Kähnsdorf

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Wohnplatz im Landkreis Märkisch-Oderland siehe Prötzel.

Koordinaten: 52° 16′ 12″ N, 13° 2′ 24″ O

Kähnsdorf
Gemeinde Seddiner See
Höhe: 40 m
Fläche: 4,84 km²
Einwohner: 270 (2005)
Bevölkerungsdichte: 56 Einwohner/km²
Eingemeindung: 5. Dezember 1993
Eingemeindet nach: Seddiner See
Postleitzahl: 14554
Vorwahl: 033205
Karte

Kähnsdorf (links oben) im Naturpark Nuthe-Nieplitz

Kähnsdorf ist seit dem 5. Dezember 1993 ein Ortsteil der Gemeinde Seddiner See im Landkreis Potsdam-Mittelmark mit etwa 270 Einwohnern (2005).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kähnsdorf liegt im Naturpark Nuthe-Nieplitz am Südufer des Großen Seddiner Sees und westlich des Kähnsdorfer Sees. Große Teile des 484 Hektar umfassenden Ortsgebietes gehören zum Landschaftsschutzgebiet Nuthetal - Beelitzer Sander in der Zauche. Im Süden schließen sich die Wälder der Stückener Heide an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste menschliche Ansiedlungen am Großen Seddiner See liegen mehr als 10.000 Jahre zurück, wie Bodenfunde belegen. 1375 wurde Kähnsdorf als Kenstorp mit einer Größe von ca. 20 Hufen im Landbuch Karls IV. erstmals erwähnt. Der Name stammt aus dem Slawischen und bedeutet Siedlung eines Mannes namens Kanja.[1]

Über die Landenge zwischen dem Kähnsdorfer und Seddiner See verlief eine mittelalterliche Heer- und Handelsstraße, die spätere Poststraße Leipzig – Berlin. Die Landenge stellte die gefährdetste Stelle der historischen Nord- Südverbindung dar, sodass zu ihrem Schutz die Nachbardörfer Wildenbruch und Fresdorf bei der Deutschen Ostsiedlung besonders großzügig ausgestattet wurden.[2][3] Im Gemälde Am Seddiner See bei Kähnsdorf stellte der Österreicher Carl Schuch 1880 die Landenge zwischen den Gewässern dar.

Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Teile des Landes parzelliert, es entstehen eigene Siedlungen, so in den 1920er Jahren die Siedlung Kähnsdorf als Waldhaufendorf.

Am 5. Dezember 1993 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Kähnsdorf, Neuseddin und Seddin freiwillig zur Gemeinde Seddiner See zusammen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heimatstube und Kulturscheune

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kähnsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 85 ISBN 3-937233-30-X, ISSN 1860-2436.
  2. Georg Klünder: Untersuchung über die Geschichte Wildenbruchs. In: Blickpunkt Spezial, 2002, Auszug bei Ev. Kirchengemeinde Wildenbruch
  3. Joachim Herrmann: Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle Gross-Berlins und des Bezirkes Potsdam. Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin Schriften der Sektion für Vor- und Frühgeschichte, 9: 1-229, Berlin 1960.
  4. Findlingsgarten Seddiner See Gemeinde Seddiner See
  5. Galerie Ruhnke, Ausstellungsflyer: Skulpturen im Findlingsgarten Seddiner See. (PDF; 469 kB)
  6. Gemeinde Seddiner See, Heimatstube & Kulturscheune (Memento vom 29. März 2010 im Internet Archive)