Jungpflanze

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Im gärtnerischen Sprachgebrauch beschreibt das Wort Jungpflanze eine Pflanzenqualität, die weiter verarbeitet, getopft oder gepflanzt werden kann. Hierbei werden Größen und Anzuchtsysteme unterschieden. Je nach Ursprung spricht man von einem bewurzelten Steckling oder einer Sämlingsjungpflanze, die aus Aussaat hervorgegangen ist. Typisch für eine Jungpflanze ist der feste Wurzelballen, der ein sicheres und rasches Weiterwachsen ermöglicht.

7 Tage alter Steckling von Pelargonium zonale, der nach weiteren 14-20 Tagen Kulturzeit einen festen Wurzelballen besitzt und getopft wird

Je nach Gattung kann die Kultur- bzw. Bewurzelungszeit zwischen drei und acht Wochen betragen. Im Falle von einigen Zierpflanzen, die sehr rasch und krautig wachsen, werden auch gestutzte Jungpflanzen angeboten, die einen gedrungeneren Aufbau haben und sich tiefer verzweigen. Als weitere Möglichkeit, Kulturzeit einzusparen und ein ansehnliches Produkt zu erzielen, können beim Gärtner zwei bis drei Stecklinge pro Pflanze zusammengesteckt werden.

Die Kultur von Jungpflanzen erfolgt heute häufig durch dafür spezialisierte Jungpflanzenbetriebe.

Anzucht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anzucht bezeichnet im Erwerbsgartenbau und in der Forstwirtschaft die Produktionsphase von der Aussaat bis zum ersten Standortwechsel, also bis zum Umtopfen oder zur Auspflanzung aus dem Gewächshaus auf ein Freilandbeet. Das Pikieren der Jungpflanzen ist dabei Teil der Anzuchtphase, schließt diese aber in der Regel noch nicht ab. Der Begriff Anzucht wird fachsprachlich nur bei der Verwendung von Samen gebraucht, bei der Pflanzung von Zwiebeln oder Rhizomen spricht man von Beginn an – auch wegen des häufig entfallenden Standortwechsels – von "Aufzucht".

Der Anzuchterfolg wird durch zahlreiche Faktoren bestimmt, darunter die

  • Keimfähigkeit des Saatguts
  • Einhaltung der Keim- und Wachstumstemperatur
  • Eignung des Substrats
  • Abwesenheit von Schadeinflüssen.

Nur bei besonders kostenintensivem Saatgut wird der Anzuchterfolg als Quote von ausgebrachter Samenmenge und verwertbaren Jungpflanzen gemessen, sonst als Quote von aufgekommenen Keimlingen zu Jungpflanzen. Dies ermöglicht eine getrennte Bewertung von Keimkraft und äußeren Anzuchtbedingungen.

Als Anzuchtträger haben sich substratgefüllte Multitopfplatten aus Kunststoff durchgesetzt. Wesentlich beim Erstsubstrat sind – wie auch bei der Anzuchterde für Privatgärtner – die Keimarmut, die Wasserspeicherfähigkeit und die Nährstoffarmut. Zu nährstoffreiche Anzuchterde führt zu einem überschießenden Längenwachstum bei gleichzeitig unzureichender Robustheit der Jungpflanze.