Justizvollzugsanstalt Aichach

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BW
Justizvollzugsanstalts-Information
Name Justizvollzugsanstalt Aichach
Bezugsjahr 1909
Haftplätze 563

Die Justizvollzugsanstalt Aichach ist eine JVA für weibliche und männliche Strafgefangene des Freistaates Bayern in Aichach, Bayerisch-Schwaben.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Haftanstalt für weibliche Strafgefangene hat eine Belegungsfähigkeit von derzeit 433 Haftplätzen im Regelvollzug und sechs Haftplätzen im offenen Vollzug. Für männliche Strafgefangene stehen 124 Haftplätze zur Verfügung.

Die Anstalt hat eine Krankenabteilung für Frauen, die auch für die Gesundheitsfürsorge anderer Justizvollzugsanstalten dient. Ferner gibt es dort eine Mutter-Kind-Abteilung mit zehn Haftplätzen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anstalt wurde 1904 bis 1908 errichtet und ab Januar 1909[1] als Haftanstalt für weibliche katholische Strafgefangene in Betrieb genommen.

1935 wurde das Arbeitshaus für Frauen nach Aichach verlegt. Nach der Aufhebung der Frauenstrafanstalt Rothenfeld im Jahre 1966 wurden die dortigen Strafgefangenen ebenfalls nach Aichach verlegt.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Justizvollzugsanstalt besteht aus einem kleineren Männerhaus und einer verhältnismäßig großen Frauenabteilung, die in vier Flügel (A–D) aufgeteilt ist. Jeder Flügel besteht aus drei Stockwerken. In der Abteilung B befindet sich neben der Jugendabteilung eine Zugangsabteilung, von der aus neue Insassinnen auf die restlichen Flügel verteilt werden. Auf Abteilung C befindet sich der Zugang zu den meisten Arbeitsbetrieben, die unter anderem Leiterplatten für industrielle Betriebe, Plastikteile für die Autoindustrie (durch die Firma Hörauf und Kohler), und vieles mehr herstellen. Außerdem befindet sich die Einkaufsmöglichkeit der Gefangenen ebenfalls auf Flügel C. Auf Abteilung D befindet sich der Zugang zur Krankenabteilung und zur Mutter-Kind-Abteilung. Außerdem beherbergt der Flügel D im ersten Stock die Sicherheitsabteilung. In Flügel A befinden sich der Zugang zur Verwaltung und die hauseigene Bäckerei sowie die Großküche, außerdem die Arbeitstherapie für Gefangene, denen es nicht möglich ist, in die „normalen“ Arbeitsbetriebe integriert zu werden.

Anstaltsleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leiter der Anstalt ist Regierungsdirektor Konrad Meier, der Ende Februar 2008 die Nachfolge von Leitender Regierungsdirektor Wolfgang Deuschl antrat.

Aufbau der einzelnen Abteilungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf jedem Stockwerk befinden sich ca. 16 bis 20 Zellen, wovon ein bis zwei mit bis zu vier und der Rest mit bis zu zwei Personen belegt werden können. Auf jedem Stockwerk der oben benannten Flügel gibt es jeweils eine Küche, die den Gefangenen während ihrer Freizeit zur Verfügung steht, um eigene Speisen zuzubereiten. Des Weiteren ist es den Gefangenen möglich, ihre Privatwäsche selbständig zu reinigen, da ebenfalls auf jedem Stockwerk eine Waschmaschine zur Verfügung steht.

Zellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jede Ein- bzw. Zweipersonenzelle ist ca. acht Quadratmeter groß und verfügt über eine Toilette und ein Waschbecken, es gibt allerdings auch Vier- und Sechspersonenzellen. Darüber hinaus ist es den Gefangenen möglich, ein Fernsehgerät zu mieten oder mitzubringen. Mitgebrachte Geräte müssen jedoch vorher bei einem von der Anstalt festgelegten Elektrobetrieb abgegeben werden. Dieser überprüft bzw. verplombt das TV Gerät und liefert es dann in die JVA. Das Fernsehprogramm wird ohne Videotext in die Zellen eingespeist, da über Videotext und Chatseiten Nachrichten an Gefangene ungeprüft in die Anstalt gelangen könnten. Der Flügel A verfügt über eine behindertengerecht eingerichtete Zelle.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gelände befindet sich eine großzügige Kirche, in der regelmäßig katholische sowie evangelische Gottesdienste abgehalten werden.

Denkmalschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Baukomplex ist ein Baudenkmal.[2][3]

Die Beschreibung lautet:

„Münchener Straße 33. Justizvollzugsanstalt Aichach, 1904/08 in versachlichten, leicht barockisierenden Formen errichtet; vier um oktogonale Zentralhalle kreuzförmig angeordnete panoptische Flügel, durch Mauerzüge und weitere Trakte (Arbeitsgebäude A und B, Wirtschaftsgebäude, Schule, Männerhaus, zweiflügelige Anstaltskirche) zur sechshöfigen Rechteckanlage vervollständigt, aus der nach Westen der Verwaltungsflügel und nach Süden die Krankenabteilung herausspringen; der Komplex von einer ursprünglich sechseckigen (jetzt nach Osten erweiterten) Umfassungsmauer mit Ecktürmen und Torgebäude eingefasst; mit Ausstattung. nachqualifiziert“

Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Denkmalliste Bayern 771113, PDF)

Freizeitangebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die JVA bietet Gefangenen verschiedene Möglichkeiten, ihre Freizeit zu gestalten, beispielsweise eine Theatergruppe, die von der evangelischen Pastorin Friedlein geleitet wird. 2002 führte diese Gruppe sehr erfolgreich die Eigenproduktion „Weiber, Wahnsinn Wollwürst“ auf. Außerdem stehen den Gefangenen diverse Sportmöglichkeiten wie Volleyball, Jazzgymnastik, Stepaerobic usw. zur Verfügung.

Bekannte Inhaftierte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. PDF
  2. Denkmalliste Bayern, Aktennummer D-7-71-113-109 (Denkmalliste Bayern: Aichach, S. 6–7; PDF)
  3. D-7-71-113-109

Koordinaten: 48° 27′ 7″ N, 11° 8′ 3″ O