Justizvollzugsanstalt Oldenburg

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Justizvollzugsanstalt Oldenburg
Justizvollzugsanstalt Oldenburg
Justizvollzugsanstaltsinformation
Name Justizvollzugsanstalt Oldenburg
Bezugsjahr 2001[1]
Haftplätze 437[1]
Mitarbeiter 250
Anstaltsleitung Marco Koutsogiannakis

Die JVA Oldenburg ist eine Justizvollzugsanstalt in Oldenburg (Oldenburg), Niedersachsen. Sie wurde 2001 in Betrieb genommen und verfügt über 437 Haftplätze.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aufbau der Justizvollzugsanstalt Oldenburg zeichnet sich dadurch aus, dass die Gefangenen über eine zentrale Verkehrsachse von den Hafthäusern in die Betriebe und die Schule gelangen und damit nicht das Gebäude verlassen müssen. Alle Zugänge zu dem Gebäude führen durch personell bewachte Sicherheitsschleusen. Die einzelnen Vollzugsabteilungen sind baulich voneinander getrennt, so dass eine räumliche Trennung der Inhaftierten und damit eine Differenzierung während des Strafvollzugs ermöglicht wird.

Innerhalb der Anstalt befinden sich keine Gitter. Sämtliche Türen und Fenster innerhalb der Mauern sind Sicherheitsglas-Elemente, so dass eine gute Übersicht gewährleistet bleibt. Gitter befinden sich nur an den Außenfenstern des Gebäudes. Alle Bereiche der Anstalt – bis auf die Hafträume – sind kameraüberwacht.

Nach dem Vorbild der JVA Oldenburg wurden in gleicher Bauweise in Niedersachsen die Justizvollzugsanstalten Sehnde[2] (Bezugsjahr 2004) und Rosdorf[3] (Bezugsjahr 2007) erstellt.

Leitbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Philosophie der Anstalt beruht auf dem Grundsatz, dass das Einhalten der geltenden Regeln die im Vollzug möglichen Vergünstigungen ermöglicht, während Regelverstöße zu deren Entzug führen. Das Konzept baut sich nach dem Leitbild „wir sind konsequent und liberal“ auf.[4] Hierzu gehört die absolute Sauberkeit in der Anstalt, harte Konsequenzen schon bei kleinen Gewalttätigkeiten und Sanktionen bei geringem Suchtmittelmissbrauch. Bei regelkonformem Verhalten gibt es unterschiedliche Vergünstigungen.

Zudem bietet die JVA Oldenburg auf die Klientel zugeschnittene Behandlungsangebote, Bildungsmaßnahmen, berufliche Qualifikationen und Freizeitangebote an, die die Inhaftierten auf ein straffreies Leben nach der Inhaftierung vorbereiten.

Zuständigkeit / Vollstreckungsplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die JVA Oldenburg verfügt mit ihren beiden Außenabteilungen über insgesamt 437 Haftplätze. In der Hauptanstalt können 122 Inhaftierte in Untersuchungshaft und 126 Inhaftierte in Strafhaft untergebracht werden. Auf der Transportstation können 30 Inhaftierte, in der medizinischen Abteilung 6 Inhaftierte und auf der Sicherheitsstation 10 Inhaftierte untergebracht werden. Aufgrund des hohen Sicherheitsstandards sind hier auch Straftäter mit langen Haftstrafen inhaftiert. Seit 2014 hat die JVA Oldenburg erstmals eine eigene Zuständigkeit für Strafgefangene, insbesondere aus dem Amtsgerichtsbezirk Oldenburg, so dass Strafgefangene von der Untersuchungshaft bis zu ihrer Haftentlassung durch die Anstalt begleitet werden. Seit dem 1. August 2017 verfügt die JVA Oldenburg zudem über eine psychiatrische Abteilung mit 20 Haftplätzen. Die weitere Zuständigkeit ergibt sich aus dem Einweisungs- und Vollstreckungsplan für das Land Niedersachsen.

Die Abteilungen in Wilhelmshaven und Nordenham[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteilungen des offenen Vollzuges in Wilhelmshaven (77 Haftplätze) und Nordenham (46 Haftplätze, davon sechs für Frauen) bereiten Inhaftierte, die für Haftlockerungen geeignet sind, auf ihre Entlassung vor.

Beide Abteilungen bieten den Inhaftierten einen Arbeitsbetrieb, in dem tagsüber gearbeitet werden kann. Darüber hinaus besteht ein umfangreiches Bildungs- und Freizeitangebot. Nach eingehender Prüfung und festgestellter Eignung der Gefangenen, können diese bis zu 30 Stunden Regelausgang im Monat erhalten. Bei festgestellter Eignung können Inhaftierte im Freigang tagsüber einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen, um nach der Arbeit wieder in den offenen Vollzug zurückzukehren.

Seit 2008 befindet sich auf dem Gelände in Wilhelmshaven das Vollzugsmuseum Wilhelmshaven. Im Dezember 2011 wurde ein Förderverein gegründet mit dem Ziel, die vollzugsgeschichtliche Sammlung im ehemaligen Luftschutzbunker auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt in Wilhelmshaven zu erhalten und gegebenenfalls zu erweitern. Das Museum ist nur wenige Tage im Jahr sowie auf Voranmeldung geöffnet. Darüber hinaus finden seit 2012 verschiedene Kulturveranstaltungen wie Lesungen und kleinere Konzerte statt.[5]

Unterbringung der Inhaftierten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunächst werden die Inhaftierten der Untersuchungshaft von den Strafgefangenen räumlich getrennt untergebracht. Bei allen Gefangenen gibt es Vollzugsabteilungen für diejenigen, die regelmäßig zur Arbeit gehen. Die Nicht-Arbeiter sind gesondert untergebracht.

Es gibt eine Aufnahmeabteilung für Untersuchungsgefangene und eine für Strafgefangene mit einem geordneten Aufnahmeverfahren zur Planung der Maßnahmen und der Erleichterung der ersten Zeit in der Haft. Es gibt eine Abteilung für Teilnehmer von Bildungsmaßnahmen, eine Abteilung für Gefangene mit sogenannten „Funktionsposten“ (z. B. Küchenarbeiter), eine Krankenstation und eine Station zur Vorbereitung auf den offenen Vollzug, die Entlassung oder die Aufnahme einer Therapie.

Wird bei Gefangenen die Eignung für den offenen Vollzug festgestellt, so werden sie in die Abteilungen Wilhelmshaven oder Nordenham verlegt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Justizvollzugsanstalt Oldenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 53° 6′ 28,8″ N, 8° 12′ 21,8″ O

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Webseite der JVA Oldenburg
  2. Webseite der JVA Sehnde
  3. Webseite der JVA Rosdorf
  4. Flyer der JVA Oldenburg
  5. Chronik auf der Vereinshomepage