Käthe Kollwitz (Plastik)

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Käthe Kollwitz auf dem Kollwitzplatz in Berlin
Käthe Kollwitz in Magdeburg

Das Käthe-Kollwitz-Denkmal ist eine vom Bildhauer Gustav Seitz in den Jahren 1956–58 geschaffene Plastik aus Bronze. Es wurde 1961 im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg auf dem Kollwitzplatz errichtet und ehrt die Künstlerin Käthe Kollwitz, die von 1891 bis zur Zerstörung ihres Wohnhauses im Bombenkrieg 1943 an diesem Ort lebte. (Standortkoordinaten)Koordinaten: 52° 32′ 11″ N, 13° 25′ 2,5″ O.

Ausführung Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gustav Seitz war im Jahr 1956 vom Berliner Magistrat mit der Schaffung des Denkmals beauftragt worden. Im August 1958, kurz vor seinem Weggang aus der DDR, hatte er das Gipsmodell fertiggestellt und übergeben. Bronzeguss und Aufstellung erfolgten in Abwesenheit des Bildhauers, der im Herbst 1958 nach Hamburg übergesiedelte.

Das überlebensgroße, 2,15 Meter hohe Denkmal zeigt die Künstlerin als alte sinnende Frau, sitzend, mit einer großen Zeichenmappe an ihrer Seite und einem Kohlestift in der in ihrem Schoß ruhenden Hand. Seitz, der Käthe Kollwitz als Professorin während seines Studiums an der Kunsthochschule Berlin-Charlottenburg kennengelernt und vorübergehend, gleichzeitig wie sie, einen Arbeitsraum in der Berliner Ateliergemeinschaft Klosterstraße zur Verfügung hatte, entwickelt die Plastik von nach dem letzten lithographischen Selbstporträt der Künstlerin von 1938, das sie als 71-Jährige, vom nationalsozialistischen Regime Diskriminierte, zeigt.

Indem der Bildhauer die Künstlerin zitiert, bringt er den von ihr selbst vorgegebenen Typus zu einer neuen Prägung. Seitz erschafft ein Bildnis ganz im Sinne der Portraitierten: ein Denkmal, das nach Allgemeingültigkeit strebt und auf offizielle Repräsentationsformen verzichtet – ohne Anspruch auf Romantisierung und Idealisierung.[1]

Im Oktober 1999 wurde an der Plastik eine Werktafel angebracht, die dem Betrachter Informationen über den Bildhauer gibt.[2][3]

Weitere Ausführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magdeburg 1988[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1988, fast 20 Jahre nach Seitz' Tod, wurde für das Kunstmuseum Magdeburg ein erneuter Bronzeguss nach dem originalen Gipsmodell angefertigt. Dieser Nachguss steht heute im Skulpturenpark Magdeburg westlich des Klosters Unser Lieben Frauen in Magdeburg.

Trebnitz 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 wurde im Zusammenhang mit dem Umzug der Gustav-Seitz-Stiftung von Hamburg nach Müncheberg, Ortsteil Trebnitz, eine weitere, kleinere Version der Plastik im öffentlichen Raum, vor der Remise von Schloss Trebnitz, aufgestellt.[4][5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jens Semrau: „In Anbetracht der Einfachheit dieser grossen unvergesslichen Frau.“ Das Kollwitz-Denkmal von Gustav Seitz. In: Kathleen Krenzlin (Hrsg.): Käthe Kollwitz und Berlin. Eine Spurensuche. Deutscher Kunstverlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-422-07424-8, S. 233–241.
  • Käthe Kollwitz Museum Köln (Hrsg.): Gustav Seitz. Ein Denkmal für Käthe Kollwitz. Faltblatt zur gleichnamigen Sonderausstellung (13.06. – 17.09.2017), 8 Seiten, Köln 2017.
  • Gustav-Seitz-Stiftung, Hamburg (Hrsg.): Das Käthe Kollwitz Denkmal in Trebnitz, von Bernd Schälicke. Faltblatt, 10 Seiten, Hamburg 2015.[6]
  • Andreas Hornemann: Von so weit her bis hier hin, QuadratArtVerlag Magdeburg 2009, ISBN 978-3-935971-53-9, Nr. 8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Käthe Kollwitz von Gustav Seitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Jens Semrau: „In Anbetracht der Einfachheit dieser grossen unvergesslichen Frau.“ Das Kollwitz-Denkmal von Gustav Seitz. In: Kathleen Krenzlin (Hrsg.): Käthe Kollwitz und Berlin. Eine Spurensuche. Deutscher Kunstverlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-422-07424-8.
  2. Informationen zur Anbringung der Tafel und zu Gustav Seitz; abgerufen am 11. März 2010
  3. Die Angabe „Aufstellung: Herbst 1960“ auf dem 1999 angebrachten Denkmalsockel ist falsch. Vgl.: Jens Semrau, S. 240. Der Autor verweist auf Meldungen der BZ am Abend (12.10.1961) und Neue Zeit (13.10.1961).
  4. Gustav Seitz. Seine Kollwitz nun auch in Trebnitz. In: Berliner Zeitung v. 25.08.2015; abgerufen am 25. August 2018
  5. www.gustav-seitz-museum.de; abgerufen am 25. August 2018
  6. Bernd Schälicke: Das Käthe Kollwitz Denkmal in Trebnitz, Leporello. Download unter www.gustav-seitz-museum.de; abgerufen am 25. August 2018