Junge Alternative für Deutschland

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Junge Alternative für Deutschland
Vorsitzende
Basisdaten
Gründungsdatum Juni 2013
Gründungsort Darmstadt
Vorsitzender Hannes Gnauck[1]
Stellvertreter Sven Kachelmann
Tomasz Froelich
Nils Hartwig
Schatzmeister Franz Schmid
Ausrichtung: Rechtsextremismus
Nationalkonservatismus
Nationalismus
EU-Skepsis
Völkischer Nationalismus
Antifeminismus
Mitgliederzahl ca. 2100
(Stand: Mai 2023)[2]
Mindestalter 14 Jahre
Gliederung 16 Landesverbände[3][4]
Website netzseite.jungealternative.online

Die Junge Alternative für Deutschland (Kurzbezeichnung: JA) ist die Jugendorganisation der Partei Alternative für Deutschland (AfD). Sie verfügt nach eigenen Angaben über 1655 Mitglieder (Stand: Januar 2019). Die JA wurde 2013 gegründet und am 28. November 2015 durch einen Bundesparteitag der AfD anerkannt.[5] Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte die Organisation am 15. Januar 2019 als „Verdachtsfall“ bezeichnet, attestiert ihr eine „migrations- und insbesondere islamfeindliche Haltung“[6] und stufte sie ab April 2023 als „gesichert rechtsextremistisch“ ein.[7] Ein Antrag der JA und der AfD im Eilverfahren gegen diese Einstufung scheiterte im Februar 2024 vor dem Verwaltungsgericht Köln.[8]

Geschichte

Gründung und Anerkennung durch die Mutterpartei

Die Junge Alternative (JA) wurde im Juni 2013 bei ihrem ersten Bundeskongress in Darmstadt gegründet.[9] Im Juni 2014 erkannte der Landesparteitag des AfD-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen die Delegierten der JA erstmals an.[10] Zum Oktober 2014 hatten auch die Landesverbände Hamburg und Saarland die JA als Jugendorganisation anerkannt.[11] Im Verlauf des Jahres 2015 waren es insgesamt zehn Landesverbände.[12] Auf dem 4. Parteitag im November 2015 in Hannover wurde die JA schließlich als Jugendorganisation des Bundesverbandes anerkannt.[13]

Richtungsstreit 2015 und Abspaltung Junge Reformer

Auf dem Bundeskongress in Bottrop setzte sich der liberal-konservative Kandidat Philipp Meyer gegen Markus Frohnmaier durch. Nach internem Streit wurde Meyer im Mai, fünf Monate nach seiner Wahl zum Bundesvorsitzenden, seiner Funktion enthoben.[14] Meyer, der nach Angaben der Zeit als Lucke-Unterstützer galt, wurde u. a. vorgeworfen, dass er das Amtsenthebungsverfahren gegen den thüringischen Landesvorsitzenden Björn Höcke und die Gründung des Vereins Weckruf 2015, einer Plattform liberaler AfD-Mitglieder, durch seine Unterschrift unterstützt habe.

Im Juni 2015 traten 40 Mitglieder aus der Jungen Alternative aus. Darunter befanden sich auch zwei ehemalige Bundesvorsitzende.

Der erste Bundesvorsitzende Torsten Heinrich hatte nach eigener Darstellung bereits März 2014 seinen Austritt erklärt.[15]

Bereits im Vorlauf des Essener Parteitags der AfD gab es eine Abspaltung innerhalb der Jugendorganisation. Am 28. Juni 2015 wurden die Jungen Reformer als Jugendorganisation der damaligen ALFA gegründet.

Ab 2016

2021 empfahl die Arbeitsgruppe Verfassungsschutz der AfD dem Bundesvorstand der AfD, den Parteiausschluss des JA-Bundesvorsitzenden Marvin Neumann zu veranlassen. Neumann hatte zuvor rassistische Tweets veröffentlicht; u. a. hatte er geschrieben, dass schwarze Menschen keine Deutschen sein dürften.[16]

Seit dem AfD-Bundesparteitag im Oktober 2022 ist die JA erstmals mit zwei Mitgliedern im Bundesvorstand der AfD vertreten.[17]

Bundeskongresse

Der Bundeskongress der Jungen Alternative ist das höchste Gremium der Organisation und kann als Mitgliederversammlung oder Delegiertenversammlung durchgeführt werden.

Übersicht
Nr. Datum Ort Ereignisse
1. 15. Juni 2013 Darmstadt, Hessen Gründung und Wahl des Vorstandes
2. 01./02. Februar 2014 Fulda, Hessen Neuwahl des Vorstandes, Programmatik
3. 12./13. Januar 2015 Bottrop, Nordrhein-Westfalen Neuwahl des Vorstandes, Satzungsänderungen,

Programmatik, Reden von Bernd Kölmel, Bernd Lucke, Marcus Pretzell, Richtungsstreit

4. 30./31. Mai 2015 Okarben, Hessen Neuwahl des Vorstandes Mit Tritschler und Frohnmaier zwei als „Luckegegner“ geltende JA-Vertreter zu den neuen Bundesvorsitzenden gewählt.[18] Frohnmaier war ein Erstunterzeichner der „Erfurter Resolution“, des Positionspapiers des rechtsnationalen Flügels der AfD.[19]
5. 16. Juli 2016 Bingen, Rheinland-Pfalz Auf dem Bundeskongress im Juli 2016 wurden Frohnmaier und Tritschler wiedergewählt. Ebenso beschloss die Junge Alternative eine Unvereinbarkeit mit der Identitären Bewegung.[20]
6. 17./18. Februar 2018 Büdingen, Hessen U. a. Neuwahl des Vorstandes. Der Bundeskongress im Februar 2018[21] wählte Damian Lohr zum neuen Bundesvorsitzenden der Jungen Alternative.
7. 02./03. Juni 2018 Seebach, Thüringen Programmatik: Verabschiedung des „Deutschlandplans“ der Jungen Alternative
8. 04. November 2018 Barsinghausen, Niedersachsen Auflösung des niedersächsischen Landesverbandes
9. 16./17. Februar 2019 Magdeburg, Sachsen-Anhalt Neuwahl des Vorstandes, Satzungsänderungen, Programmatik[22]
10. 17./18. April 2021 Volkmarsen, Hessen Neuwahl des Vorstandes[23]
11. 16. Oktober 2022 Apolda, Thüringen Neuwahl des Vorstandes, Satzungsänderungen, Programmatik[24]

Mitglieder

Mitglied kann man ab 14 und bis zum 36. Lebensjahr werden, wobei Funktionsträger auch über die Altersgrenze hinaus erst mit dem Ende ihrer Amtszeit aus der JA ausscheiden. Eine gleichzeitige Mitgliedschaft in der AfD ist nicht erforderlich. Im Gegenzug dazu sind Mitglieder der AfD, die jünger als 36 Jahre alt sind, nicht auch automatisch Mitglied der Jungen Alternative.[25]

Die Junge Alternative hatte im Januar 2016 über 1000 Mitglieder,[12] davon waren ungefähr 90 Prozent gleichzeitig Mitglied in der Alternative für Deutschland.[9] Im Juni 2018 hatte die JA rund 1800 Mitglieder, nach eigenen Angaben waren 70 Prozent davon auch in der AfD.[26] Laut dem Sozialwissenschaftler Alexander Häusler rekrutiere die Junge Alternative ihren Anhang bis 2015 aus dem burschenschaftlichen Milieu und Vertretern der Neuen Rechten.[18]

Politische Positionen

Für Häusler befürwortet die JA eine rechtspopulistische Richtung und fungiere als „Brückenkopf“[18] der Partei zur Neuen Rechten. Wie andere Jugendorganisationen versuche sie, die Position der Mutterpartei zuzuspitzen.[27] Laut dem Sozialwissenschaftler David Bebnowski (Göttinger Institut für Demokratieforschung) stellt sich die Jugendorganisation als „antifeministische Kraft dar“.[28] Entgegen dem Entschluss auf dem Bundeskongress 2016 kommt es auf lokaler Ebene auch immer wieder zur Zusammenarbeit mit der rechtsextremen Identitären Bewegung.[29][30]

Nach Einschätzung von Anna-Lena Herkenhoff fallen Mitglieder der Jungen Alternative „immer wieder durch öffentliche Äußerungen auf, die an extrem rechte Diskurse ausgesprochen anschlussfähig sind.“ Die Soziologin führt Äußerungen von Markus Frohnmaier und Robert Wasiliew an, die exemplarisch zeigen würden, wie „die JA einen gängigen rechten, rassistischen Diskurs“ bediene und dabei einem „für die extreme Rechte typischen öffentlichkeitsstrategischen Vorgehen“ folgen würde.[31] Ob die Junge Alternative auch „als Gesamtverband Affinitäten zu rechtspopulistischen oder extrem rechten Positionen hat“, stellt für Martin Langebach jedoch noch ein „Forschungsdesiderat“ dar.[32]

„Offensiver als die Mutterpartei“ setze sich die Junge Alternative nach Einschätzung von Häusler „für Kontakte zu anderen rechtspopulistischen Parteien in Europa ein.“ So organisierte die JA beispielsweise 2014 eine parteiintern umstrittene Veranstaltung mit Nigel Farage, dem Parteichef der britischen UK Independence Party. Darüber hinaus hätten Frohnmaier und Tritschler auch „[f]rüher als die führenden Funktionäre ihrer Mutterpartei […] den direkten Kontakt zur FPÖ“ gesucht und unterhielten mittlerweile auch Kontakte mit der Jungen SVP sowie den Jugendorganisationen der Wahren Finnen und von Einiges Russland.[33][10]

Im Sommer 2014 bewarb die JA in einer Kampagne auf Facebook Selbstjustiz als „die neue Polizei“.[11]

Im Mai 2019 kritisierte David Eckert, der Vorsitzende der JA Berlin, die Klima-Politik der Mutterpartei: Die AfD solle „von der schwer nachvollziehbaren Aussage Abstand nehmen, der Mensch würde das Klima nicht beeinflussen“.[34] Daraufhin traten mehrere Mitglieder des Landesvorstandes zurück und machten so das Gremium arbeitsunfähig.[35]

Kooperationen und Vernetzung

Die Junge Alternative für Deutschland kooperiert partiell mit anderen, nicht parteipolitisch gebundenen rechten Gruppen. Formale Kooperationen der Organisation sind dabei eher selten. Die Soziologin Anna Lena Herkenhoff wies jedoch darauf hin, dass es „viele personelle Überschneidungen mit rechten Burschenschaften und der Identitären Bewegung gibt.“ Eine Reihe von JA-Aktiven ist ebenfalls Mitglied in neurechten oder rechtsextremen Organisationen, andere sind lose mit solchen Gruppen assoziiert.[36] 2016 traf die Junge Alternative einen formalen Unvereinbarkeitsbeschluss zur Identitären Bewegung. Beobachter weisen jedoch darauf hin, dass sich die JA formal zwar abgrenze, weil die IB vom Bundesverfassungsschutz beobachtet wird, jedoch nicht aufgrund inhaltlicher Unvereinbarkeiten.[36]

Jörg Sobolewski, ehemaliges Vorstandsmitglied der Jungen Alternative Berlin und bis 2018 stellvertretender Sprecher im Bundesverband, ist Mitglied der Berliner Burschenschaft Gothia und war 2016 Sprecher der Deutschen Burschenschaft. Heute arbeitet er für den AfD-Bundestagsabgeordneten Stephan Protschka aus Bayern.[36]

Auch gibt es Ansätze für Kooperationen in das bürgerliche Lager. Die JA-Baden-Württemberg unter deren Landesvorsitzende Markus Frohnmaier traf sich 2016 mit Vertretern der Jungen Union in Baden-Württemberg, um Gemeinsamkeiten auszuloten und über eine Kooperation nach der Landtagswahl 2016 nachzudenken.[37]

Bewertung durch Verfassungsschutzbehörden

Die Junge Alternative für Deutschland wurde durch das Bundesamt für Verfassungsschutz und die Verfassungsschutzbehörden der Länder Bremen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen[38] als sogenannter „Verdachtsfall“ für eine extremistische Bestrebung eingestuft und beobachtet. Die Behörden verstehen darunter Gruppen, die nicht eindeutig extremistisch sind, bei denen aber hinreichend gewichtige „tatsächliche Anhaltspunkte“ für einen solchen Verdacht vorliegen.[39] In Bayern existiert die Zwischenstufe des Verdachtsfalls nicht, so dass die JA dort als erwiesen extremistische Bestrebung beobachtet wird.

Zunächst hatten die Innenressorts von Bremen und Niedersachsen am 3. September 2018 zeitgleich bekannt gegeben, dass sie die dortigen Landesverbände der JA durch ihren Verfassungsschutzbehörden beobachten lassen.[40] Der Bremer Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) begründete dies mit einer Nähe zur bereits beobachteten „Identitären Bewegung“ sowie rassistischen Beiträgen in den sozialen Medien.[41] Sein niedersächsischer Amtskollege Boris Pistorius (SPD) gab als Grund ebenfalls „ideologische und personelle Überschneidungen“ zur „Identitären Bewegung“[42] sowie eine „repressive, autoritäre und antipluralistische Zielsetzung, die sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung“ richte, an.[43] Die JA selbst löste den Landesverband Niedersachsen daraufhin am 4. November 2018 bei einem Bundeskongress in Barsinghausen auf.[44]

Am 15. November 2018 wurde öffentlich, dass seit einigen Tagen auch der Landesverband Baden-Württemberg durch den dortigen Verfassungsschutz beobachtet wird.[45] Das Bundesamt für Verfassungsschutz folgte am 15. Januar 2019, an dem es Einstufung des Bundesverbandes als Prüffall bekannt gab.[46] Der bayerische Verfassungsschutz erklärte die JA am 22. Januar 2019 zum Beobachtungsobjekt,[47] die Berliner Behörde tat dies[48] wie auch das hessische Amt im März 2019.[49]

Gegen die Beobachtung ihrer Jugendorganisation und des „Flügels“ und die Einordnung beider als Verdachtsfälle durch das BfV hat die AfD im Januar 2020 eine Klage vor dem Verwaltungsgericht Köln eingereicht.[50] Mit Urteil vom 8. März 2022 wies das Verwaltungsgericht die Klage ab.[51][52]

Der aufgelöste Landesverband Niedersachsen wurde am 25. April 2021 neu gegründet.[53]

Nachdem in einem Twitter- und Instagram-Eintrag der JA Baden-Württemberg vom November 2022 von „Heuschrecken aus der Hochfinanz […], die unser Land Stück für Stück ausbluten lassen“, die Rede war, schrieb der baden-württembergische Verfassungsschutz, diese Chiffre deute „auf ein antisemitisch geprägtes, verschwörungstheoretisches Weltbild hin“.[54]

Seit dem 26. April 2023 wurde die JA durch das Bundesamt für Verfassungsschutz nicht mehr nur als Verdachtsfall, sondern als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft. Die Positionen der Jungen Alternative waren laut Verfassungsschutz nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Es bestünden keine Zweifel mehr, dass sie verfassungsfeindliche Bestrebungen verfolge.[7] Im Juni erzwang die AfD dazu ein Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Köln, woraufhin der Verfassungsschutz, dem die Partei einen „Eingriff in den demokratischen Wettbewerb kurz vor anstehenden Landtagswahlen“ zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die Partei in einem Umfragehoch befinde, vorwarf, entsprechende Pressemeldungen von seiner Website entfernte. Aufgrund des laufenden Verfahrens wollte das Amt sich nicht näher äußern, um dem Gericht eine sachgerechte Prüfung der Sach- und Rechtslage zu ermöglichen.[55] Mit Beschluss vom 5. Februar 2024 lehnte das Verwaltungsgericht Köln den Antrag ab und entschied damit, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz den Bundesverband der Jungen Alternative (JA) als „gesichert extremistische Bestrebung“ einstufen dürfe. Die tatsächlichen Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen hätten sich seit der letzten Entscheidung des Gerichts zur JA zur Gewissheit verdichtet.[8][56]

Seit April 2023 stuft das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz die Junge Alternative Sachsen als „gesichert rechtsextremistisch“ ein.[57] Auch das Landesamt für Verfassungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern teilt seit Juni 2023 die Einschätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz und stuft die Junge Alternative Mecklenburg-Vorpommern als eine „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ ein.[58][59] In Sachsen-Anhalt vollzog das dortige Landesamt für Verfassungsschutz diesen Schritt im Mai 2023: Seitdem beobachtet es die Junge Alternative Sachsen-Anhalt und führt sie als eine „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“.[60]

Am 12. Juli 2023 teilten der Innenminister und der Verfassungsschutz des Landes Brandenburg mit, dass der Verfassungsschutz die Junge Alternative Brandenburg als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ eingestuft habe.[61]

Übersicht (Stand: Dezember 2023)
Landesverband Aktuelle Einstufung
Baden-Württemberg Verdachtsfall
Bayern
Berlin
Brandenburg gesichert rechtsextrem
Bremen Verdachtsfall
Hamburg
Hessen Verdachtsfall
Mecklenburg-Vorpommern gesichert rechtsextrem
Niedersachsen Verdachtsfall
Nordrhein-Westfalen Verdachtsfall
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen gesichert rechtsextrem
Sachsen-Anhalt gesichert rechtsextrem
Schleswig-Holstein
Thüringen
Bundesverband Verdachtsfall

Derzeit werden vier Landesverbände durch Verfassungsschutzbehörden als "gesichert rechtsextrem" eingestuft, weitere fünf Landesverbände sowie der Bundesverband gelten als sogenannte Verdachtsfälle und bei sieben Landesverbänden existiert keine Einstufung durch die jeweils zuständige Landesverfassungsschutzbehörde.

Bundesvorsitzende

Kontroversen

Der stellvertretende Bundesvorsitzende Benjamin Nolte, der auf dem 2. Bundeskongress im Februar 2014 in Fulda gewählt wurde, trat bereits wenig später (Ende März 2014) zurück, nachdem bekannt geworden war, dass er Alter Herr in der Burschenschaft Danubia München ist, deren Aktivitas seit 2001 vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtet wird.[9]

Eine Junge-Alternative-Gruppe in Sachsen-Anhalt teilte in sozialen Medien Bilder mit der Unterschrift „Höckejugend“. Die Bezeichnung, die offenbar an die Hitlerjugend angelehnt ist, wurde wenig später entfernt. Es handelte sich bei dieser Bezeichnung laut dem stellvertretenden JA-Bundesvorsitzenden um eine „ironische Überspitzung“.[62]

Der im April 2021 als einer von zwei Bundesvorsitzenden gewählte Marvin Neumann trat im Mai 2021 aus der Partei aus und gab damit auch sein JA-Amt auf. Er hatte sich in einem Beitrag in Sozialen Netzwerken positiv über das chinesische Staats- und Gesellschaftsmodell geäußert und in anderen Beiträgen ein biologistisches Staatsvolkverständnis erkennen lassen. Dem Parteiausschluss durch den AfD-Bundesvorstand kam er durch Austritt zuvor.[63] Im Jahr 2022 wurde mit Hannes Gnauck eine Person Bundesvorsitzender, die vom Militärischen Abschirmdienst (MAD) als Extremist eingestuft worden war.[64]

Landesverbände

Landesverband Gründung Vorsitzende bzw. Landessprecher[65]
Baden-Württemberg Baden-Württemberg Baden-Württemberg 2014 Severin Köhler
Bayern Bayern Bayern 2014 Michael Stauch[66]
Berlin Berlin Berlin 2014 Martin Kohler
Brandenburg Brandenburg Brandenburg 2014 Franz Dusatko, Anna Leisten[67]
Bremen Bremen Bremen 2016 Marvin Mergard
Hamburg Hamburg Hamburg 2014 Tomasz M. Froelich
Hessen Hessen Hessen 2014 Manuel Wurm
Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-Vorpommern 2015 Alexander Tschich, Nico Jahnke[68]
Niedersachsen Niedersachsen Niedersachsen 2013 bzw. Neugründung 2021 Adrian Maxhuni
Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen 2014 Felix Cassel
Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz Rheinland-Pfalz 2013 Marcel Philipps
Saarland Saarland Saarland 2015 Moritz Guth
Sachsen Sachsen Sachsen 2013 Alexander Wiesner[69]
Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt 2015 Christian Mertens
Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein 2014 Leif Kulina
Thüringen Thüringen Thüringen 2014 Eric Engelhardt, Carolin Lichtenheld

Literatur

  • H. Kleinert: AfD und neue Rechte. In: Die AfD und ihre Mitglieder. Springer VS, Wiesbaden. ISBN 978-3-658-21715-0, doi:10.1007/978-3-658-21716-7 5.
  • Anna-Lena Herkenhoff: Rechter Nachwuchs für die AfD – die Junge Alternative (JA). In: Alexander Häusler (Hrsg.): Die Alternative für Deutschland. Programmatik, Entwicklung und politische Verortung. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-10638-6, S. 201–217, doi:10.1007/978-3-658-10638-6 14.
  • Vincent Knopp: Provokation und Pragmatismus. Der Umgang der nordrhein-westfälischen AfD-Jugend mit gesellschaftspolitischen Konfliktlagen. Working Paper Series des IKG. Vol 08. Bielefeld: IKG; 2016.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Junge Alternative wählt als Extremisten eingestuften Soldaten zum Bundesvorsitzenden. In: Der Spiegel. 15. Oktober 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 15. Oktober 2022]).
  2. So rechtsextrem ist die „Junge Alternative“. 6. Mai 2023, abgerufen am 21. Mai 2023.
  3. Junge Alternative löst Landesverband auf. In: www.t-online.de. (t-online.de [abgerufen am 8. November 2018]).
  4. |Website der Jungen Alternative. Abgerufen am 30. Januar 2022.
  5. Lenz Jacobsen: Die zwei Gesichter der AfD. In: Zeit online. 29. November 2015, abgerufen am 30. Januar 2016.
  6. Fachinformation zu Teilorganisationen der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD). Bundesamt für Verfassungsschutz, archiviert vom Original am 28. März 2019; abgerufen am 1. April 2019.
  7. a b Bundesamt für Verfassungsschutz stuft „Institut für Staatspolitik“, „Ein Prozent e.V.“ und „Junge Alternative“ als gesichert rechtsextremistische Bestrebungen ein. Pressemitteilung. In: Bundesamt für Verfassungsschutz. 26. April 2023, abgerufen am 26. April 2023.
  8. a b Kölner Verwaltungsgericht. Gericht: AfD-Jugend "gesichert extremistisch". In: zdf.de. 6. Februar 2024, abgerufen am 6. Februar 2024.
  9. a b c Anna-Lena Herkenhoff: Rechter Nachwuchs für die AfD – die Junge Alternative (JA). In: Alexander Häusler (Hrsg.): Die Alternative für Deutschland. Programmatik, Entwicklung und politische Verortung. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-10638-6, S. 201–217, hier: S. 202.
  10. a b Alexander Häusler, Rainer Roeser: Die »Alternative für Deutschland« – eine Antwort auf die rechtspopulistische Lücke?. In: Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten: Hintergründe – Analysen – Antworten. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage, Springer Fachmedien, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-01983-9, S. 119.
  11. a b Christoph Asche: AfD-Jugendorganisation Junge Alternative: „Fast unverhohlen rechtsradikal“. Spiegel Online, 17. Oktober 2014, abgerufen am 29. November 2015.
  12. a b Alexander Häusler, Rainer Roeser: Zwischen Euro-Kritik und rechtem Populismus. Merkmale des Rechtsrucks in der AfD. In: Andreas Zick, Beate Küpper: Wut, Verachtung, Abwertung. Rechtspopulismus in Deutschland. Hrsg. für die Friedrich-Ebert-Stiftung von Ralf Melzer und Dietmar Molthagen, Dietz, Bonn 2015, ISBN 978-3-8012-0478-5, S. 124–145, hier: S. 133.
  13. Sabine am Orde: Bis kaum ein Flüchtling übrig bleibt. In: Die Tageszeitung. 28. November 2015, abgerufen am 29. November 2015.
  14. [1] Website der Wochenzeitung „DIE ZEIT“. Artikel vom 23. Mai 2015. Abgerufen am 26. November 2018.
  15. Torsten Heinrich: AfD: Partei der Spinner. In: Huffington Post Deutschland. 30. Oktober 2014, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. November 2018; abgerufen am 18. Juli 2019 (Blog).
  16. Jan Sternberg: Vorsitzender der AfD-Jugend soll wegen rassistischer Tweets aus der Partei fliegen. In: RND Redaktionsnetzwerk Deutschland. 29. April 2021, abgerufen am 29. April 2021.
  17. Ann-Katrin Müller, Roman Höfner, Maik Baumgärtner: (S+) AfD-Nachwuchsorganisation: So rechtsextrem ist die »Junge Alternative«. In: Der Spiegel. 6. Mai 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 6. Mai 2023]).
  18. a b c Alexander Häusler, Rainer Roeser: Zwischen Euro-Kritik und rechtem Populismus. Merkmale des Rechtsrucks in der AfD. In: Andreas Zick, Beate Küpper: Wut, Verachtung, Abwertung. Rechtspopulismus in Deutschland. Hrsg. für die Friedrich-Ebert-Stiftung von Ralf Melzer und Dietmar Molthagen, Dietz, Bonn 2015, ISBN 978-3-8012-0478-5, S. 124–145, hier: S. 134.
  19. Die „Erfurter Resolution“ – Wortlaut und Erstunterzeichner. In: Der Flügel. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. Januar 2016; abgerufen am 8. April 2016.
  20. Bundeskongress der „Jungen Alternative“ in Bingen: Petry ruft AfD-Jugend zur Einigkeit auf. In: swr.de. Abgerufen am 18. Juli 2016.
  21. Robin Classen: AfD: Damian Lohr zum neuen Bundesvorsitzenden der Jungen Alternative gewählt. In: HESSEN DEPESCHE | Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien aus und für Hessen! (hessen-depesche.de [abgerufen am 6. März 2018]).
  22. In der AfD-Jugend kam es in den letzten Monaten zu einem Massenexodus. In: welt.de. 17. Februar 2019, abgerufen am 8. Oktober 2019.
  23. Junge Alternative wählt zwei Vorsitzende – Beide Strömungen an der Spitze. In: deutschlandfunk.de. 17. April 2021, abgerufen am 19. April 2021.
  24. „Höckejugend“ hat neuen Anführer. In: taz.de. 16. Oktober 2022, abgerufen am 16. Oktober 2022.
  25. Bundessatzung der Jungen Alternative. (PDF) In: Junge Alternative – Website der Organisation. Junge Alternative, 18. Februar 2018, abgerufen am 5. Dezember 2018.
  26. AfD-Führung knöpft sich Jugendorganisation vor. In: Zeit online. 16. Juni 2018, abgerufen am 16. Juni 2018.
  27. Marlis Schaum: Radikaler als die AfD (Gespräch mit Alexander Häusler) In: dradiowissen.de, 30. Januar 2015.
  28. David Bebnowski: Die Alternative für Deutschland. Aufstieg und gesellschaftliche Repräsentanz einer rechten populistischen Partei. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-08285-7, S. 10.
  29. Felix Krebs: "Identitäre Bewegung": Wehrsport mit Burschenschaftlern. In: Die Zeit. 6. Februar 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 2. März 2017]).
  30. Junge Alternative: AfD-Abgeordneter bestätigt Zusammenarbeit mit Identitärer Bewegung. In: Die Zeit. 30. Januar 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 2. März 2017]).
  31. Anna-Lena Herkenhoff: Rechter Nachwuchs für die AfD – die Junge Alternative (JA). In: Alexander Häusler (Hrsg.): Die Alternative für Deutschland. Programmatik, Entwicklung und politische Verortung. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-10638-6, S. 201–217, hier: S. 203f.
  32. Martin Langebach: Rechtsextremismus und Jugend. In: Fabian Virchow, Martin Langebach, Alexander Häusler (Hg.): Handbuch Rechtsextremismus, VS Verlag 2016, S. 375–440.
  33. Alexander Häusler, Rainer Roeser, Lisa Scholten: Programmatik, Themensetzung und politische Praxis der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD). Eine Studie im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung. 2016, S. 134, PDF
  34. n-tv NACHRICHTEN: AfD-Jugend meutert gegen Klimaleugner. Abgerufen am 23. Juni 2019.
  35. Ulrich Kraetzer: AfD in Berlin: Nachwuchs gerät in Führungskrise. 31. Mai 2019, abgerufen am 1. Juli 2019.
  36. a b c Hannah Bley: Junge Alternative im Bundestag: Nächste Generation AfD. In: Die Tageszeitung: taz. 1. Juni 2018, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 4. September 2018]).
  37. Junge Alternative: Die Möchtegern-Rebellen. (handelsblatt.com [abgerufen am 4. September 2018]).
  38. Extremismus: Verfassungsschutz stuft AfD-Nachwuchs als Verdachtsfall ein. Zeit online, 12. Dezember 2023, abgerufen am 12. Dezember 2023.
  39. Glossar der Verfassungsschutzbehörden. Landesamt für Verfassungsschutz Bremen, abgerufen am 1. April 2019.
  40. Bremer Verfassungsschutz soll AfD überprüfen – Auflösung der JA-Verbände gefordert. Weser-Kurier, 3. September 2018, abgerufen am 3. September 2018.
  41. Jugendorganisation der AFD in Bremen, die „Jungen Alternativen“, sind seit vergangener Woche Beobachtungsobjekt des Bremer Verfassungsschutzes. Pressestelle des Bremer Senats, 3. September 2018, abgerufen am 3. September 2018.
  42. Verfassungsschutz überwacht Niedersachsens AfD-Nachwuchs „Junge Alternative“. Neue Osnabrücker Zeitung, 3. September 2018, abgerufen am 3. September 2018.
  43. Pistorius: Seehofer soll „Zurückhaltung“ gegenüber der AfD aufgeben. Der Tagesspiegel, 3. September 2018, abgerufen am 3. September 2018.
  44. Junge Alternative löst Landesverband Niedersachsen auf. Der Tagesspiegel, 4. November 2018, abgerufen am 5. November 2018.
  45. Verfassungsschutz beobachtet AfD-Jugendorganisation im Land. Stuttgarter Nachrichten, 15. November 2018, abgerufen am 15. November 2018.
  46. Verfassungsschutz stuft AfD als „Prüffall“ ein. Der Tagesspiegel, 16. Januar 2019, abgerufen am 19. Februar 2019.
  47. Verfassungsschutz beobachtet Junge Alternative und «Flügel». Die Welt, 23. Januar 2019, abgerufen am 30. Januar 2019.
  48. Berliner Verfassungsschutz nimmt sich die AfD vor. Der Tagesspiegel, 13. März 2019, abgerufen am 1. April 2019.
  49. Hessischer Verfassungsschutz beobachtet „Junge Alternative“. Frankfurter Rundschau, 1. April 2019, abgerufen am 1. April 2019.
  50. Sabine am Orde: AfD klagt gegen Beobachtung. taz, 13. Januar 2020, abgerufen am 13. Januar 2020.
  51. VG Köln, Urteil vom 8. März 2022, Az. 13 K 208/20.
  52. Bundesamt für Verfassungsschutz obsiegt vor Verwaltungsgericht Köln gegen die AfD. Bundesamt für Verfassungsschutz, abgerufen am 8. Mai 2023.
  53. AfD gründet neue Nachwuchsorganisation in Niedersachsen www.weser-kurier.de, 26. April 2021
  54. Verfassungsschutzbericht 2022 Baden-Württemberg, S. 61
  55. "AfD-Jugend vorläufig wieder nur „Verdachtsfall“" welt.de vom 15. Juni 2023
  56. Verfassungsschutz darf AfD-Jugend als gesichert extremistisch einstufen. In: beck-aktuell. 6. Februar 2024, abgerufen am 6. Februar 2024 (zu VG Köln, Beschluss vom 5. Februar 2024 - 13 L 1124/23).
  57. Sachsen: AfD-Jugend als rechtsextremistisch eingestuft. In: Legal Tribune Online. 28. April 2023, abgerufen am 12. Juli 2023.
  58. Verfassungsschutz stuft Junge Alternative als rechtsextremistisch ein. In: NDR. 26. April 2023, abgerufen am 12. Juli 2023.
  59. Verfassungsschutz MV stuft Junge Alternative als rechtsextremistisch ein. In: Ostsee-Zeitung. 9. Juni 2023, abgerufen am 12. Juli 2023.
  60. AfD-Jugend in Sachsen-Anhalt laut Bericht als extremistisch eingestuft. In: Zeit Online. 30. Mai 2023, abgerufen am 12. Juli 2023.
  61. Verfassungsschutz stuft AfD-Jugendorganisation als gesichert rechtsextremistische Bestrebung hoch. Ministerium des Innern und für Kommunales (MIK) [Brandenburg], 12. Juli 2023, abgerufen am 12. Juli 2023.
  62. WELT: Empörung über Bildunterschrift #Höckejugend bei der AfD. In: DIE WELT. 30. Januar 2020 (welt.de [abgerufen am 31. Januar 2020]).
  63. Spitzenkandidaten aus dem Hinterzimmer. In: Die Welt. 2. Mai 2021, abgerufen am 3. Mai 2021.
    Co-Vorsitzender der Jungen Alternative verlässt die AfD. In: Spiegel Online. 3. Mai 2021, abgerufen am 3. Mai 2021.
  64. Hannes Gnauck: Junge Alternative wählt als Extremisten eingestuften Soldaten zum Bundesvorsitzenden. In: Der Spiegel. 16. Oktober 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 20. Oktober 2022]).
  65. Landesverbände der Jungen Alternative. Junge Alternative, 5. Januar 2020, abgerufen am 5. Januar 2020.
  66. Landesvorstand. In: Junge Alternative Bayern. Abgerufen am 19. April 2023 (deutsch).
  67. Junge Alternative – Brandenburg. Abgerufen am 1. Juli 2022 (deutsch).
  68. Neur Landesvorstand der Jungen Alternative MV gewählt. Junge Alternative Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 22. Oktober 2022 (deutsch).
  69. Vorstand der Junge Alternative Sachsen. 31. Dezember 2020, abgerufen am 31. Dezember 2020.