Julie Salinger (Sängerin)

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Julie Salinger (geboren 6. Juni 1873 in Sárvár, Österreich-Ungarn; gestorben nach dem 8. Mai 1945) war eine ungarisch-deutsche Opernsängerin (Sopran).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julie Salinger war von 1894 bis 1933 als Opernsängerin vor allem in Hamburg tätig und wurde als Königlich-preußische Kammersängerin ausgezeichnet.[1] Sie besaß die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie hatte zwei uneheliche Söhne mit Prinz Heinrich von Preußen, Bruder des deutschen Kaisers Wilhelm II: Otto Graf von der Schulenburg und Gustav Graf von der Schulenburg. Ihre bürgerliche Ehe mit Max Schlesinger war geschieden.

Während des Ersten Weltkriegs war sie Lazarettschwester in Hamburg und erhielt als Auszeichnung den Roten Adlerorden IV. Klasse.

Am 17. Juni 1942 wurde sie als Jüdin in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie als Prominenter Häftling eingestuft wurde. In dem nur fragmentarisch erhaltenen, 1944 erstellten Propagandafilm Theresienstadt von Kurt Gerron ist sie in einer kurzen Sequenz zu sehen.[2]

Sie überlebte die Lagerhaft.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julie Salinger, bei Ghetto-Theresienstadt. Dort eine Karteikarte mit den Angaben ihres Lebenslaufs und Foto.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Salingers Gesangstätigkeit ist im Sänger-Lexikon nicht verzeichnet. Karl Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Vierte, erweiterte und aktualisierte Auflage, München 2003, ISBN 3-598-11598-9.
  2. Karel Magry: Das Konzentrationslager als Idylle: „Theresienstadt“ – Ein Dokumentarfilm aus dem jüdischen Siedlungsgebiet. In: Fritz-Bauer-Institut (Hrsg.): Auschwitz – Geschichte, Rezeption und Wirkung. Campus, Frankfurt 1997, S. 319–352, hier S. 338.