Köckte (Gardelegen)

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Köckte
Koordinaten: 52° 31′ 28″ N, 11° 7′ 46″ O
Höhe: 58 m
Fläche: 17,65 km²
Einwohner: 365 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 39649
Vorwahl: 039004
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Lage der Ortschaft Köckte in Gardelegen

Köckte ist eine Ortschaft sowie ein Ortsteil der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf Köckte liegt am Ostrand des Niedermoorgebiets Drömling, etwa 20 Kilometer westlich der Hansestadt Gardelegen. Westlich des Dorfes fließen der Brandgraben und der Köckter Wiesengraben in den Friedrichskanal.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Köckte entstand als Rundplatzdorf mit Kirche auf dem Platz, wie aus dem Urmeßtischbaltt von 1823 erkennbar ist.[2]

Köckte wurde im Jahre 1394 als dat dorp to kokede erstmals erwähnt, als Gebhard von Bernebroke[3] den Herzögen Bernhard und Heinrich die Dörfer Köckte, Trippigleben, Breitenfeld und Tarnefitz für 45 Mark verkaufte.[4]

Drömlingskarte von Samuel Walther 1737

Der Streithorst (auf der Drömlingkarte von Samuel Walter mit Nr. 9 beschriftet), war ein erhöhtes Gebiet im Drömling (Horst), das seit 1655 zwischen Oebisfelde und Köckte strittig war.[5] 1734 wurde der Prozess beendet. Das Problem mit der Mithut und Weide auf der Buchhorst, Brömerheide und Meelhorst wurde durch die Teilung der Meelhorst gelöst.

Im Jahr 1910 lebten 700 Einwohner in Köckte.[6]

Im Jahre 1953 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „Mienenberg“. Noch im selben Jahr entstand auch die LPG „Geschwister Scholl“.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Köckte wurde am 25. Juli 1952 aus dem Landkreis Gardelegen in den Kreis Klötze umgegliedert. Nach dessen Auflösung kam sie am 1. Juli 1994 zum Altmarkkreis Salzwedel.[7] Am 1. Januar 2011 wurde die Gemeinde Köckte per Gesetz in die Hansestadt Gardelegen eingegliedert[8][9] und wurde damit zur Ortschaft und zum Ortsteil von Gardelegen.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 203
1774 199
1789 203
Jahr Einwohner
1798 206
1801 212
1818 223
Jahr Einwohner
1840 422
1864 503
1871 540
Jahr Einwohner
1885 592
1895 595
1905 673
Jahr Einwohner
1925 678
1939 615
1946 898
Jahr Einwohner
1964 588
1971 544
1981 504
Jahr Einwohner
1993 496
2006 448

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzte Bürgermeisterin der Gemeinde Köckte war Sylvia Deneke.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Dorfkirche Köckte ist ein Saalkirche aus den 1930er Jahren mit einem Westturm in Fachwerk auf einem Feldsteinsockel.[10]
  • In Köckte steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges, ein Obelisk mit Gedenktafeln.[11]
  • Neben der Kirche steht ein Gedenkstein für Egon Schultz, ein Grenzsoldat, der versehentlich durch einen Kameraden erschossen wurde.[12]
  • Der Friedhof liegt am östlichen Ortsausgang.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Nähe der Landesstraße 20. Der Mittellandkanal führt 10 Kilometer südlich an Köckte vorbei. Die nächste Umschlagsstelle befindet sich in Calvörde.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Abenteuerland“ e. V. Köckte
  • Sportverein 90 Köckte e. V.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Köckte wurde der spätere Bürgermeister der Stadt Vohwinkel, Heinrich Bammel (1855–1929) geboren.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Köckte gehörte früher zur Pfarrei Jeggau.[13] Seit 2003 gehört die Kirchengemeinde Köckte gemeinsam mit Breitenfeld, Jeggau, Quarnebeck und Trippigleben zum Kirchspiel Breitenfeld-Jeggau.[2] Heute gehört das Kirchspiel zum Pfarrbereich Breitenfeld[14] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). In: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1219–1223.
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, S. 210.
  • J. A. F. Hermes, M. J. Weigelt: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Topographischer Teil. Hrsg.: Verlag Heinrichshofen. Band 2, 1842, S. 409 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DHB4_AAAAcAAJ%26pg%3DPA411~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  2. a b Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). In: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1219–1223.
  3. Niedersächsisches Landesarchiv HA Celle Or. 9 Schrank IX Capsel 7 Nr. 3
  4. Hermann Sudendorf, C. Sattler: Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande (= Urkundenbuch zur Geschichte der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und ihrer Lande). Hirschheydt, Hannover-Döhren 1871, S. 457, Nr. 341 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10985538_00457~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  5. Samuel Walther: Singularia Magdeburgica. worin von der Ohra, vom grossen Holtze Droemling und herum liegenden Herrschafften. Teil VII. Seidel und Scheidhauer, Magdeburg 1737, S. 48 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A11064407_00052~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  6. Gemeindeverzeichnis von 1910
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 359.
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2011
  9. Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt betreffend den Landkreis Altmarkkreis Salzwedel
  10. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 271.
  11. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. Köckte auf www.denkmalprojekt.org. 2009, abgerufen am 20. Mai 2018.
  12. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. Gedenkstein in Köckte auf www.denkmalprojekt.org. 2011, abgerufen am 20. Mai 2018.
  13. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 62 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 13. Mai 2018]).
  14. Pfarrbereich Breitenfeld. Abgerufen am 13. Mai 2018.