Julian Rachlin

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Julian Rachlin, 2011

Julian Rachlin (* 8. Dezember 1974 in Vilnius, Litauen) ist ein österreichischer Violinist, Bratschist und Dirigent.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julian Rachlin wurde 1974 in eine Wilnaer Musikerfamilie jüdischer Abstammung geboren, die 1978 nach Österreich emigrierte. Ab 1983 besuchte er das Konservatorium Wien und studierte dort Violine in der russischen bzw. sowjetischen Tradition bei Boris Kuschnir und erhielt daneben Privatunterricht bei Pinchas Zukerman. Sein erstes öffentliches Konzert gab er 1984. 1988 wurde ihm der „Eurovision Young Musician of the Year“-Preis verliehen, worauf eine Einladung zu einem Auftritt bei den Berliner Festspielen unter dem Dirigenten Lorin Maazel folgte. Unmittelbar darauf trat er mit den Wiener Philharmonikern unter dem Dirigenten Riccardo Muti auf -- als bis dahin jüngster Solist. Während seiner darauf folgenden Karriere arbeitete Rachlin mit diversen namhaften Dirigenten in Europa und den USA zusammen, beispielsweise Wladimir Aschkenasi, Bernard Haitink, James Levine, Zubin Mehta und André Previn. 2005 debütierte Rachlin mit den New Yorker Philharmonikern unter Lorin Maazel in der Carnegie Hall.

Neben solistischen Violinkonzerten widmete sich Rachlin auch der Kammermusik. Er musizierte mit Künstlern wie Martha Argerich, Itamar Golan, Natalja Gutman, Nobuko Imai, Gidon Kremer, Mischa Maisky, Mstislaw Rostropowitsch und Kirill Troussov. Bei der Premiere von Krzysztof Pendereckis „Sextett“ im Jahr 2000 spielte er unter anderem mit Mstislaw Rostropowitsch und Juri Baschmet. Noch im selben Jahr gründete Rachlin sein eigenes Musikfestival in Dubrovnik: „Julian Rachlin and Friends“, worüber 2012 der Dokumentarfilm Noseland entstand. Seit 2005 leitet er auch das Kammermusikfestival „Rachlin Presents“ im Kloster Pernegg, Niederösterreich.

Rachlins Aufnahmen der Violinkonzerte von Brahms, Sibelius, Tschaikowski und Schostakowitschs „Sonate für Viola und Klavier“ (Opus 147) fanden bei der Kritik beinahe durchgehend lobende Worte. Im Jahr 2000 erhielt Rachlin den renommierten Internationalen Preis der Accademia Musicale Chigiana Siena.

Er studierte Dirigieren bei seiner Mutter Sophie Rachlin, bei Mariss Jansons und Daniele Gatti. Er ist Erster Gastdirigent der Royal Northern Sinfonia, der Turku Philharmoniker und des Kristiansand Symphonieorchesters. Dirigierverpflichtungen führten, bzw. führen ihn, nach Birmingham, Chicago, München, Prag, Warschau und Japan.[1]

Seit September 1999 ist Julian Rachlin Professor am Konservatorium Wien.

Julian Rachlin spielt hauptsächlich die 1741 von Guarneri del Gesù gebaute Violine „ex Carrodus“, welche ihm die Österreichische Nationalbank leihweise zur Verfügung stellt. Beim 5. Sinfoniekonzert des Staatsorchesters Braunschweig in der Saison 2010/2011 dirigierte Rachlin Stücke von Hindemith, Mozart und Beethoven und agierte als Bratschist und Violinist. Dabei spielte er eine 1704 gebaute Violine von Antonio Stradivari.

Im April 2020 wurde er zum künstlerischen Leiter des Festivals Herbstgold in Eisenstadt ab 2021 bestellt.[2][3]

Julian Rachlin war mit der Violinistin Janine Jansen liiert. Im Sommer 2018 heiratete er in der Provence die Violinistin und Bratschistin Sarah McElravy.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Künstleragentur Dr. Raab & Dr. Böhm: Julian Rachlin, Violine | Dirigent, abgerufen am 12. Juli 2020
  2. Julian Rachlin neuer Herbstgold-Leiter. In: ORF.at. 17. Juni 2020, abgerufen am 17. Juni 2020.
  3. Stefan Jedlicka: Stargeiger Julian Rachlin übernimmt das Festival „Herbstgold“. In: Kurier.at. 17. Juni 2020, abgerufen am 17. Juni 2020.
  4. Kurier (Wien): Julian Rachlin ist im Himmel voller Geigen, 11. Juli 2018