Juliane Nagel

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Juliane Nagel (2019)

Juliane Rahel Nagel (* 19. September 1978 in Leipzig) ist eine deutsche Politikerin (Die Linke) und seit 2014 Mitglied des sächsischen Landtags.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Leipzig besuchte Juliane Nagel ein Gymnasium und legte dort 1997 ihr Abitur ab. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit studiert sie Politikwissenschaft an der Universität Leipzig.[1] Sie ist auch publizistisch tätig.[1] Nagel lebt in Leipzig.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1999 trat Nagel der PDS bei.[2] Sie war zunächst im linXXnet-Abgeordneten- und Projekte-Büro in Leipzig tätig. Nachdem Nagel 1999 erstmals in den Leipziger Stadtrat gewählt worden war, das Amt jedoch 2001 nach einer Alkoholfahrt aufgeben musste,[3] wurde sie 2009, 2014 und 2019 erneut in den Leipziger Stadtrat gewählt.[1] Bei den Kommunalwahlen 2014[4] und 2019[5] erhielt sie stadtweit die meisten Stimmen unter Kandidaten der Kommunalwahl. Nagel ist kinder- und jugendpolitische sowie migrationspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Sie war auch wissenschaftliche Mitarbeiterin der Europaabgeordneten Cornelia Ernst (Die Linke).

Nagel holte bei der Landtagswahl in Sachsen am 31. August 2014 im Wahlkreis 28 (Leipzig 2/Süd) mit 28,3 % (gegen Robert Clemen, CDU) das einzige Direktmandat für ihre Partei und zog damit in den Sächsischen Landtag ein. Sie ist Sprecherin für Migrations- und Flüchtlingspolitik sowie für Wohnungspolitik in der Linksfraktion im sächsischen Landtag. Sie ist zudem stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss und im Verfassungs- und Rechtsausschuss. Nagel gilt als „Sprachrohr und Netzwerkerin“ der linken Szene in Leipzig-Connewitz.[6] Auch bei der Landtagswahl in Sachsen am 1. September 2019 gelang es Nagel mit 27,4 % der Stimmen über das Direktmandat des Wahlkreises Leipzig 2 in den Sächsischen Landtag einzuziehen.[7][8]

1999 gründete Nagel mit anderen PDS-Mitgliedern das linXXnet-Büro in Leipzig-Connewitz.[9]

Juliane Nagel ist unter anderem Mitglied von verdi, im Radioverein Leipzig und der Roten Hilfe. Nagel war von 2009 bis 2014 Sprecherin des Aktionsnetzwerkes „Leipzig nimmt Platz“. 2013 erhielt sie für ihr vielfältiges Engagement gegen Neonazismus und Diskriminierung den Leipziger Friedenspreis[10][11] und den Lysistrata-Frauen-Friedens-Preis.[12]

Nagel geriet im Januar 2020 durch Äußerungen zu einem umstrittenen Polizeieinsatz[13] im Zuge von Auseinandersetzungen zum Jahreswechsel 2019/2020 im Leipziger Stadtteil Connewitz in die Kritik und wurde Ziel von Bedrohungen.[14] Obwohl sich später zeigte, dass diese Kritik auf einer einseitigen Darstellung der Ereignisse durch die Polizei basierte,[15] distanzierte sich Nagel teilweise von ihren Aussagen.[16][17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Juliane Nagel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Autobiografie auf ihrer Website
  2. Juliane Nagel. In: herzkampf.de. Abgerufen am 24. Oktober 2018.
  3. Anika Kreller: Juliane Nagel: Sie will: die Welt verändern. In: Die Zeit. 19. April 2015, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 16. April 2019]).
  4. [1]@1@2Vorlage:Toter Link/www.lvz-online.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Juliane Nagel (Linke) ist Leipzigs populärste Kommunalpolitikerin. Abgerufen am 5. Dezember 2019.
  6. SPIEGEL TV GmbH: Linksextreme in Leipzig | spiegel.tv. Abgerufen am 27. Mai 2019., Laufzeit 5:15
  7. WELT: Juliane Nagel holt erneut Direktmandat für Linke. 1. September 2019 (welt.de [abgerufen am 1. September 2019]).
  8. Landtagswahl in Sachsen 2019: Ergebnisse Wahlkreis Leipzig 2, wahl.tagesschau.de, abgerufen 2. September 2019
  9. Oliver D’Antonio: Zwischen Rathaus, Milieu und Netzwerk: Über die lokale Verankerung politischer Parteien, Wiesbaden 2014, S. 159f.
  10. Anika Kreller: Juliane Nagel: Ist diese Frau wirklich so gefährlich? zeit.de, 17. April 2015, abgerufen am 3. Januar 2020.
  11. Linken-Stadträtin Nagel erhält Friedenspreis – Angekündigte Proteste bleiben aus. In: lvz.de. 1. September 2013, abgerufen am 9. März 2016.
  12. Linke in Sachsen verleiht Friedenspreis. In: bild.de. 1. September 2013, abgerufen am 9. März 2016.
  13. Daniel Wüstenberg: Polizei Leipzig revidiert Darstellung zu verletztem Beamten – weitere Fragen offen. In: stern.de. 3. Januar 2020, abgerufen am 17. Januar 2020.
  14. LVZ/dpa: Linken-Politikerin Juliane Nagel will nach Drohungen Anzeige stellen. In: lvz.de. 18. Januar 2020, abgerufen am 18. Januar 2020.
  15. Viel, viel Polizei. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 16. Januar 2020.
  16. Linksradikalismus: "Man muss Gewalt im Kontext sehen". In: zeit.de. 15. Januar 2020, abgerufen am 17. Januar 2020.
  17. Lars Wienand, Jerome Baldowski: In Leipzig-Connewitz gab es weitere Bewusstlose. In: t-online.de. 12. Januar 2020, abgerufen am 17. Januar 2020.