Juliane Rebentisch

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Juliane Rebentisch (* 1970 in Bonn) ist eine deutsche Philosophin und seit 2011 Professorin für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rebentisch studierte Philosophie und Germanistik an der Freien Universität Berlin. 2002 wurde sie mit einer Dissertation zum Thema Ästhetik der Installation. Theatralität, Intermedialität, Ortsspezifik an der Universität Potsdam promoviert. Die Habilitation erfolgte 2010 an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main mit der Arbeit Freiheit, Gleichheit, Unbestimmtheit. Das ethisch-politische Recht des Ästhetischen („venia legendi“ für das Fach Philosophie). Von 2002 bis 2003 war Rebentisch wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder, von 2003 bis 2009 in einem philosophischen Teilprojekt des DFG-Sonderforschungsbereichs „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“ (FU Berlin/Universität Potsdam). 2008 war Rebentisch Theodor Heuss-Lecturer an der New School for Social Research in New York. Von 2009 bis 2011 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Teilprojekt „Normativität und Freiheit“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Seit dem Wintersemester 2011 ist sie Professorin für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main, wo sie seit 2014 auch als Vizepräsidentin tätig ist.

Juliane Rebentisch ist seit 2014 Mitglied des Kollegiums am Frankfurter Institut für Sozialforschung und seit 2011 Mitherausgeberin von WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung (zusammen mit Sidonia Blättler, Axel Honneth, Ferdinand Sutterlüty). Sie ist Mitglied des Beirats der Zeitschriften Texte zur Kunst und der Zeitschrift für philosophische Literatur. Darüber hinaus ist Rebentisch Mitglied im Programmbeirat der vom Institut für Sozialforschung organisierten Vortragsreihe zum alle zwei Jahre stattfindenden interdisziplinären Festival „Frankfurter Positionen“ sowie Mitveranstalterin der „Theoriekantine“ (zusammen mit Maria Muhle, Ludger Schwarte, Dirk Setton). Die „Theoriekantine“ ist ein offenes Diskursformat, das in unregelmäßigen Abständen in der „Vierten Welt“ in Berlin-Kreuzberg stattfindet.

Von 2015 bis 2018 hatte Juliane Rebentisch das Amt der Präsidentin in der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik inne.

Rebentisch war mit dem Poptheoretiker Diedrich Diederichsen verheiratet.

Forschungsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rebentischs Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Ästhetik (unter anderen Theorien ästhetischer Erfahrung; Ästhetik der Moderne, Gegenwartskunst, Entgrenzung der Kunst und der Künste, Ästhetisierung der Lebenswelt, Kulturindustrie), der Ethik (unter anderen Ironie, Liebe, Selbstbestimmung, Willensschwäche) und der politischen Philosophie (unter anderen Freiheit, Demokratie, Masse und Multitude, Mittelmaß, Formen politischer Repräsentation).

Seit 2015 leitet Juliane Rebentisch – zusammen mit Felix Trautmann – das Forschungsprojekt Paradoxien der Gleichheit. Die Demokratie und ihre Kulturindustrie, das im Rahmen des von der Volkswagenstiftung finanzierten und am Frankfurter Institut für Sozialforschung durchgeführten Verbundprojekts Verhandlungsformen normativer Paradoxien.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herausgeberschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albrecht Wellmer, Sprachphilosophie. Eine Vorlesung. Zusammen mit Thomas Hoffmann, Ruth Sonderegger. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2004
  • Golden Years. Materialien und Positionen zur queeren Subkultur und Avantgarde zwischen 1959 und 1974. Zusammen mit Diedrich Diederichsen, Christine Frisinghelli, Christoph Gurk, Matthias Haase, Martin Saar, Ruth Sonderegger. Camera Austria, Graz 2006
  • Kunst – Fortschritt – Geschichte. Zusammen mit Christoph Menke. Kadmos, Berlin 2006
  • Axel Honneth: Gerechtigkeit und Gesellschaft. Potsdamer Seminar. Zusammen mit Christoph Menke. BWV, Berlin 2008
  • Schwerpunkt: „Willensschwäche – Epistemologie und Politik irrationalen Handelns.“ Zusammen mit Dirk Setton, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie 57/1 (2009), 13–117
  • Judith Butler, Krieg und Affekt, hg. und übers. von Judith Mohrmann, Juliane Rebentisch, Eva von Redecker, Berlin: diaphanes 2009
  • Kreation und Depression. Freiheit im gegenwärtigen Kapitalismus, hg. Christoph Menke, Juliane Rebentisch, Berlin: Kadmos 2010, Sonderedition 2012
  • Willkür. Freiheit und Gesetz II, hg. Juliane Rebentisch, Dirk Setton, Berlin: August 2011
  • Juzgar el arte contemporáneo. Simposio internacional/Judging Contemporary Art. International Symposium, hg. Juliane Rebentisch, Pamplona: Cátedra Jorge Oteiza/Fundació Mapfre 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Paradoxien der Gleichheit: Die Demokratie und ihre Kulturindustrie – IfS – Institut für Sozialforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität.
  2. Lessing-Preis für Juliane Rebentisch. In: Süddeutsche Zeitung vom 20. Dezember 2017, S. 14.