Juliane Nagel

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Juliane Nagel 2016

Juliane Rahel Nagel (* 19. September 1978 in Leipzig) ist eine deutsche Politikerin (Die Linke) und Publizistin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Leipzig besuchte Juliane Nagel ein Gymnasium und legte dort 1997 ihr Abitur ab. 1999 trat sie der PDS bei. Sie war zunächst im linXXnet-Abgeordneten- und Projekte-Büro in Leipzig tätig. 2009 und 2014 wurde sie in den Leipziger Stadtrat gewählt.[1] Bei den Kommunalwahlen 2014 erhielt sie stadtweit die meisten Stimmen aller Kandidatinnen und Kandidaten zur Kommunalwahl.[2] Nagel ist kinder- und jugendpolitische sowie migrationspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Sie war auch wissenschaftliche Mitarbeiterin der Europaabgeordneten Cornelia Ernst (Die Linke). Nagel holte bei der Landtagswahl in Sachsen am 31. August 2014 im Wahlkreis 28 (Leipzig 2 / Süd) mit 28,3 % (gegen Robert Clemen, CDU) das einzige Direktmandat für ihre Partei und zog damit in den Sächsischen Landtag ein. Sie ist Sprecherin für Migrations- und Flüchtlingspolitik sowie für Datenschutz in der Linksfraktion im sächsischen Landtag. Sie ist zudem stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss und im Verfassungs- und Rechtsausschuss.

Sie ist auch publizistisch tätig. Neben ihrer beruflichen Tätigkeit studiert sie Politikwissenschaft an der Universität Leipzig.

1999 gründete Nagel mit anderen jungen Mitgliedern der PDS das linXXnet-Büro in Leipzig-Connewitz. Das linXXnet repräsentiert als "offenes Büro" einen neuen Typ von Abgeordnetenbüros und ist ein Raum und Verknüpfungspunkt für außerparlamentarische Bewegungen, Partei und interessierte Öffentlichkeit.[3]

Juliane Nagel ist unter anderem Mitglied von verdi, im Radioverein Leipzig und der Roten Hilfe. Nagel war 2009 bis 2014 Sprecherin des Aktionsnetzwerkes „Leipzig nimmt Platz“. 2013 erhielt sie für ihr vielfältiges Engagement gegen Neonazismus und Diskriminierung den Leipziger Friedenspreis[4][5] und den Lysistrata-Frauen-Friedens-Preis.[6]

Im Februar 2015 nahm die Staatsanwaltschaft Leipzig Ermittlungen gegen Nagel, Monika Lazar (Grüne) und drei weitere Personen auf. Als diese während einer Pressekonferenz zur Verhinderung einer Legida-Demonstration aufriefen, sollen sie nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft öffentlich zu Straftaten aufgefordert haben. Gegen Nagel soll Anklage erhoben werden, wozu ihre Immunität am 16. März 2016 durch den sächsischen Landtag aufgehoben wurde.[7] Außerdem wird gegen Nagel ermittelt, weil sie von einer Frau beschuldigt wird, eine Morddrohung ausgesprochen zu haben. Sie selbst hat die Anschuldigung bestritten und daraufhin eine Gegenanzeige gestellt.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Juliane Nagel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Autobiografie auf ihrer Homepage
  2. [1]
  3. linXXnet Leipzig - was ist das linXXnet?, 17. Dezember 2006
  4. Juliane Nagel: Ist diese Frau wirklich so gefährlich? In: zeit.de. 17. April 2015, abgerufen am 9. März 2016.
  5. Lvz-Online: Linken-Stadträtin Nagel erhält Friedenspreis - Angekündigte Proteste bleiben aus. In: lvz.de. 1. September 2013, abgerufen am 9. März 2016.
  6. Linke in Sachsen verleiht Friedenspreis. In: bild.de. 1. September 2013, abgerufen am 9. März 2016.
  7. Leipziger Volkszeitung. Ermittlungen wegen Blockade-Aufruf Landtag hebt Immunität von Linken-Politikerin Juliane Nagel auf. 16. März 2016
  8. Immunitätsaufhebung bei Juliane Nagel angestrebt (Memento vom 17. Januar 2016 im Internet Archive)