Juri Julianowitsch Schewtschuk

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Juri Schewtschuk im August 2007
Unterschrift von Juri Schewtschuk

Juri Julianowitsch Schewtschuk (russisch Юрий Юлианович Шевчук; wiss. Transliteration Jurij Julianovič Ševčuk; * 16. Mai 1957 in Jagodnoje, Oblast Magadan, Russische SFSR, Sowjetunion) ist ein russischer Sänger, Musiker, Dichter, Komponist, Produzent und Schauspieler. Bekannt wurde er als Begründer und Liedsänger der in der baschkirischen Hauptstadt Ufa gegründeten Rockband DDT, die in den 1980er-Jahren zu den bekanntesten Bands des sowjetischen Underground gehörte und bis heute sehr populär ist.

Schewtschuk ist einer der bekanntesten Rockmusiker und Sänger Russlands und gleichzeitig engagierter Kritiker der Regierung Wladimir Putins. So beteiligte er sich 2008 am Marsch der Unzufriedenen. Internationale Aufmerksamkeit erlangte die Fernsehübertragung einer Diskussion zwischen Putin und Schewtschuk bei einem Empfang im Mai 2010 in Sankt Petersburg, wo der Musiker die Einhaltungen der Freiheitsrechte Andersdenkender in Russland einforderte.[1]

Schewtschuk lebt und arbeitet heute (2011) in Sankt Petersburg.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben seiner Tätigkeit als Bandleader der Musikgruppe DDT arbeitet Juri Schewtschuk auch als Solokünstler.

Erscheinungsjahr Originaltitel Transkribierter Titel Übersetzung/Anmerkungen
1983 Череповецкий магнитоальбом Tscherepowetskij magnitoal'bom Tscherepowezer Tonbandalbum
1992 Кочегарка Kotschegarka Heizraum
Aufnahme von 1985, Zusammenarbeit mit Alexander Baschlatschow
1998 82 г. 82 g. ’82
Aufnahme von 1982
2001 Два концерта. Акустика Dwa kontserta. Akustika Zwei Konzerte. Akustik
2005 Москва. Жара Moskwa. Schara Moskau. Hitze
Zusammenarbeit mit Sergei Iljitsch Rijschenko
2008 L’Echoppe L’Echoppe Der Stall
Zusammenarbeit mit Konstantin Kasanski
2009 Сольник Sol'nik Solo
eine Sammlung von Gedichten, herausgegeben von der Nowaja Gaseta

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erscheinungsjahr Originaltitel Transkribierter Titel Übersetzung/Anmerkungen
1988 Публикация Publikazija Die Publikation
1989 Лимита, или Четвертый сон Limita, ili Tschetwertyj son Limita oder der vierte Traum
1990 Духов день Duchow den Pfingstmontag
1990 Город Gorod Die Stadt
2002 Вовочка Wowotschka Wowotschka
Koseform von Wladimir
2007 Антонина обернулась Antonina obernulas Antonina hat sich abgewandt
2011 Жила-была одна баба Schila-byla odna baba Es lebte einmal eine alte Frau

Fernsehserien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erscheinungsjahr Originaltitel Transkribierter Titel Übersetzung/Anmerkungen
2005 Атаман Ataman Ataman
Kosakenanfüher
2008 Батюшка Batjuschka Väterchen
umgangssprachliche Bezeichnung für einen orthodoxen Priester

Dokumentarfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erscheinungsjahr Originaltitel Transkribierter Titel Übersetzung/Anmerkungen
1986 Я получил эту роль Ja polutschil etu rol Ich bekam diese Rolle
Dokumentarfilm über die Musikgruppe DDT
1987 Рок Rok Rock
Dokumentarfilm über die sowjetische Rockmusik der 1980er Jahre
1988 Игра с неизвестным Igra s neiswestnym Spiel mit dem Unbekannten
Dokumentarfilm über den musikalischen Underground der Sowjetunion zu Anfang der Perestroika
2002 Время ДДТ Wremja DDT DDT-Zeit
Dokumentarfilm über die Geschichte der Band DDT im Kontext verschiedener neuzeitlicher Ereignisse in Russland (z. B. Zerfall der Sowjetunion, Russische Verfassungskrise 1993, Erster und Zweiter Tschetschenienkrieg)
2004 Земное и небесное Semnoe i nebesnoe Irdisches und Himmlisches
als Moderator, Dokumentarserie über die Geschichte der Russisch-Orthodoxen Kirche
2006 Костя и мышь Kostja i mysch Kostja und die Maus
Dokumentarfilm über den russischen Dichter Konstantin Konstantinowitsch Kusminskij und dessen Frau Emma Kusminskaja, welche den Spitznamen "Maus" trug
2006 Посольская церковь Posolskaja zerkow Die Botschaftskirche
Dokumentarfilm über die Kirche der Fürbitte der Gottesgebärerin und des heiligen Alexander Newski des Exarchats der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa in Biarritz, Frankreich
2006 Свобода по-русски Swoboda po-russki Freiheit auf Russisch
Dokumentarserie über die Geschichte des Parlamentarismus in Russland
2012 Небо под сердцем Nebo pod serdzem Der Himmel unter dem Herzen
Dokumentarfilm über ein Konzert der Gruppe DDT vom 9. November 2011 im Sportkomplex Olimpijski

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erscheinungsjahr Originaltitel Transkribierter Titel Übersetzung/Anmerkungen
2007 История государства Российского Istorija gosudarstwa Rossijskogo Die Geschichte des russischen Staates
Schewtschuk vertonte alle 500 Teile der Dokumentarserie

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erscheinungsjahr Originaltitel Transkribierter Titel Übersetzung/Anmerkungen
2000 Защитники Трои. Книга стихов и песен Saschitniki Troi. Kniga stichow i pesen Die Verteidiger von Troja. Buch der Gedichte und Lieder
2009 Сольник. Альбом стихов. Solnik. Albom stichow. Solo. Gedichtsalbum.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Medaille des Ministeriums für Katastrophenschutz der Russischen Föderation für die "Teilnahme an humanitären Notfall-Operationen"
  • Silbernes Kreuz des Innenministeriums der Russischen Föderation
  • "Master" Emblem des Internationalen Kunstfestivals "MASTER CLASS" in Sankt Petersburg
  • Preisträger der Zeitung Moskowski Komsomolez
  • Gewinner des Wettbewerbs "Goldene Stimmgabel" in Tscherepowez (1982)
  • Titel "Bester Rocksänger des Jahres" des Festivals "Weiße Nächte von St. Petersburg" in Berlin (1994)
  • "Petropol'" Kunstpreis (1999)
  • "Zarskoje Selo" Kunstpreis für seinen "Beitrag zur Entwicklung der russischen Poesie und Rockkultur" (2000)
  • "Blaue Seiten. Mensch des Jahres 2002" auf dem Gebiet der Musik
  • Volkskünstler der Republik Baschkortostan (2005)
  • Unabhängige russische Auszeichnung "Triumph" für "herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Literatur und Kunst" (2007)
  • Preisträger der Moskauer Helsinki-Gruppe für die "Verteidigung der Menschenrechte durch Kultur und Kunst" (2009)
  • Am 16. Januar 2010 wurde der Asteroid 212924 mit "Juri Schewtschuk" benannt
  • Orden des Heiligen Apostels Andreas der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats (2012)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Juri Schewtschuk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wie Wladimir Putin einmal kurz zum Demokraten wurde, Michael Pilz, Die Welt, 2. Juni 2010