Jura (Schottland)

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Jura (Diùra)
Satellitenbild von Jura
Satellitenbild von Jura
Gewässer Atlantischer Ozean
Inselgruppe Innere Hebriden
Geographische Lage 55° 59′ N, 5° 54′ WKoordinaten: 55° 59′ N, 5° 54′ W
Lage von Jura (Diùra)
Länge 44,5 km
Breite 12 km
Fläche 366,92 km²
Höchste Erhebung Beinn an Òir
785 m
Einwohner 196 (2011)
<1 Einw./km²
Hauptort Craighouse
Die Paps of Jura
Die Paps of Jura

Jura [ˈdʒʊərə], schottisch-gälisch Diùra, englisch auch Isle of Jura, ist eine Insel der Inneren Hebriden in Schottland. Jura liegt nordöstlich der größeren Insel Islay und gehört zur Council Area Argyll and Bute. Ihr Hauptort ist Craighouse.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name stammt aus dem Altnordischen und bedeutet „Hirschinsel“. Auf der Insel gibt es über 5.500 Rothirsche.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jura ist mit einer Fläche von rund 367 km² etwas mehr als halb so groß wie Islay, ist aber mit nur etwa 196 Einwohnern (Stand: 2011) erheblich dünner besiedelt.[1]

Die Paps[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Paps of Jura sind eine aus drei Quarzitgipfeln bestehende Bergformation. Sie liegen in der südlichen Hälfte der Insel und bestimmen durch ihre Kegelform die Silhouette Juras. Der höchste Berg ist der 785 Meter hohe Beinn Oir (deutsch „Goldberg“). Der Beinn Shiantaidh (Heiliger Berg) ist 755 Meter hoch und liegt östlich des Beinn Oir, während der 734 Meter hohe Beinn a’ Chaolais („Berg am Sund“) südwestlich liegt. Cora Bheinn („Steiler Berg“) mit 569 Metern Höhe liegt nordöstlich von Beinn Shiantaidh, ist jedoch ebenso wie andere kleine Kuppen nicht Teil der Dreiergruppe. An klaren Tagen sind die „Paps“ mehr als 100 Kilometer weit zu sehen.

Corryvreckan-Strudel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strudel von Corryvreckan

Nördlich der Insel, in der Straße von Corryvreckan zur Insel Scarba hin, befindet sich der Corryvreckan-Strudel, einer der größten natürlichen Strudel der Erde. Er gilt als schwer navigierbar und wurde zahlreichen Menschen und Tieren zum Verhängnis.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jura ist nur über Islay mit einer kleinen Fähre, die den Anleger Feolin am Islay-Sund an der Westküste ansteuert, zu erreichen. Der Hauptort der Insel ist Craighouse. Dort befinden sich unter anderem die Whiskydestillerie Isle of Jura und das einzige Hotel der Insel.

Geschichte, Historische Monumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Camas an Staca

Die ältesten Siedlungsspuren auf der Insel und zugleich in ganz Schottland stammen aus dem Mesolithikum, also der steinzeitlichen Phase nach der letzten Eiszeit und vor dem Beginn der Landwirtschaft. Auf der Insel fanden sich Spuren menschlicher Tätigkeit bei Glenbattrick. Sie konnten auf etwa 8030 v.Chr. datiert werden.[2]

  • Auf der Insel finden sich acht Menhire, von denen der schlanke Stein Camus-an-Staca mit 2,5 m der höchste ist.
  • Kilearnadil, in einem Tal nahe Keills gelegen, ist der Friedhof mit den ältesten Grabsteinen auf der Insel.
  • Es gibt eine Anzahl eisenzeitlicher Forts, unter ihnen An Dunan an der Lowlandsman’s Bay. Hier befand sich möglicherweise ein Trockendock der Wikinger.
  • Das Clyde Tomb Cladh Chlainn Iain befindet sich an der Südküste Juras.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orwells Haus Barnhill auf Jura
  • Von Frühling 1947 bis zu seinem Tod 1950 lebte George Orwell mit seinem adoptierten Sohn Richard im Bauernhaus Barnhill auf Jura, das seinem Verleger David Astor vom Observer gehörte, um an seinem Roman 1984 zu arbeiten, den er von 1947–1948 schrieb. Zuvor war seine Frau Eileen Orwell während einer Routineoperation verstorben und sein Haus durch eine V1 (Vergeltungswaffe 1) zerstört worden.[3]
  • Die Insel diente der britischen Musikgruppe The KLF zweimal als Kulisse. 1991 drehte sie dort den Kurzfilm The Rites Of Mu sowie 1994 den kontroversen Film Watch The K Foundation Burn A Million Quid, in welchem sie eine Million Britische Pfund vor laufender Kamera verbrannte.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jura – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zensusdaten 2011
  2. Bill Finlayson, Kevin J. Edwards: The Mesolithic. In: Kevin J. Edwards, Ian Ralston (Hrsg.): Scotland After the Ice Age. Environment, Archaeology and History, 8000 BC – AD 1000. Edinburgh University Press, Edinburgh 2003, ISBN 0-7486-1736-1, S. 109–126, hier S. 115 (Nachdruck. ebenda 2005).
  3. Robert McCrum: The masterpiece that killed George Orwell. The Guardian, 10. Mai 2009, abgerufen am 25. Januar 2017 (englisch).
  4. Caroline Roux: On Location: The Isle Of Jura. In: The Guardian Online, vom 12. August 2006.