Julie Newmar

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Julie Newmar (2014)
Julie Newmar

Julie Newmar (* 16. August 1933 in Los Angeles, Kalifornien als Julia Chalene Newmeyer) ist eine US-amerikanische Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julie Newmar, die in ihrem Stammbaum u.a. schwedische, deutsche und walisische Vorfahren hat,[1] ist die Tochter von Prof. Donald Charles Newmeyer (1902–1992) und dessen Frau Helen (geb. Jesmer). Zu ihrer Kindheit gehörten u.a. Unterrichtsstunden in Ballett, Piano und Stimmbildung. Nach Abschluss ihrer schulischen Ausbildung an der John Marshall High School nahm sie das Studium an der UCLA auf, das sie nach dem erfolgreichen Besuch eines Castings abbrach, um als Schauspielerin zu arbeiten.[2] Im Alter von 15 Jahren war sie bereits Primaballerina an der Los Angeles Opera.[3]

In den 1970er Jahren zeigte sie Erfindergeist und meldete drei Patente für zwei Unterwäschestücke an: eine Strumpfhose[4][5] und einen Büstenhalter.[6]

Newmar, die nach eigenen Aussagen bis zu neun Heiratsanträge in einem Jahr erhalten hat, heiratete erst mit über 40 Jahren erstmals – einen sechs Jahre jüngeren Rechtsanwalt.[2] 1981 kam der gemeinsame Sohn mit dem Down-Syndrom und zwei nicht operablen Löchern im Herzen zur Welt, sechs Monate später folgte die Scheidung. Im Alter von zwei Jahren verlor ihr Sohn das Gehör aufgrund einer Meningitis und Newmar verließ das Schauspielgeschäft, um sich sowohl ihrem Sohn zu widmen als auch sich als Lehrerin für behinderte Kinder an einer Public School zu engagieren. Für die Finanzierung des Lebensunterhalts sorgte das Immobiliengeschäft, das ihre Mutter gegründet hatte.[7][8]

Zwischenzeitlich war Newmar die Muse von Thierry Mugler.[3] Zudem spielte sie 1992 in dem Musikvideo Too Funky mit, welches Mugler als Regisseur für George Michael drehte.[9] Im Jahr 2013 erhielt sie von der LGBT-Community eine Ehrung, genauer: von der Organisation Gay and Lesbian Elder Housing (GLEH) den Lifetime Achievement Award. Die Situation von LGBT-Menschen kennt Newmar dabei aus ihrer eigenen Familie, den ihr Bruder John (* 1940), ein Mediziner und Winzer mit Caltech- und Harvard-Abschlüssen, ist schwul.[3][10]

Newmar leidet seit ihrer Geburt an der neuromuskulären Erkrankung Morbus Charcot-Marie-Tooth. Allerdings zeigten sich die Symptome erst im hohen Alter wirklich deutlich.[11] Ende der 1990er Jahre initiierte einen zeitweiligen Bann von Laubsaugern in ihrer Heimatstadt.[12]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ganz zu Anfang war Newmar ein sogenanntes „Dance-in“, quasi das tänzerische Äquivalent eines Stunt Doubles.[13] Ihr Leinwanddebüt gab die Schauspielerin in einer kleinen Rolle in Elliott Nugents Musikkomödie Nur für Dich im Jahr 1952. Zum ersten Mal in einem Abspann wurde die Schauspielerin in Die Schlange vom Nil von 1954 erwähnt. In dieser Verfilmung der Geschichte von Marcus Antonius und Kleopatra, die Hauptrollen spielten Raymond Burr und Rhonda Fleming, trat Newmar als exotische Tänzerin auf. 1961 erhielt sie für ihre Rolle in Ehekarussell eine Nominierung für den Golden Globe Award als Beste Nachwuchsdarstellerin.

In der Folgezeit spielte Newmar zumeist Neben- und Gastrollen in Fernsehserien und Filmen. Mitte der 1960er Jahre trat die Schauspielerin als Catwoman in zwei Staffeln der Fernsehserie Batman auf. In der letzten Staffel von Batman wurde Newmar durch Eartha Kitt ersetzt, da sie mit den Dreharbeiten für den Western MacKenna’s Gold mit Gregory Peck und Omar Sharif beschäftigt war. In diesem Film hatte sie sogar eine kurze Nacktszene, dennoch war dem Werk kein Erfolg vergönnt. Weitere gemeinsame Filme hatte sie u.a. mit James Mason und Kirk Douglas.[14]

Der Titel des 1995 erschienenen Films To Wong Foo, thanks for Everything, Julie Newmar ist eine Hommage an die Schauspielerin, deren Foto mit ebendieser Widmung den Protagonisten des Films als Glücksbringer dient. In der letzten Szene des Films hat Julie Newmar einen kurzen Gastauftritt.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich ihrer Hochzeit 1977 merkte die Zeitschrift People kritisch an, sie sei seit 23 Jahren ein Starlet und überwiegend zu Rollen verurteilt, die von ihr weniger verlangten als jene Handtücher und knappe Kostüme, die ihr die letzten Reste an Anstand bewahrten (englisch She’s been a starlet for 23 years, condemned largely to a series of cheesecakey roles that demanded less of her than they did of the towels and skimpy costumes that preserved her last few shreds of modesty).[2]

Um ihren 80. Geburtstag herum wurde die vierteilige Mini-Comiceserie The Scret Life Of Julie Newmar veröffentlicht.[15]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1952: Nur für Dich (Just for You)
  • 1953: Die Schlange vom Nil (Serpent of the Nile)
  • 1953: Slaves of Babylon
  • 1953: The Band Wagon
  • 1954: Eine Braut für sieben Brüder (Seven Brides for Seven Brothers)
  • 1959: Li’l Abner
  • 1959: The Rookie
  • 1960: Ehekarussell (The Marriage-Go-Round)
  • 1963: Der Fuchs geht in die Falle (For Love or Money)
  • 1967: Star Trek – The Original Series: Im Namen des jungen Tiru (Friday’s Child)
  • 1969: MacKenna’s Gold (MacKenna’s Gold)
  • 1969: The Maltese Bippy
  • 1970: Up Your Teddy Bear
  • 1971: The Feminist and the Fuzz
  • 1972: A Very Missing Person
  • 1973: Fools, Females and Fun
  • 1973: Columbo: Doppelter Schlag (Double Shock)
  • 1975: The Black Box Murders
  • 1977: Terraces
  • 1980: Buck Rogers: Flug durch das Vortex Teil 1 und 2 (Flight of the War Witch) (Fernsehserie)
  • 1983: Ein Sprung in der Schüssel (Hysterical)
  • 1983: Hart aber herzlich: Die Killerlady und der Chauffeur (A Change of Hart) (Episode 4.19)
  • 1984: Ecstasy
  • 1984: Love Scenes
  • 1985: Evils of the Night
  • 1985: Streetwalkin’ – Auf den Straßen von Manhattan (Streetwalkin’)
  • 1987: Deep Space (Deep Space)
  • 1988: Dance Academy (Dance Academy)
  • 1989: Robo-Chic
  • 1990: Mein Geist will immer nur das Eine … (Ghosts Can’t Do It)
  • 1990: Nudity Required
  • 1994: Alien Desperados (Oblivion)
  • 1995: To Wong Foo, thanks for Everything, Julie Newmar
  • 1996: Galaxy Hunter (Backlash: Oblivion 2)
  • 2003: Return to the Batcave: The Misadventures of Adam and Burt
  • 2006: Immer wieder Jim Folge: Die lieben Nachbarn (The Grumpy Guy)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Julie Newmar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julie Newmar. In: Biography.com. Abgerufen am 21. November 2017 (englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Follers: Julie Newmar — Ethnicity of Celebs – What Nationality Ancestry Race. In: ethnicelebs.com. Abgerufen am 22. November 2017 (englisch).
  2. a b c Kent Demaret: At 42, Julie Newmar Takes Her First Husband, and a Texas Lawyer Gets His Own Living Doll - Vol. 8 No. 11. In: people.com. 12. September 1977, abgerufen am 21. November 2017 (englisch).
  3. a b c Chris Huqueriza: Julie Newmar, Original Catwoman, Receives LGBT Award – Celebrity – A&E – SFGN Articles. In: southfloridagaynews.com. 15. Januar 2013, abgerufen am 21. November 2017 (englisch).
  4. US3914799 (A) ― 1975-10-28. In: worldwide.espacenet.com. 28. Oktober 1975, abgerufen am 22. November 2017 (englisch).
  5. US4003094 (A) ― 1977-01-18. In: worldwide.espacenet.com. 18. Januar 1977, abgerufen am 22. November 2017 (englisch).
  6. US3935865 (A) ― 1976-02-03. In: worldwide.espacenet.com. 3. Februar 1976, abgerufen am 22. November 2017 (englisch).
  7. Janice Min: Feline Groovy - Vol. 44 No. 16. In: people.com. 16. Oktober 1995, abgerufen am 21. November 2017 (englisch).
  8. Linda Lowen: Julie Newmar's Many Lives - Women Changing Careers and Surviving a Divorce. In: thoughtco.com. 7. Februar 2016, abgerufen am 22. November 2017.
  9. Booth Moore: Catching up with the original Catwoman, Julie Newmar. In: LA Times. 24. Januar 2011, abgerufen am 22. November 2017 (englisch).
  10. John Newmeyer: John Newmeyer – About. In: newmeyer.com. Abgerufen am 21. November 2017.
  11. Denise Dador: Actress shares her story about having CMT. In: abc7.com. 14. Mai 2010, abgerufen am 22. November 2017 (englisch).
  12. Peter Gumbel: Actress Julie Newmar andOthersStruggle With Noisy LeafBlowers. In: wsj.com. 3. Dezember 1997, abgerufen am 22. November 2017 (englisch).
  13. Bruce Edwin: Julie Newmar - TV's Hottest Femme Fatale. In: thehollywoodsentinel.com. Abgerufen am 22. November 2017 (englisch).
  14. Nick Thomas: Julie Newmar on aging beautifully. In: thespectrum.com. 4. August 2016, abgerufen am 22. November 2017 (englisch).
  15. Marc Shapiro: The Secret Lives of Julie Newmar, Bluewater Productions, ISBN 978-1-467-51620-4.