Justice Prisoner and Alien Transportation System

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Justice Prisoner and Alien Transportation System
– JPATS –
US Marshal Badge.png
IATA-Code: (nicht vergeben)
ICAO-Code: DOJ
Rufzeichen: JUSTICE
Gründung: 1995
Sitz: Kansas City, MO
Drehkreuz:

Anchorage (Alaska), Mesa (Arizona), Alexandria (Louisiana), United States Virgin Islands

Heimatflughafen:

Oklahoma City

Flottenstärke: 10
Ziele: national und international
Ein U.S. Marshal an Bord eines JPATS-Dienstflugzeuges

Das 1995 gegründete Justice Prisoner and Alien Transportation System (JPATS, umgangssprachlich Con Air[1]) ist eine US-amerikanische Einrichtung des United States Marshals Service. Ihre Aufgabe ist der Gefangenentransport von sog. Bundesgefangenen (Federal Inmates) und anderen, wofür eine exklusive regierungseigene „Fluggesellschaft“ unterhalten wird. Das JPATS ging aus dem National Prisoner Transportation System des U.S. Marshals Service hervor.[2]

Aufgaben und Tätigkeiten[Bearbeiten]

Das JPATS transportiert verurteilte Straftäter im Auftrag des Federal Bureau of Prisons sowie illegale Ausländer in Flugzeugen mit einem hohen Sicherheitsstandard. Neben dem Flugverkehr werden Gefangene durch den JPATS auch per Bus oder Van transportiert, wenn ein Flug nicht möglich ist.

Flugbetrieb[Bearbeiten]

Abzeichen der JPATS Air Operations Division, Air Crew.

Das JPATS betreibt vier Boeing 727[3] sowie vier McDonnell Douglas MD-83. Außerdem sind zwei Boeing 737-400 im Einsatz.[4] Des Weiteren werden auch Kleinflugzeuge gechartert. Es werden über 350.000 Gefangene jährlich transportiert.[5]

Der Flugplan, die verwendeten Luftfahrzeuge sowie die Flugroute werden geheim gehalten, um eine Flucht oder eine Gefangenenbefreiung zu vermeiden. Die Gefangenen werden durchgehend an den Füßen, Händen und Hüften gefesselt transportiert. Die Gefangenen dürfen nur sprechen, wenn sie von Beamten gefragt oder dazu aufgefordert werden. Flugbegleiter sind ausschließlich uniformierte U.S. Marshals, 15 in jedem Flugzeug.[6] Eigene Flugzeuge haben keine Aufschrift und sind weiß lackiert, auch die Chartermaschinen tragen keine JPATS- oder U.S. Marshals-Identifikation.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Als bei den Terroranschlägen am 11. September 2001 alle nicht-militärischen Flüge im Luftraum der Vereinigten Staaten von der FAA unterbunden wurden, war dem JPATS als einziger ziviler „Fluggesellschaft“ das Weiterfliegen erlaubt.
  • Der 1997 gedrehte Film Con Air mit Nicolas Cage in der Hauptrolle hat eine Meuterei an Bord eines Fluges des JPATS als Thema (im Film wird eine Fairchild C-123 gezeigt; dieses Modell wird in der Realität jedoch nicht vom JPATS verwendet).
  • Im 1998 gedrehten Film Auf der Jagd mit Tommy Lee Jones und Wesley Snipes in den Hauptrollen wird ein Gefangenentransport des JPATS gezeigt, bei dem das eingesetzte Flugzeug (Boeing 727) abstürzt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: United States Marshals Service – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Convicts Airlines, von engl. Verurteilter
  2. History NPTS auf usmarshals.gov (engl.), aufgerufen am 12. Oktober 2009
  3. Quelle: Boeing Jetliner Databook; ISBN 978-0-7603-0928-5
  4. Justice Prisoner & Alien Transportation System (JPATS) Fleet Details and History auf planespotters.net (engl.), abgerufen am 27. Januar 2015
  5. Justice Prisoner & Alien Transportation System (JPATS) auf usmarshals.gov (engl.), abgerufen am 27. Januar 2015
  6. Interview mit Marshall Bradford, in: Welt der Wunder Magazin, Ausgabe 3/11