-3.
  • (2017) Über Grenzen denken: Eine Ethik der Migration. edition Körber-Stiftung, Hamburg, ISBN 978-3-89684-195-7.

Herausgeberschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (1988) mit Franco Volpi: Lexikon der Philosophischen Werke. Kröner, Stuttgart; russ. 1997, ital. 2000
  • (1991) Philosophie der Gegenwart in Einzeldarstellungen. Von Adorno bis von Wright. Kröner, Stuttgart 1999
  • (1994) Praktische Rationalität. Grundlagenprobleme und ethische Anwendungen des rational-choice-Paradigmas. de Gruyter, Berlin
  • (1995) mit Dietmar von der Pfordten: Ökologische Ethik und Rechtstheorie. Nomos, Baden-Baden 2002
  • (1996) Angewandte Ethik. Die Bereichsethiken und ihre theoretische Fundierung. Kröner, Stuttgart
  • (1998) mit Wilhelm Vossenkuhl: Ethische und Politische Freiheit. de Gruyter, Berlin
  • (1998) mit Monika Betzler: Ästhetik und Kunstphilosophie. Von der Antike bis zur Gegenwart in Einzeldarstellungen. Kröner, Stuttgart
  • (2000) Rationalität, Realismus, Revision. Vorträge des 3. internationalen Kongresses der Gesellschaft für Analytische Philosophie vom 15. bis zum 18. September 1997 in München. de Gruyter, Berlin
  • (2000) mit Wolfgang Spohn: Rationality, Rules, and Structure. Kluwer, Dordrecht. Philosophie und Politik V – Für eine Politik der Würde (zus. m. Wolfgang Thierse); mit Beiträgen von Avishai Margalit, Michael Naumann, Birgit Mahnkopf, Gert Weisskirchen und Julian Nida-Rümelin. Essen: Klartext Verlag 2001 (131 S.)
  • (2002) mit Wolfgang Thierse: Philosophie und Politik VI – Für eine aristotelische Sozialdemokratie; mit Beiträgen von Martha C. Nussbaum, Heidemarie Wieczorek-Zeul, Peter Bieri, Volker Gerhardt und Herbert Schnädelbach. Essen: Klartext-Verlag 2002 (96 S.)
  • (2005) mit Wolfgang Thierse: Thomas M. Scanlon. Political Equality-Politische Gleichheit, Kultur in der Diskussion, Band 12, Essen
  • (2005) Angewandte Ethik. Die Bereichsethiken und ihre theoretische Fundierung. Ein Handbuch, 2., aktualisierte Auflage, Stuttgart (933 S.)
  • (2006) „Wunschmaschine Wissenschaft“, Edition Körber-Stiftung, Hamburg (283 S.)
  • (2007) mit Werner Weidenfeld: Europäische Identität: Voraussetzungen und Strategien, Baden-Baden, Nomos, (255 S.)
  • (2007) Philosophie der Gegenwart (mit Elif Özmen), 3. neubearbeitete und aktualisierte Auflage, Kröner, Stuttgart
  • (2007) mit Elif Özmen: Klassiker der Philosophie des 20. Jahrhunderts, Kröner TB, Stuttgart
  • (2007) Naturgeschichte der Freiheit, De Gruyter, Berlin (Band 1 aus der Buchreihe Humanprojekt herausgegeben von Detlef Ganten, Volker Gerhardt und Julian Nida-Rümelin)
  • (2008) Was ist der Mensch?, De Gruyter, Berlin (Band 3 aus der Buchreihe Humanprojekt herausgegeben von Detlef Ganten, Volker Gerhardt und Julian Nida-Rümelin)
  • (2008) Funktionen des Bewusstsein, De Gruyter, Berlin (Band 2 aus der Buchreihe Humanprojekt herausgegeben von Detlef Ganten, Volker Gerhardt und Julian Nida-Rümelin)
  • (2011) Die Gegenwart der Utopie. Zeitkritik und Denkwende (mit Klaus Kufeld), Karl Alber Verlag
  • (2011) Original und Fälschung. Aus der Reihe: Kunst und Philosophie. (zus. mit Jakob Steinbrenner), München: Hatje Cantz
  • (2011) Kunst und Philosophie: Fotografie zwischen Dokumentation und Inszenierung. Aus der Reihe: Kunst und Philosophie. (zus. mit Jakob Steinbrenner), München: Hatje Cantz
  • (2011) Kunst und Philosophie: Kunstvermittlung in den Medien Aus der Reihe: Kunst und Philosophie. (zus. mit Jakob Steinbrenner), München: Hatje Cant
  • (2011) Susan Neiman. Moralische Klarheit für erwachsene Idealisten (zus. mit Wolfgang Thierse, Olaf Scholz und Volker Gerhardt), Essen: Klartext Verlag
  • (2012) Vernunft und Freiheit. Zur praktischen Philosophie von Julian Nida-Rümelin (zus. mit Detlev Ganten, Volker Gerhardt, Jan-Christoph Heilinger), aus der Reihe: Humanprojekt. Interdisziplinäre Anthropologie, Berlin: De Gruyter
  • (2014) „On the concept of responsibility“, in: Battaglia/Mukerji/Nida-Rümelin (Hrsg.), Rethinking Responsibility in Science and Technology, Pisa University Press, 2014, S. 13-[null 24][i1]
  • (2015) Handbuch Philosophie und Ethik, Band 1: Didaktik und Methodik, Paderborn: Verlag Ferdinand Schöningh, 2015
  • (2015) Handbuch Philosophie und Ethik, Band 2: Disziplinen und Themen, Paderborn: Verlag Ferdinand Schöningh, 2015
  • (2017) Handbuch Philosophie und Ethik, Band 1: Didaktik und Methodik, Paderborn: Verlag Ferdinand Schöningh, 2., durchgesehene Auflage
  • (2017) Handbuch Philosophie und Ethik, Band 2: Disziplinen und Themen, Paderborn: Verlag Ferdinand Schöningh, 2., durchgesehen Auflage ---- [i1]kein Worddoc

Buchreihen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Scientia Nova“ Oldenbourg seit 1997.
  • mit Georg Meggle: Perspektiven der Analytischen Philosophie de Gruyter, Berlin, seit 2000 bei mentis, Paderborn
  • Theory and Decision Library – Series A: Philosophy and Methodology of the Social Sciences Kluwer Academic Publ. (General Editor). Seit 2003
  • mit Detlev Ganten, Volker Gerhardt und Jan-Christoph Heilinger: Humanprojekt. Interdisziplinäre Anthropologie de Gruyter, Berlin/New York. Seit 2007

Würdigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Habermas würdigte Nida-Rümelins Doppelrolle zwischen Philosophie und Politik:[23]

„Heute lässt sich ein politisches Engagement von Philosophen in vier verschiedenen sozialen Rollen beobachten. Den bekannten Rollen des Politikberaters und des Intellektuellen stehen die weniger üblichen Rollen des Moderators zwischen Philosophie und Politik und des zeitweise am politischen Betrieb teilnehmenden Philosophen gegenüber. Außer Julian Nida-Rümelin kenne ich heute keinen Philosophen, der neben seinem akademischen Beruf alle vier dieser politikaffinen Rollen erfolgreich ausübt.“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Julian Nida-Rümelin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. München: «Förderer des Buches» – Nida-Rümelin und Verleger Krüger geehrt. In: nmz – neue musikzeitung. Abgerufen am 19. Dezember 2013.
  2. Kulturforum der Sozialdemokratie – Vorstand, abgerufen am 30. Juni 2013
  3. SCIENTIST IN RESIDENCE 2007. In: Uni Duisburg-Essen. Abgerufen am 13. Januar 2009.
  4. http://www.klassik-stiftung.de/index.php?id=601
  5. Philosoph/-innen in der Stadt. XXII. Deutscher Kongress für Philosophie. In: DGPhil. Abgerufen am 19. Dezember 2013.
  6. Wer wird Präsident? In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 19. Dezember 2013.
  7. http://www.stuve.uni-muenchen.de/archiv/news_container/praesiwahl2010/index.html
  8. http://archiv.sueddeutsche.de/a5938B/3332346/Studenten-votieren-fuer-Nida-Ruemelin.html
  9. Nida-Rümelin, J., Philosophie und Lebensform, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2009.
  10. Nida-Rümelin, J, „Moralische Tatsachen.“ in Moralischer Realismus? Zur kohärentistischen Metaethik Julian Nida-Rümelins, hrsg. von von der Pfordten, Dietmar, 17–57. Münster: Mentis, 2015.
  11. Nida-Rümelin, J., Über menschliche Freiheit. Stuttgart: Reclam, 2005; Strukturelle Rationalität: Ein philosophischer Essay über praktische Vernunft. Stuttgart: Reclam, 2001; Verantwortung. Stuttgart: Reclam, 2011.
  12. Wittgenstein, On Certainty, Basil Blackwell, 1969.
  13. Strawson, P., Freedom and resentment and other essays. Routledge, 2008.
  14. Church, A., Die Untentscheidbarkeit der Prädikatenlogik, Journal of Symbolic Logic 1937; Gödel, K, „Über formal unentscheidbare Sätze der Principia Mathematica und verwandter Systeme I.“ Monatshefte für Mathematik und Physik 38, Nr. 1 (1931): 173-198.
  15. Nida-Rümelin, J, Humanistische Reflexionen, Berlin: Suhrkamp, 2016.
  16. Veranstaltet vom Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen; der Vortrag von Prof. Nida-Rümelin ist hier als Streaming anhör- und downloadbar, ausführliche Thesen sind hier online gestellt und als Nachwort mit Anmerkungen in dem Reclam-Buch Über menschliche Freiheit, 2005, S. 161–171, publiziert worden.
  17. Vgl. Wolfram Hogrebe: Was ist der Mensch? Wer ist der Mensch?
  18. Vgl. das Interview auf seiner Internetseite; sowie ein Interview mit der Wochenzeitung Die ZEIT vom 8. Mai 2013
  19. Vgl. seine Internetseite bzw. dort sowie das TAZ-Interview
  20. Vgl. Interview mit der FAS am 1. September 2013
  21. Vgl. Was ist dran am „Akademisierungswahn“?
  22. Vgl. Interview mit Andreas Schleicher, Vizedirektor der OECD im Deutschlandfunk am 3. September 2013
  23. Andrian Kreye: Philosophie der reinen Praxis. Julian Nida-Rümelins Doppelrolle als Gelehrter und Politiker war umstritten – Jürgen Habermas würdigt ihn mit Platon, in: Süddeutsche Zeitung, 29./30. November 2014, Nr. 275, ISSN 0174-4917, S. 21.