Juri Jakowlewitsch Tschaika

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Juri Jakowlewitsch Tschaika (russisch Юрий Яковлевич Чайка; * 21. Mai 1951 in Nikolajewsk am Amur) ist seit 2006 der russische Generalstaatsanwalt.

Juri Tschaika (2015)

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juri Tschaika (dt. "Möwe") ist der Sohn von Jakow Michailowitsch und Maria Iwanowna Tschaika. Sein Vater war jüdischer Herkunft, seine Mutter war Russin.

Juri Tschaika ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne, Artjom und Igor Tschaika. Beiden wird vorgeworfen, dass sie ein weitverzweigtes Firmenimperium mittels Korruption und Unterstützung der russischen Generalstaatsanwaltschaft erworben hätten.[1] Der opposionelle Aktivist und Politiker Alexei Anatoljewitsch Nawalny warf Juri Tschaika 2015 deswegen Verbindungen zur organisierten Kriminalität vor.[2] Nadeschda Tolokonnikowa (Pussy Riot) lancierte im Februar 2016 einen Protestclip gegen die Korruption des Tschaika-Clan.[3]

Juristische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1976 absolvierte er die juristische Hochschule in Swerdlowsk, arbeitete als Staatsanwalt in Irkutsk und wurde 1. Vize-Generalstaatsanwalt Russlands.

1994 kam es zu einem Skandal, als er in der Zeitung riet, Aktien der Gesellschaft Hoper-Invest zu kaufen, und diese pleiteging.

Bereits April bis August 1999 war er kurzzeitig Generalstaatsanwalt, übernahm dann aber im gleichen Jahr das Amt des Justizministers. Seit dem 23. Juni 2006 ist er wieder Generalstaatsanwalt. Juri Tschaika ist Mitglied des Sicherheitsrates der Russischen Föderation.

Orden und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verdienstorden für das Vaterland III. Grades (vergeben am 11. Januar 2001) - für den großen Verdienst im Hinblick auf die Festigung der Gesetzmäßigkeit und der Rechtsordnung
  • Verdienstorden für das Vaterland IV. Grades (vergeben am 21. Mai 2006) - für den großen Verdienst im Hinblick auf die Festigung der Gesetzmäßigkeit und der Rechtsordnung
  • Ehrenorden der Russischen Föderation (19. Mai 2001)
  • Medaille „50. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg 1941–1945“ (1995)
  • Georgi-Schukow-Gedächtnismedaille (1994)
  • Jubiläumsmedaille „300 Jahre Russische Flotte“ (1996)
  • Jubiläumsmedaille „850 Jahre Moskau“ (1997)
  • Ehrenmedaille „Verdienter Jurist der Russischen Föderation“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Juri Tschaika – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anna Jikhareva: Das Imperium der Möwen. WOZ, 24. Dezember 2015, abgerufen am 28. Februar 2016.
  2. Nawalnyj, Alekseij: Tschaika (2015), Dokumentation (russisch)
  3. Klaus-Helge Donath: Neuer Protestclip von Pussy Riot. Taz, 4. Februar 2016, abgerufen am 28. Februar 2016.