Justus Scheibert

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Justus Scheibert (* 1831 in Stettin; † 1903 in Berlin) war ein preußischer Ingenieuroffizier im Range eines Majors und Kriegsberichterstatter.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Justus Scheibert war der Sohn des Pädagogen Karl Gottfried Scheibert.

Seit 1859 berichtete Scheibert im Auftrag der preußischen Regierung von zahlreichen Kriegsschauplätzen. Seine Berichte über den US-Bürgerkrieg, den Boxeraufstand in China und den Burenkrieg machten Ihn zu einem der berühmtesten und gefragtesten Militärschriftsteller seiner Zeit.[1]

Als preußischer Beobachter des amerikanischen Bürgerkrieges war Scheibert ab 1863 sieben Monate auf konföderierter Seite, unter anderem mit den Generälen Robert E. Lee und General Jeb Stuart an den Schlachten von Chancellorsville, Brandy Station und Gettysburg beteiligt.[2]

Scheibert hatte eine offensichtliche Vorliebe für den Süden, auf dessen Seite er berichtete. Die militärische und politische Führung der Nordstaaten beurteilte er als ein bürokratisches Durcheinander. In seinem Bericht, der direkt nach dem Krieg geschrieben wurde, verglich Scheibert Präsident Abraham Lincolns militärischen Unerfahrenheit mit der Kriegserfahrung von Jefferson Davis und verhöhnte ihn als „der Aufgabe nicht gerecht werdend“, die Unionsarmee von einem „bewaffneten Mob“ zu einer schlagkräftigen Kampfeinheit zu verwandeln. Den Süden verglich er dagegen mit den alten englischen Kavalieren und ihren alten literarischen und kulturellen Traditionen.[3]

Scheibert war ebenfalls 1864 am Krieg gegen Dänemark sowie 1870/71 am Krieg gegen Frankreich beteiligt.[4]

Scheibert war von 1880 bis 1884 Redakteur der Kirchberger Zeitung Post aus dem Riesengebirge, sowie von 1885 bis 1902 der Kreuzzeitung.[4] Zudem war Scheibert Chefredakteur der Zeitung Heer und Flotte.[1]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

angegeben ist immer das Jahr der Erstveröffentlichung, falls ermittelbar. Es gibt zahlreiche, zum Teil erweiterte Neuauflagen diverser Verlage.

  • Im Feldlager der Konföderierten. 1863.
  • Sieben Monate in den Rebellen-Staaten während des nordamerikanischen Krieges. Verlag Th. von der Nahmer, Stettin 1863.
  • Der Bürgerkrieg in den Nordamerikanischen Staaten. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1874.
  • Justus Scheibert's US-Bürgerkrieg
Band 1: Konföderierte Profile.
Band 2: Schlachten und Gefechte.
Band 3: Strategie und Taktik.
  • Der Krieg 1870–1871 zwischen Deutschland und Frankreich. Gustav Fock Verlag, Leipzig 1888.
  • Die Grosse Reiterschlacht Bei Brandy Station. mit Heros von Borcke, Verlag Paul Kittel, Berlin 1893.
  • Der Segelsport. Verlag Grethlein, Leipzig.
  • Illustriertes deutsches Militär-Lexikon. W. Pauli's Nachf. (H. Jerosch), Berlin 1897.
  • Kaiser Wilhelm I. und Seine Zeit. Becker Verlag, Berlin 1898.
  • Der Krieg in China 1900–1901. Band 1, Verlag A. Schröder, Berlin 1901.
  • Der Krieg in China 1900–1901. Band 2, Verlag A. Schröder, Berlin 1902.
  • Der Freiheitskampf der Buren und die Geschichte ihres Landes. Verlag A. Schröder, Berlin 1900.
  • Mit Schwert und Feder. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1902.
  • Die Kriege von 1864 und 1866: Unter Zugrundelegung der grossen Generalstabswerke. Vaterländischer Verlag, Berlin 1904.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Siehe Klappentext der Wiederveröffentlichung Im Feldlager der Konföderierten. 1991, verfasst von Horst Scheibert, Brigadegeneral a.D. und Enkel von Justus Scheibert
  2. http://www.1st-cs-battalion.eu/cavalry.html
  3. https://gettysburgcompiler.com/2014/12/12/justus-scheibert-and-international-observation-of-the-civil-war/
  4. a b J. Scheibert: Mit Schwert und Feder. Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin 1902.