Junkerkuppe

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Junkerkuppe
Blick von Norden (Standort nahe der Landesstraße 1002; Hohengandern–Gerbershausen) zur Junkerkuppe

Blick von Norden (Standort nahe der Landesstraße 1002; HohengandernGerbershausen) zur Junkerkuppe

Höhe 510,7 m ü. NHN [1]
Lage bei Bornhagen-Rimbach; Landkreis Eichsfeld, Thüringen (Deutschland)
Gebirge Höheberg, Unteres Werrabergland
Koordinaten 51° 19′ 56″ N, 9° 57′ 10″ OKoordinaten: 51° 19′ 56″ N, 9° 57′ 10″ O
Junkerkuppe (Thüringen)
Junkerkuppe
Gestein Buntsandstein
Besonderheiten Teufelskanzel (Sandsteinfels)
Werraschleife bei Lindewerra
Alte Burg (Burgstall)
Blick vom Nordturm der Burgruine Hanstein südostwärts zur Junkerkuppe
Blick vom Roßkopfturm (AT) nach Nordnordosten zur Junkerkuppe; links unten die Werrabrücke der Bahnstrecke Göttingen–Bebra bei Oberrieden
Blick von Norden (Standort an der Landesstraße 1002; HohengandernGerbershausen) zur Junkerkuppe

Die Junkerkuppe nahe Rimbach im thüringischen Landkreis Eichsfeld ist mit 510,7 m ü. NHN[1] der höchste Berg des Höhenzugs Höheberg im Obereichsfeld. Vor Ort befinden sich die Teufelskanzel (Sandsteinfels), mit Blick von dort auf die Werraschleife bei Lindewerra, und die Alte Burg (Burgstall).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Junkerkuppe erhebt sich jeweils im Nordwesten des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal und des bewaldeten Höhenzugs Höheberg. Ihr Gipfel liegt im Gemeindegebiet von Bornhagen auf dem Hauptkamm des Höhebergs, 500 m östlich der Grenze zum nordhessischen Werra-Meißner-Kreis, 1 km südöstlich von Rimbach (zu Bornhagen), 1,2 km westsüdwestlich von Rothenbach (Gerbershausen) und 2 km nördlich von Lindewerra (Stockmacherdorf; Ortsgemeinde). Über die Hochlagen südlich vom Gipfel verläuft die Gemeindegrenze von Bornhagen und Lindewerra. Die nächstgelegene Stadt ist das knapp 7 km südsüdöstlich gelegene Bad Sooden-Allendorf (Hessen), und die Kreisstadt Heilbad Heiligenstadt (Thüringen) liegt knapp 14 km (jeweils Luftlinie) ostnordöstlich.

Nach Südsüdwesten fällt die Landschaft der Junkerkuppe zur bei Lindewerra gelegenen Werraschleife ab. Auf ihrer Südflanke entspringt ein kurzer Bach, der durch das Tal Kelle verläuft und in die Werraschleife mündet, und auf ihrer Nordwestflanke der kleine Friesenbach als östlicher Zufluss des Siesterbachs, der direkt nach Durchfließen des nahen Werleshausen in die Werra mündet.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Junkerkuppe gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Osthessisches Bergland (Nr. 35) und in der Haupteinheit Unteres Werrabergland (358) zur Untereinheit Höheberg (358.6).[2]

Berghöhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Höhe der 510,7 m hohen Junkerkuppe wird normalerweise mit etwa 511 m angegeben. Auf manchen topographischen Karten ist in Gipfelnähe eine 508,9 m[3] hohe Stelle zu finden, weswegen die Berghöhe teils mit nur rund 510 m angegeben wird.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich der Junkerkuppe liegt in Thüringen das Naturschutzgebiet (NSG) Kelle-Teufelskanzel (CDDA-Nr. 164048; 1996 ausgewiesen; 2 km² groß), an das sich westlich in Hessen das NSG Harthberg (CDDA-Nr. 163534; 1993; 39 ha) anschließt. Auf dem Berg befinden sich Teile des Landschaftsschutzgebiets Obereichsfeld (CDDA-Nr. 390325; 2009; 384,96 km²). Das zuerst genannte NSG ist außerdem als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Kelle-Teufelskanzel (FFH-Nr. 4625-303; 2 km²) ausgewiesen, und westlich davon ist das zuletzt erwähnte NSG ein Teil des FFH-Gebiets Werra- und Wehreland (FFH-Nr. 4825-302; 244,81 km²). Auf der Junkerkuppe liegt zudem ein Teil Vogelschutzgebiets Werrabergland südwestlich Uder (VSG-Nr. 4626-420; 84,33 km²).[3]

Teufelskanzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teufelskanzel: Sandsteinfels an der Junkerkuppe, oberhalb von Lindewerra
NVA-Soldaten zur Kontrolle der innerdeutschen Grenze nordwestlich des Junkerkuppengipfels mit Dorf Rimbach und Burgruine Hanstein im Hintergrund (1965)

Etwa 1,1 km südsüdöstlich des Junkerkuppengipfels, in Richtung des an der Werra gelegenen Lindewerra, liegt im Wald auf etwa 452 m Höhe der sagenumwobene Sandsteinfelsblock Teufelskanzel. Von dort fällt der Blick insbesondere hinab auf die Werraschleife mit den Dörfern Lindewerra (in Thüringen) und Oberrieden, zum Hohen Meißner und zum Kaufunger Wald (alle in Hessen). Nahe dem Fels steht das zu Bornhagen gehörende Waldgasthaus Teufelskanzel.

Lindewerrablick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 600 m südsüdwestlich des Junkerkuppengipfels liegt im Bereich der früher westlich vom Berg verlaufenden Innderdeutschen Grenze auf etwa 420 m[4] Höhe der Aussichtspunkt Lindewerrablick, der sich wie die Teufelskanzel oberhalb der Werraschleife bei Lindewerra befindet – jedoch dem Fluss abwärts folgend etwas weiter in Richtung Oberrieden. Anders als von der Teufelskanzel, von wo aus wegen belaubter Baumkronen im Blickvordergrund Lindewerra nicht komplett einsehbar ist, fällt der Blick von dort auf das gesamte Dorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Burg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 400 m nordnordwestlich des Junkerkuppengipfels, in Richtung der bei Rimbach gelegenen Burgruine Hanstein, befindet sich die Alte Burg („Die Alte Burg“). Der Burgstall (abgegangene Burg) liegt im Wald auf etwa 440 m[3] Höhe. Dort könnte im Frühmittelalter ein Wehrbau (Fortifikation) existiert haben, worauf der Name des nahen Dorfs Bornhagen hindeutet.[5] Ob es sich bei der Burg um eine Vorgängerburg des im Jahr 1070[5] erwähnten Hansteins oder eine Belagerungsburg nach Grenzstreitigkeiten mit den benachbarten hessischen Landgrafen gehandelt hat, ist nicht eindeutig belegt. In der Mitte des 14. Jahrhunderts sind nochmals Streitigkeiten zwischen den Brüdern Lippold und Werner von Hanstein um den Höheberg bekannt, die den Berg in Hege legten.[6] Zu finden sind noch heute eine rechtwinklig angelegte Wall- und Grabenanlage nach drei Seiten, ein weiterer Graben in Richtung Rimbach und mehrere größere Steinblöcke auf der Burgstelle, aber keine Hinweise auf Grundmauern fester Gebäude.

Innerdeutsche Grenze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorbei an der Junkerkuppe verlief rund 500 m westlich ihres Gipfels in der Zeit des Kalten Krieges (1945–1990) die innerdeutsche Grenze zwischen der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Osten und der Bundesrepublik Deutschland (BRD) im Westen. Deren Verlauf im Bereich westlich der Junkerkuppe wurde nach Ende des Kalten Krieges ein Teil der Grenze der deutschen Länder Thüringen mit dem Landkreis Eichsfeld im Osten und Hessen mit dem Werra-Meißner-Kreis im Westen. Auf der Bergkuppe befand sich noch unabhängig von den benachbarten Grenzanlagen eine Funkstation des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi).[7]

Wandern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Junkerkuppe ist nur auf Waldwegen und -pfaden zu erreichen, beispielsweise während eines an der nahen Burgruine Hanstein, bei Lindewerra oder Rothenbach beginnenden Spaziergangs. Etwas nordöstlich vorbei am Gipfel verläuft der unter anderem auch die Teufelskanzel und die Burgruine Hanstein passierende Herkulesweg. Auch auf dem einstigen Kolonnenweg, der zur Sicherung der früher am Berg verlaufenden Innderdeutschen Grenze diente, kann im Grünen Band Deutschland gewandert werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Amtliche topographische Karten Thüringen 1:10.000. Eichsfeldkreis LK Nordhausen, Kyffhäuserkreis, Unstrut-Hainich-Kreis. In: Thüringer Landesvermessungsamt (Hrsg.): CD-ROM Reihe Top10. CD 1. Erfurt 1999.
  2. Hans-Jürgen Klink: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 112 Kassel. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1969. → Online-Karte (PDF; 6,9 MB)
  3. a b c Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  4. Lindewerrablick (Schild mit Höhenangabe 420 m), abgerufen am 6. April 2014, auf panoramio.com
  5. a b Alte Burg im Artikel Burg Hanstein bei Bornhagen, auf burgen.ausflugsziele-harz.de
  6. Hans-Dieter von Hanstein (Hrsg.): Burg Hanstein. Zur 700-jährigen Geschichte einer eichsfeldischen Grenzfeste. Mecke Druck und Verlag, Duderstadt (Eichsfeld) 2008, ISBN 978-3-936617-48-1, Seite 81–85
  7. Andreas Schmidt: Hauptabteilung III, Funkaufklärung und Funkabwehr. BStU Berlin 2010 (siehe Stützpunktsystem)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Junkerkuppe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien