Julius van Beyma

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Julius van Beyma

Julius van Beyma (* 1542[1] in Dokkum; † 15. Juni 1598 in Leeuwarden) war ein niederländischer Rechtswissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn des Bürgermeisters Jan van Beyma und dessen Frau Maycke (oder Maria), hatte seine erste schulische Ausbildung an der Martinschule in Groningen erhalten. Danach bezog er die Universität Löwen um ein Studium der Rechtswissenschaften zu absolvieren. 1564 zog er an die Universität Orléans, wo er sich am 20. September desselben Jahres den akademischen Grad eines Lizentiaten des kanonischen Rechts und den Baccalaureus des bürgerlichen Rechts erwarb. Anschließend kehrte er in seine Heimat als Advokat nach Leeuwarden zurück.

Doch verließ seine Heimat um den Verfolgungen von Protestanten zu entgehen, wozu er sich zehn Jahre in Deutschland aufhielt. Hier ist er am 15. Januar 1572 an der Universität Wittenberg nachzuweisen, wo er sich scheinbar an der juristischen Fakultät einer Dozententätigkeit widmete. Bereits 1579 hatte er die Vorlesungen der Instituten des Wittenberger Professors Johannes Lauterbach von Noskowitz (* um 1550-nach 1616) übernommen, welche Professur ihm nach dessen Abgang 1580 weiter übertragen wurde. Weil er sich im Januar 1581 weigerte die Konkordienformel zu unterschreiben, wurde er aus seiner Wittenberger Hochschullehrertätigkeit entlassen.

Daraufhin kehrte er in die Niederlande zurück, wo er an der Universität Leiden am 20. Juli 1581 eine auf ein Jahr beschränkte außerordentliche Professur übernahm und am 1. August 1582 zum ordentlichen Professor der Instituten und Digesten ernannt wurde. Er beteiligte sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Leidener Hochschule und war 1589 bis 1591 Rektor der Alma Mater. Am 11. Mai 1596 verließ er Leiden um einen Lehrstuhl an der Universität Franeker zu übernehmen. Er blieb dort nicht lange. Er kehrte schließlich ein seine friesische Heimat zurück, wo er am 10. Mai 1597 am friesischen Gerichtshof eine Stelle als Gerichtsrat übernahm. Jedoch zur großen Wirksamkeit gelangte er nicht mehr, da er im Folgejahr starb.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Disputationes Juridicae, sociata cum collega Henrico Schotano opera editae. Franeker 1598.
  • Commentaria in varios Titulos juris. Tractatus de Mora. De usura. De eo quod interest. De poenali Stipulatione et de Dividuis et Individuis. Leeuwarden 1645.
  • Commentarius in Titulum de verborum significatione et de diversis regulis juris antiquis item Tractatus singularis de Moderamine inculpatae Tutelae et de Legitima. Leeuwarden 1649.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Melchior Adam: Vitae Germanorum iureconsultorum et politicorum, qui superiori seculo et quod excurrit floruerunt. Heidelberg 1620, S. 323.
  • Beyma (Iulius). In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 03, Leipzig 1733, Sp. 1645.
  • Christian Gottlieb Jöcher: Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Darinne die Gelehrten aller Stände sowohl männ- als weiblichen Geschlechts, welche vom Anfange der Welt bis auf die ietzige Zeit gelebt, und sich der gelehrten Welt bekannt gemacht, Nach ihrer Geburt, Leben, merckwürdigen Geschichten, Absterben und Schrifften aus den glaubwürdigsten Scribenten in alphabetischer Ordnung beschrieben werden. Verlag Johann Friedrich Gleditsch, Leipzig, 1750, Band 1, Sp. 1067.
  • Margreet J. A. M. Ahsmann: Collegium und Kolleg. Der juristische Unterricht an der Universität Leiden 1575-1630 unter besonderer Berücksichtigung der Disputationen. Vitorrio Klostermann, Frankfurt am Main, 2000, ISBN 3-465-02766-3, S. 379 (books.google.de Leseprobe).
  • J. van Kuyk: Beyma (Julius of Jucke van). In: Petrus Johannes Blok, Philipp Christiaan Molhuysen (Hrsg.): Nieuw Nederlandsch Biografisch Woordenboek. Teil 1. N. Israel, Amsterdam 1974, Sp. 342–343 (niederländisch, knaw.nl / dbnl.org – Erstausgabe: A. W. Sijthoff, Leiden 1911, unveränderter Nachdruck).
  • Abraham Jacob van der Aa: Biographisch Woordenboek der Nederlanden. Verlag J. J. van Brederode, Haarlem, 1854, Band 2, Teil 1, S. 506 (historici.nl, niederländisch)

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beyma im Professorenkatalog der Universität Leiden

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. nach anderen 1539, 1540, 1546 etc.