Julius Zimpel

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Illustration von Julius Zimpel zu E. T. A. Hoffmann, Das Majorat

Julius Zimpel (* 30. August 1896 in Wien; † 11. August 1925 ebenda) war ein österreichischer Maler, Grafiker, Buchkünstler und Kunstgewerbler.

Zimpel war der Sohn von Gustav Klimts jüngster Schwester Johanna (1873–1950) und deren Ehemann Julius Zimpel sen. Er empfing die ersten künstlerischen Anregungen von seinem Oheim Gustav Klimt. Er besuchte 1911/14 die Allgemeine Abteilung der Kunstgewerbeschule unter Rudolf Cižek, Anton von Kenner, Adolf Böhm, Alfred Roller, Oskar Strnad und Rudolf von Larisch, 1914–16 die Fachklasse für Malerei bei Kolo Moser. Oktober 1916 wurde er zum Lehrer an der Fachlichen Fortbildungsschule für Buchbinder, 1917 zum Lehrer für Fachzeichnen und Modellieren an der Fortbildungsschule für Juweliere bestellt. Zimpel lieferte in den Nachkriegsjahren auch Entwürfe für die Wiener Werkstätte: Bucheinbände, Stoffe, Glasdekor, Keramiken, Metallgegenstände, Elfenbein, Spielzeug. Kurz vor seinem Tode wurde er als Nachfolger von Dagobert Peche mit der künstlerischen Leitung der „Wiener Werkstätte“ betraut.

Zimpel begann 1911 mit Anfertigung der handgeschriebenen, mit gemalten oder gezeichneten Illustrationen versehenen „persönlichen Bücher“, denen er 1920/22 die im „Verlag Neuer Graphik“ (später im „Rikola-Verlag“) erschienenen, eigenhändig geschriebenen, mit Lithografien geschmückten „Zimpel-Bücher“ folgen ließ. An diese etwa 100 „originalgraphischen“ Bücher reihen sich 25 gedruckte Bücher, zu denen Zimpel den Buchschmuck oder nur die Umschlagzeichnung beisteuerte. Er illustrierte u. a. romantische Märchen, „Der Sieg der Natur über die Schwärmerei oder die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva“ von Christoph Martin Wieland und von E. T. A. Hoffmann „Das Majorat“. Zimpel handhabte sowohl Feder- und Steinzeichnung wie auch Holzschnitt und Radierung.

Zimpel stellte 1919 im „Hause der jungen Künstlerschaft“, 1925 in der Internationalen Kunstgewerbe-Ausstellung in Paris aus. Eine Gedächtnisausstellung veranstaltete im November 1925 die Neue Galerie in Wien.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thieme-Becker
  • Murray G. Hall: Österreichische Verlagsgeschichte 1918-1938. Bd. II. Hermann Böhlaus Nachf., Wien 1985. Der Rikola-Konzern S. 310 ff., Verlag Neuer Graphik S. 328–31. ISBN 3-205-07258-8
  • Adolf Sennewald: Deutsche Buchillustratoren im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Materialien für Bibliophile. Harrassowitz, Wiesbaden 1999. ISBN 3-447-04228-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]