Julius Pentzlin

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Julius Pentzlin (um 1880)

Julius Pentzlin (* 26. Juni 1837 in Wismar; † 13. März 1917 in Hagenow) war Lehrer und Rektor in Parchim und Teterow, danach Pastor in Bützow und Hagenow (dort auch Kirchenrat).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julius Pentzlin wurde im Jahr 1837 in Wismar geboren. Sein Vater war Friedrich Pentzlin (1796–1870), Arzt am Stadtkrankenhaus von Wismar. Seine Mutter war Henriette Marie Charlotte Anders (* Wismar 18. Juni 1805, † Wismar 4. Dezember 1882), die Tochter des Kommerzienrats Johann Heinrich A. in Wismar.

Julius Pentzlin ging in Wismar zur Schule und machte dort Abitur. Statt Philologie und Geschichte begann er, Theologie zu studieren. In Erlangen studierte er ab 1855 bei Franz Delitzsch und Johann von Hofmann. Im nahe gelegenen Neuendettelsau hörte er Wilhelm Löhe predigen, der dort ein Diakonissen-Mutterhaus gründete. In Tübingen (1857/58) wohnte er in einem Haus, in dem – wie er viele Jahre später erfuhr – der Dichter Ludwig Uhland geboren wurde.

Julius Pentzlin hat sich keiner studentischen Verbindung angeschlossen, aber mit der Familie des Chirurgen Victor von Bruns musiziert. Neben dem Studium bei Baur mit der konservativ-lutherischen Theologie hat es Julius P. besonders der schwäbische Pietismus angetan. Seine letzten Semester verbrachte er auf der heimischen Universität Rostock. Dort war gerade Michael Baumgarten entlassen worden. Privat öffneten sich Julius P. die Häuser der Familien Philippi (Friedrich Adolf Philippi) und Künne.

Julius P. heiratete 1862 in Wismar Marie Künne (* Rostock 20. April 1840, † 16. November 1916), die Tochter des Kantors und Lehrers Ludwig Theodor Künne in Rostock.

Sein Tentamen (Vorprüfung) machte Julius Pentzlin 1859 in Parchim und wurde 1860 Lehrer an der Vorschule des Gymnasiums in Parchim. Bald darauf wurde er 1861 Rektor an der Stadtschule in Teterow und dort ab 1864 Hilfsprediger. In Bützow war er seit 1866 Pastor und von 1875 bis 1917 war er Pastor in Hagenow (42 Jahre lang). In Hagenow wurde er 1889 zum Präpositus und 1897 zum Kirchenrat ernannt. Ein Gelehrter wollte er nicht werden, aber über seine Ehrendoktorwürde der Universität Rostock (1910) anlässlich seines 50-jährigen Amtsjubiläums, hat er sich gefreut.

Er gründete gemeinsam mit D. Friedrich Hashagen den Lutherischen Bund und war mit ihm Mitbegründer der Zeitschrift »Der alte Glaube« (1899 ff.). Julius Pentzlin war ein Förderer des Diakonissenwesens mit Wort und Schrift. Eine Tochter ging nach Neuendettelsau und wurde Diakonissin. Außerdem schrieb er in den »Mecklenburger Nachrichten« über mecklenburgische kirchliche Verhältnisse. Wie sein Vater war er Mitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Er starb am 13. März 1917 in Hagenow. Ein Nachruf erschien im "Bethlehemsbote (1917, Nr. 160). Die Gedächtnisrede am Sarg hielt Oberkirchenrat Heinrich Behm [1].

Seine Tochter, Annemarie Pentzlin (* 1874 Bützow, † 1955 Neuendettelsau), war seit 1896 eine Diakonissin, die am Gymnasium in Nürnberg unterrichtete und dann das Kindergärtnerinnen-Seminar in Neuendettelsau leitete.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehrendoktorwürde der Universität Rostock (1910)

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pentzlin, Julius: Aus dem Leben eines Veteranen der Befreiungskriege, Monatsschrift für Stadt und Land, 1903
  • Julius Pentzlin, Entwicklungsgänge: Theol. Zeitbl. III (1911), Seite 75, 104, 160. Erinnerungen aus der Universitätszeit 1855–59.
  • J. Pentzlin und Friedrich Adolf Philippi: Der alte Glaube, 11. Jahrgang (1909–10), Seite 55.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grewolls, Grete: Wer ist wer in Mecklenburg? - Personenlexikon, Hinstorff-Verlag, Wismar und CD 2011
  • Pentzlin, Julius: Entwicklungsgänge: Theol. Zeitbl. III (1911), S. 75, 104, 160. Erinnerungen aus der Universitätszeit 1855–59.
  • Willgeroth, Gustav: Die Mecklenburg-Schwerinschen Pfarren seit dem dreißigjährigen Kriege (2. Band), Seite 1016, Wismar 1925

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mecklenburg. Kirchen- und Zeitblatt, Nr. 11 - S. 169ff, Wismar 1917