Kältestarre

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Die Kältestarre oder Winterstarre ist ein Zustand, in den wechselwarme (poikilotherme) Tiere verfallen, wenn die Temperatur unter das tolerierte Minimum fällt.

Physiologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kältestarre wird im Gegensatz zum Winterschlaf bei gleichwarmen Tieren zwingend von fallenden Temperaturen eingeleitet, sie ist nicht durch die Chronobiologie reguliert. Alle Lebensvorgänge werden dabei auf annähernd null zurückgefahren, so dass das Tier bei kritisch tiefen Temperaturen nicht die Winterstarre beenden und den Kältetod sterben kann. Die Körpertemperatur passt sich der Außentemperatur immer an. Der Herzschlag pro Minute ist meist sehr gering, genau wie die Atemfrequenz. Das Herzminutenvolumen sinkt deutlich. Bei der Kältestarre werden auch die Augen offen gelassen. Nahrung wird während der Starre nicht aufgenommen.

Frösche können Sauerstoff unter Wasser über die Haut aufnehmen. Schildkröten nehmen Sauerstoff im Wasser über den Mund- und Rachenraum auf, einige auch zusätzlich über zwei dünnwandige Säcke an der Kloake (Analblase), die jeweils mit winzigen mit Blutgefäßen durchzogenen Oberflächenstrukturen (Papillen) ausgestattet sind. Zusätzlich sind Schildkröten, die auf dem Grund von Gewässern überwintern, zur Energiegewinnung unter anaeroben Bedingungen in der Lage (anaerobische Glykolyse).[1][2]

Ähnliches gilt für die Hitzestarre, die bei Temperaturen oberhalb des tolerierten Maximums eintritt.

Tierarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Tieren, die den Winter in den kälteren Klimazonen in Kältestarre überdauern, gehören viele Insekten, Schnecken, Amphibien (z. B. Frösche und Kröten) und Reptilien (z. B. Eidechsen, Schlangen, Schildkröten).

Teichmolche verbringen drei bis vier Monate, Blindschleichen und Kreuzottern vier bis fünf Monate, Laubfrösche und Zauneidechsen fünf bis sechs Monate im Zustand einer Winterstarre. Glucose verhindert ein volles, tödliches Einfrieren der Körperflüssigkeiten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jeanette Wyneken, Matthew H. Godfrey, Vincent H. Bells. (Eds.): Biology of turtles. Taylor & Francis Group. 2008. p. 307
  2. Wie ein Fisch im Wasser: Schildkrötenart lebt sechs Monate ohne Auftauchen