Julius Kapp

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Julius Kapp (* 1. Oktober 1883 in Steinbach (heute ein Ortsteil von Baden-Baden), Baden; † 18. März 1962 in Sonthofen) war ein deutscher Dramaturg und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Promotion zum Dr. phil. publizierte Kapp verschiedene Bücher zu Hector Berlioz, Franz Liszt, Carl Maria von Weber und Giacomo Meyerbeer (1920). Bekannt wurde er vor allem als Herausgeber der Schriften Richard Wagners. In den Jahren 1921 bis 1945 war Kapp als Dramaturg der Berliner Staatsoper Unter den Linden und Herausgeber der hauseigenen Blätter der Staatsoper tätig. Als Musikschriftsteller machte er sich auch mit seiner großen Wagner-Biografie einen Namen.

Seit 1933 war Kapp NSDAP-Mitglied.[1] Im Jahr 1937 publizierte er eine Geschichte der Berliner Oper, zu der Hermann Göring ein Vorwort schrieb.

Auch schuf Knapp Bearbeitungen. In Deutschland war die Oper Nabucco in der Zeit des Nationalsozialismus wegen des Themas aus der Geschichte Israels unerwünscht. 1940 schuf Knapp eine „arisierte“ Fassung, in der er anstelle der Israeliten Ägypter auftreten ließ. Im Chor Va, pensiero ersetzte er den Jordan durch den Nil und Zion durch Memphis.[2] Diese NS-Fassung Flieg, Gedanke, getragen von Sehnsucht mit der Textzeile Teure Heimat, wann seh ich dich wieder ist bis heute in Tonaufnahmen und im Internet verbreitet.[3]

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Kapp von 1948 bis 1954 Dramaturg an der Städtischen Oper Berlin.[4]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)

  • Richard Wagner und Franz Liszt. Eine Freundschaft, 1908
  • Liszt. Eine Biographie, 1909 (Digitalisat 6./7. Auflage 1911)
  • Frank Wedekind. Seine Eigenart und seine Werke, 1909
  • Richard Wagner. Eine Biographie, 1910
  • Richard Wagner und die Frauen. Eine erotische Biographie, 1912
  • Paganini. Eine Biographie, 1913
  • Berlioz. Eine Biographie, 1917
  • Meyerbeer, 1920 (später unter dem Titel Giacomo Meyerbeer. Eine Biographie)
  • Franz Schreker. Der Mann und sein Werk, 1921
  • Weber, 1922 (später unter dem Titel Carl Maria von Weber. eine Biographie)
  • Die Oper der Gegenwart, 1922
  • Das Opernbuch. Eine Geschichte der Oper und ein musikalisch-dramatischer Führer durch die Repertoireopern, 1923
  • Geschichte der Staatsoper Berlin, 1937
  • Aus dem Reiche der Oper : ein Blick hinter die Kulissen, 1949
  • Richard Wagners Gesammelte Schriften und Briefe (Herausgeberschaft)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945, S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 295.
  2. tagesspiegel, 31. Januar 2001
  3. Uni Bremen, golyr.de, ingeb.org
  4. Ernst Klee, Kulturlexikon, S. 295.