Jutta Freifrau von Droste zu Hülshoff

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Jutta Freifrau von Droste zu Hülshoff (* 17. Juni 1926 in Münster; † 23. Dezember 2015 in Billerbeck[1]) war die letzte Privateigentümerin von Burg Hülshoff in Havixbeck, die sie als Stifterin 2012 in die Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung einbrachte.[2]

Jutta Freifrau Droste zu Hülshoff 1985

Abstammung und Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jutta Freiin von Droste zu Hülshoff (sie nannte sich „Freifrau“ auch während ihrer beiden Ehen) war das einzige Kind von Werner Freiherr von Droste zu Hülshoff (1872–1945), dem letzten Stammherrn der Familie auf Gut Hülshoff und den Nebengütern, und seiner zweiten Frau Magda Mobitz (1892–1975)[3]. Sie war eine Enkelin von Heinrich von Droste zu Hülshoff, während die übrigen zeitgenössischen Familienmitglieder von dessen jüngstem Bruder Carl Caspar von Droste zu Hülshoff abstammen. Im Unterschied zur sonstigen Familie wurde sie evangelisch getauft. 18-jährig heiratete sie 1944 den Landwirt Helfried Stromberg (1918–1980),[4] mit dem sie einen Sohn und drei Töchter bekam, von denen ihr Sohn[5] sie nicht überlebte.[1]

Am 19. April 1945, in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs, starb ihr Vater,[6] so dass sie im Alter von 19 Jahren den Familienbesitz erbte, den sie mit ihrer Mutter und ihrem Mann verwaltete. Nach ihrer Scheidung heiratete sie 1979 den Architekten Herbert Meinert (1921–1986), der nach dem geänderten Familienrecht ihren Namen annahm.[7]

Sie starb am 23. Dezember 2015 in einem Pflegeheim in Billerbeck, die Beisetzung fand am 4. Januar 2016 auf Burg Hülshoff statt.[1]

Öffentliches Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg Hülshoff

Jutta von Droste zu Hülshoff gab der Vorburg von Burg Hülshoff mit ihrem zweiten Mann in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts so breite Gräben, dass man von einer Insellage sprechen kann. Sie richtete das Restaurant neu ein, ließ den Park umzäunen und legte einen Rosengarten sowie eine Liegewiese an. Sie organisierte Führungen und Veranstaltungen auf Burg Hülshoff und engagierte sich u. a. in der Annette von Droste-Gesellschaft. Nach dem Krieg galt Gut Hülshoff zeitweise als landwirtschaftlicher Musterbetrieb, im Laufe der Zeit verkaufte sie große Teile des Gutsbesitzes, darunter 1979 Haus Rüschhaus, das die Stadt Münster erwarb. Mithilfe ihres zweiten Mannes gab sie Park und Wassergräben der Burg die heutige Gestalt.[8] Im Jahr 2012 stiftete sie die Burg Hülshoff, die sich seit fast 600 Jahren im Besitz ihrer Familie befunden hatte, mit der dazugehörigen Bibliothek, Kunst- und Einrichtungsgegenständen sowie die verbliebenen Immobilien, Ländereien, eine Parkanlage sowie das gesamte Sachvermögen[9] als materiellen Grundstock der neuen Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung, die bei Gründung über ein Stiftungskapital in der Größenordnung von über 19 Millionen Euro verfügte.[10][11] Die von Jutta von Droste zu Hülshoff gestiftete Burg Hülshoff soll durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Literaturzentrum und Museum ausgebaut werden.[12] Darüber hinaus soll hier die Droste-Forschungsstelle mit einer Spezialbibliothek eingerichtet werden. Das Handschriftenarchiv, gegenwärtig in Münster untergebracht, soll ebenfalls in die Burg Hülshoff umziehen.[13] In einer dritten Ausbaustufe ist seitens des Landschaftsverbandes der Aufbau eines Literaturzentrums Nordrhein-Westfalen in der Burg geplant.

Jutta von Droste zu Hülshoff war als Beirätin der Annette von Droste-Gesellschaft tätig.[14]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon“, Bd. III, 1975
  • „Genealogisches Handbuch des Adels, Freiherrliche Häuser“, Bd. XVI.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Printausgabe der Westfälischen Nachrichten vom 30. Dezember 2015: Jutta von Droste zu Hülshoff tot
  2. Gründung der Annette zu Droste zu Hülshoff-Stiftung am 28. September 2012 (Memento des Originals vom 12. Juli 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.burg-huelshoff.de, abgerufen am 2. August 2013
  3. Die biologische Abstammung von ihrem Vater wurde lt. ihrem Vetter Mariano Freiherr Droste zu Hülshoff in der Familie bezweifelt, Tonbandinterview mit ihm 1987, Archiv Wilderich Freiherr Droste zu Hülshoff
  4. Genealogisches Handbuch des Adels, Band XVII, Seite 93
  5. Grabstätte auf dem Friedhof Münster-Roxel
  6. Genealogisches Handbuch des Adels, Band XVII, Seite 93
  7. Genealogisches Handbuch des Adels, Band XVII, Seite 98
  8. André Hagel: Burg Hülshoff - "Wo ewig meine Seufzer wallen..." Auf den Spuren Annette von Droste-Hülshoffs. LWL (Hrsg.), Steinfurt 2009. ISBN 978-3-939172-18-5.
  9. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Droste zu Hülshoff-Stiftung, abgerufen am 2. August 2013
  10. LWL: Stiftungsziele der Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lwl.org, abgerufen am 2. August 2013
  11. Bezirksregierung Münster: Anerkennungsurkunde für die Hülshoff-Stiftung (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bezreg-muenster.de, abgerufen am 2. August 2013
  12. Mitteilung der Staatskanzlei vom 5. Mai 2010, abgerufen am 2. August 2013
  13. LWL-Pressemitteilung vom 28. September 2012, abgerufen am 2. August 2013
  14. Vorstand und Beirat der Droste Gesellschaft (Memento des Originals vom 3. Januar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.droste-gesellschaft.de, abgerufen am 2. August 2013