Köditz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Köditz
Köditz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Köditz hervorgehoben

Koordinaten: 50° 20′ N, 11° 51′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Hof
Höhe: 510 m ü. NHN
Fläche: 31,44 km2
Einwohner: 2466 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95189
Vorwahl: 09281
Kfz-Kennzeichen: HO, MÜB, NAI, REH, SAN
Gemeindeschlüssel: 09 4 75 141
Gemeindegliederung: 16 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Talstraße 2
95189 Köditz
Website: gemeinde-koeditz.de
Bürgermeister: Matthias Beyer (FWV)
Lage der Gemeinde Köditz im Landkreis Hof
Schwarzenbach an der SaaleZell im FichtelgebirgeWeißdorfTrogen (Oberfranken)TöpenStammbachSparneckSelbitz (Oberfranken)Schwarzenbach am WaldSchauensteinRehauRegnitzlosauOberkotzauNailaMünchbergLichtenberg (Oberfranken)KonradsreuthKöditzIssigauHelmbrechtsGeroldsgrünGattendorf (Oberfranken)FeilitzschDöhlauBerg (Oberfranken)Bad StebenLandkreis KronachHof (Saale)Landkreis Wunsiedel im FichtelgebirgeLandkreis KulmbachLandkreis BayreuthMartinlamitzer Forst-NordGeroldsgrüner ForstGerlaser ForstForst Schwarzenbach a.WaldSachsenThüringenTschechienKarte
Über dieses Bild

Köditz ist eine Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Hof. Die Gemeinde liegt im Bayerischen Vogtland etwa fünf Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Hof an der Bundesstraße 173.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat 16 Gemeindeteile (in Klammern sind der Siedlungstyp und die Einwohnerzahlen angegeben):[2]

  • Brunn (Dorf, 38)
  • Brunnenthal (Dorf, 315)
  • Heroldsgrün (Weiler, 8)
  • Hohbühl (Einöde, 8)
  • Joditz (Pfarrdorf, 350)
  • Köditz (Pfarrdorf, 1378)
  • Lamitz (Dorf, 90)
  • Lamitzmühle (Einöde, 3)
  • Papiermühle (Fabrik)
  • Saalenstein (Dorf, 103)
  • Scharten (Dorf, 136)
  • Scheibengrün (Einöde, 3)
  • Schlegel (Dorf, 293)
  • Seebühl (Einöde, 6)
  • Siebenhitz (Weiler, 20)
  • Stöckaten (Einöde, 16)

Die Siedlung Neuköditz (91 Einwohner) zählt zum Gemeindeteil Köditz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Köditz stammt aus dem Jahre 1359 mit dem Verkauf eines Hofes an einen Ritter von Weißelsdorf. Weitere Lehen gehörten den von Lüchau, Wildenstein und dem Klarissenkloster Hof. Der Ort geriet zunehmend in das Spannungsfeld der Vögte von Weida und Gera und der Burggrafen von Nürnberg samt den jeweiligen Gefolgsleuten. 1402 wurde der Ort in der Auseinandersetzung zwischen den Vögten und Burggraf Johann III. zerstört. Das heutige Gemeindewappen erinnert an die Familie von Falkenstein. Das ehemalige Amt des Fürstentums Bayreuth gehörte ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis und fiel im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und kam 1810 zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 die Gemeinden Brunnenthal, Joditz und Schlegel eingegliedert.[3]

Ausgliederungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1976 wurden Gebietsteile mit weniger als 50 Einwohnern an die Stadt Selbitz abgetreten.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 2185 auf 2440 um 255 Einwohner bzw. um 11,7 %. Am 31. Dezember 2001 hatte Köditz 2843 Einwohner.

  • 1961: 2303 Einwohner
  • 1970: 2411 Einwohner
  • 1987: 2209 Einwohner
  • 1991: 2284 Einwohner
  • 1995: 2707 Einwohner
  • 2000: 2814 Einwohner
  • 2005: 2734 Einwohner
  • 2010: 2507 Einwohner
  • 2015: 2505 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2020[4]
(in %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,61
44,07
1,32
FWVK
aktuelle Sitzverteilung im Gemeinderat Köditz (15. März 2020)
  
Insgesamt 14 Sitze
  • FWVK: 8
  • CSU: 6

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder. Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 2081 stimmberechtigten Einwohnern in der Gemeinde Köditz 1319 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 63,38 % lag.[5]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Matthias Beyer (Freie Wählervereinigung).[6] Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wurde er mit 95,02 % der Stimmen wiedergewählt.[7] Bis 2002 war Werner Haas (Freie Wählervereinigung) sein Vorgänger.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DEU Köditz COA.svg
Blasonierung: „In Gold eine rote Mütze mit silbernem Hermelinstulp, ihre Spitze besteckt mit fünf abhängenden silbernen Federn.“[8]

Wappengeschichte: Die Gemeinde Köditz besteht seit 1978 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Brunnenthal, Joditz, Köditz und Schlegel. Die Gemeinde hat das Wappen von Köditz aus dem Jahr 1959 unverändert übernommen. Mit Zustimmung der Familie von Falkenstein hat die Gemeinde das Familienwappen als Gemeindewappen angenommen. Die Herren von Falkenstein, ein sächsisches Adelsgeschlecht, waren seit 1666 lange in Köditz ansässig und nannten sich mehrfach nach dem Ort Herren von Köditz.[9] Dieses Wappen wird seit 1959 geführt.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kunsthistorisch bemerkenswert ist die Leonhardskirche, eine kleine Wehrkirche mit Wehrmauer, brückenartigem Übergang und Dachreiter im Zentrum des Kernortes. Die Kirche ist ortsbildprägende Dominante des Kernortes. Eine kunsthistorische Rarität ist der barocke Taufengel der Kirche, der seit einer Kirchenrenovierung Ende der 1970er Jahre wieder an der Decke hängt und anlässlich von Taufen herabgelassen werden kann.
  • Schloss Köditz

Auensee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Joditz liegt der Auensee. Rund um den See mit guten Bademöglichkeiten gibt es große Liegewiesen. Direkt am See liegt ein Campingplatz mit Gaststätte.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Köditz mit Triebzug nach Bad Steben

Köditz hat einen Anschluss an die Bahnstrecke Hof–Bad Steben. Das Bahnhofsgebäude wurde im Dezember 2018 abgerissen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean Paul (* 1763; † 1825), Schriftsteller, verbrachte seine Jugendjahre im heutigen Ortsteil Joditz
  • Hans Hofner (* 1908; † 1982), Heimatpfleger, Schulleiter in Köditz
  • Margarete Wiggen (* 1923; † 1999), Bildhauerin zahlreicher Brunnen und Bronze-Skulpturen in Stadt und Landkreis Hof
  • Heinrich Bechert (* 1926; † 2005), Bauingenieur, geboren in Köditz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Köditz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Köditz – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Köditz in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 25. September 2010.
  3. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 687.
  4. Ergebnis Kommunalwahl 2020. OK.VOTE, 15. März 2020, abgerufen am 19. Mai 2020.
  5. Ergebnis Kommunalwahl 2020. OK.VOTE, 15. März 2020, abgerufen am 19. Mai 2020.
  6. Grußwort. Gemeinde Köditz, abgerufen am 2. September 2020.
  7. Ergebnis Kommunalwahl 2020. OK.VOTE, 15. März 2020, abgerufen am 19. Mai 2020.
  8. Eintrag zum Wappen von Köditz in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  9. Zitat Eintrag zum Wappen von Köditz in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. Eintrag zum Wappen von Köditz in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte m.w.N.