Juneteenth

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Schon 1900 wurde dieser Tag feierlich begangen[1]
General Order No. 3, June 19, 1865: The People of Texas are informed that, […] all slaves are free.

Juneteenth (auch: Freedom Day, Jubilee Day, Liberation Day) ist ein Gedenktag zur Erinnerung an den 19. Juni 1865, der jährlich in Erinnerung an die Befreiung der afroamerikanischen Bevölkerung der Vereinigten Staaten aus der Sklaverei begangen wird. Er ist der älteste Gedenktag zur Erinnerung an die Sklavenbefreiung in den USA. Er wurde zum 1. Januar 1980 auf Initiative des Abgeordneten Al Edwards auch im Bundesstaat Texas als gesetzlicher Feiertag eingeführt.[2]

Emancipation Day celebration in Richmond, Virginia, ca. 1905.

Im Jahr 2020 erhielt er aus mehreren Gründen besondere Aufmerksamkeit: zum einen gibt es in den USA seit dem Todes von George Floyd anhaltende Proteste unter anderem der Black-Lives-Matter-Bewegung. Zum anderen wollte US-Präsident Trump die Auftaktveranstaltung zu seinem Wahlkampf (nach einer corona-bedingten Pause) ausgerechnet am 19. Juni veranstalten; nach Protesten verschob er sie um einen Tag. Die Veranstaltung fand in Tulsa (Oklahoma) statt, wo 1921 ein weißer Lynchmob das Massaker von Tulsa verübt hatte.[3][4][5]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gedenktag bezieht sich auf die Proklamation der Sklavenbefreiung in der Hafenstadt Galveston im US-Bundesstaat Texas durch den kommandierenden General der siegreichen Unionstruppen Gordon Granger am 19. Juni 1865. Die Emanzipationsproklamation von 1863 konnte erst nach dem faktischen Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs in den Südstaaten im April 1865 auch im Herzen von Texas offiziell bekanntgemacht werden. Auf dem Weg zur Gleichheit aller Amerikaner vor dem Gesetz gab es aber noch mehrere Zusätze zur Verfassung.

Das amerikanische Wort ist ein Kofferwort aus den englischen Wörtern June (Juni) und nineteenth (Neunzehnte(r)) – also für das Datum June 19th. Die anderen Bezeichnungen betonen die Freude über die Befreiung.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Patricia McKissack, Fredrick McKissack: Days Of Jubilee: The End of Slavery in the United States. New York, Scholastic Press, 2002, ISBN 978-0-590-10764-8 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mrs. Charles Stephenson (Grace Murray) - The Portal to Texas History
  2. Doug Chriss: All but four US states celebrate Juneteenth as a holiday. In: CNN. 19. Juni 2019, abgerufen am 19. Juni 2020 (englisch).
    History of Juneteenth. In: juneteenth.com. Abgerufen am 16. Juni 2020 (englisch).
    Paul Debenedetto: Former State Rep. Al Edwards, Who Helped Make Juneteenth A State Holiday, Dies At 83. In: HoustonPublicMedia.org. 30. April 2020, abgerufen am 19. Juni 2020 (englisch).
  3. sueddeutsche.de 21. Juni 2020: Trump aus dem Tritt
  4. One day after Juneteenth, Trump will hold a rally in Tulsa, where a massacre destroyed ‘Black Wall Street’ nearly 100 years ago
  5. latimes.com: ‘A crime upon a crime’: Trump’s Tulsa rally gives ‘Watchmen’ episode new resonance