Holweide

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Wappen von Köln
Holweide
Stadtteil 904 von Köln
Lage des Stadtteils Holweide im Stadtbezirk Köln-Mülheim
Koordinaten 50° 58′ 10″ N, 7° 2′ 41″ OKoordinaten: 50° 58′ 10″ N, 7° 2′ 41″ O
Fläche 4,112.5 km²
Einwohner 21.258 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 5169 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1914
Postleitzahl 51067
Vorwahl 0221
Stadtbezirk Mülheim (9)
Verkehrsanbindung
Autobahn A3 A4
Bundesstraße B506
Eisenbahnlinien S 11
Stadtbahnlinien 3 13 18
Buslinien 157 159 154
Quelle: Kölner Stadtteilinformationen – Zahlen 2015

Holweide ist ein rechtsrheinischer Stadtteil von Köln im Bezirk Mülheim.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holweide grenzt im Osten an Dellbrück, im Süden an Merheim, im Westen an Buchheim und Mülheim und im Norden an Höhenhaus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Holweide entstand durch eine über die Zeit erfolgte Zusammenziehung von „Holler Weidt“ und „An der hohlen Weide“. Der Ortsname Holweide wurde 1910 eingeführt für die Zusammenfassung der alten Orte Wichheim und Schweinheim an der Strunde sowie der jüngeren Ansiedlungen Schnellweide und Holweide an der Bergisch-Gladbacher-Straße. 1914 wurde Holweide als Teil der Bürgermeisterei Merheim nach Köln eingemeindet.

In der Hütte 3

Die erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 1222 betrifft den ehemaligen Rittersitz Burg Iddelsfeld, der noch heute aus einem Hofgut und einer Mühle (18. bzw. 19. Jahrhundert) besteht. Ebenfalls erhalten sind Bauten des 17. bis 19. Jahrhunderts der 1364 erstmals erwähnten Isenburg, während nur noch geringe Teile der Wasserburg „Haus Schlagbaum“ aus dem 16. Jahrhundert vorzufinden sind. Im ehemaligen Dorfkern des Ortsteils Schweinheim existieren noch mehrere historische Häuser, vor allem in der Straße „In der Hütte“ und der „Schweinheimer Straße“ (Kreuzungen zur Kaspar-Düppes-Straße und zur Ferdinand-Stücker-Straße). 1666 wurden die Orte Schweinheim und Wichheim durch die Pest bis auf sieben Überlebende ausgelöscht.

Gut Schlagbaum

1906 erhielt Holweide Anschluss an die Vorortbahn (Linie G) von Köln über Thielenbruch in Köln-Dellbrück bis Bergisch Gladbach; die Nachfolgelinien 3 und 18 enden in Thielenbruch.

1912 gründete die Bürgerschaft von Holweide die Freiwillige Feuerwehr. Dieser Gründung ging damals eine einjährige Vorbereitungszeit unter Vorstand des damaligen Gemeindesekretärs der Bürgermeisterei Merheim, David, zusammen mit den Herren Oskar Wolf (Gemeinde-Baurat) und weiteren Bürgern voraus. Zu Beginn bestand die Feuerwehr aus 36 Mitgliedern, heute sind 21 Frauen und Männer aktiv (Stand: 2007). 1997 weihte die Freiwillige Feuerwehr, nach zweijähriger Bauzeit, ihr neues Feuerwehrhaus ein. Seit 2007 gibt es auch eine Jugendfeuerwehr.

1926/27 wurde die Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt in Klinkerbauweise erbaut, sie wurde 2001/2002 generalsaniert. 2004 folgte die Zusammenlegung der kath. Gemeinden St. Mariä Himmelfahrt und St. Anno zur neuen Gemeinde Holweide. Bis in die 70er Jahre existierte in der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt eine 2 m hohe Marienstatue, die in Gottesdiensten und am Feiertag St. Mariae Himmelfahrt in der Kuppel nach oben gezogen werden konnte (um die „Himmelfahrt“ der Maria darzustellen).

S-Bahnhaltepunkt Köln-Holweide

Der S-Bahn-Haltepunkt Holweide an der Stadtteilgrenze zu Höhenhaus, an der Strecke der S-Bahn-Linie 11 von Düsseldorf über Köln Hauptbahnhof nach Bergisch Gladbach, wurde infolge einer Privatinitiative eingerichtet.

Der alte Fest- und Kirmesplatz Holweide in der Musäusstraße wurde 1995 mit einem großen Häuserblock bebaut. Damit konnte die Holweider Bürgerschaft ihre jährliche Handwerker- und Leistungsschau nicht mehr durchführen und auch die Kirmes, die an katholischen Feiertagen stattfand, verschwand aus dem Ortsbild. Seit 1999 war der Förderverein Holweide um die Neuanlage eines zentralen Marktplatzes bemüht (an der Bergisch Gladbacher Straße, Höhe Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt), der 2008 eingeweiht werden konnte.

Die Zahl der Einwohner stieg seit 1997 durch die Erschließung zweier Neubaugebiete um etwa 2.000 (Siedlung Im Oberiddelsfeld und Holweider Heide / Ernst-Cassel-Straße). Doch bereits zuvor trug die durch den Ort führende Bundesstraße zu einer nachhaltigen Belastung der Bevölkerung bei. Ausschlaggebend sind hier die trennende Durchschneidung des Ortes, der starke Lastwagenverkehr und die fehlende Ortsumgehung. Die für letztere ursprünglich vorgesehene Trasse sah eine Anbindung an die A4 (Merheim) vor, wurde durch Anlage des Neubaugebietes Im Oberiddelsfeld aber faktisch unterbunden.

Iddelsfelder Mühle

Mühlen an der Strunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den zahlreichen Mühlen an der Strunde, die deren Wasserkraft nutzten, lagen in Holweide drei Mühlen, und zwar die Wichheimer Mühle, die Schweinheimer Mühle und die Iddelsfelder Mühle.

Kultur und Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen und Kindergärten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil verfügt mit drei Grundschulen, einer Sonderschule und einer Gesamtschule über fünf allgemeinbildende Schulen die mit Stand vom 31. Dezember 2007 von 2.771 Schülern besucht wurden. 11 Kindergärten bieten Platz für 785 Kinder (31. Dezember 2007).

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rheinische Musikschule unterhält ihre Filialstelle Mülheim im Stadtteil Holweide.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2008 übersiedelte das 1989 gegründete Cassiopeia Theater mit seiner von 1999 bis 2008 in der Kölner Altstadt beheimateten Schauspielbühne nach Holweide. Im September 2009 erfolgte die Eröffnung der neuen Cassiopeia Bühne. Blick aufs Wesentliche als erstes professionelles stehendes Theater im rechtsrheinischen Köln. Das Theater ist ein Fachtheater für zeitgenössisches Figurentheater und für Autorentheater.

Kirchliche Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Mariä Himmelfahrt

Katholische Kirche St. Mariä Himmelfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Kirche Sankt Mariä Himmelfahrt, Schnellweider Str. 4 entstand 1926 bis 1927 nach Plänen des Architekten Stephan Mattar (1875–1943) als Nachfolgebau einer Notkirche aus dem 19. Jahrhundert. Die dreischiffige Basilika mit Querhaus, Turm und zweigeschossigem Vorbau an der Eingangsseite zeigt an den Fassaden Klinkerverkleidung und Werksteinschmuck. Stilistisch kann sie dem späten Historismus zugeordnet werden, der hier jedoch mit expressionistischen Formen kombiniert wurde.

Katholische Kirche St. Anno[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Katholische Kirche St. Anno wurde nach den Plänen des Architekten Theo Scholten von 1974 bis 1975 errichtet. Ab 2007 erfolgten Erweiterungs- und Umbauten zu Altenwohnungen[1] und ist jetzt katholische Kapelle mit dem Seniorenzentrum St. Anno an der Piccoloministr. 289

  • Evangelische Versöhnungskirche (Buschfeldstraße)
  • Evangelische-Freie-Gemeinde, Johann-Bensberg-Str. 8
  • Kapelle im Krankenhaus Holweide
  • Friedhof Holweide mit Kapelle

Märchensiedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haus in der Märchensiedlung

Zum Teil auf Holweider Gebiet (der andere Teil ist in Köln-Dellbrück) liegt die Märchensiedlung. Sie entstand zwischen 1922 und 1929 im Zuge der rechtsrheinischen Stadterweiterung südlich der Bergisch Gladbacher Straße. Architekten waren Manfred Faber (1879–1944, ermordet im KZ Auschwitz) und Wilhelm Riphahn. Die gesamte Siedlung besteht aus 181 Einfamilienhäusern, die auf den früheren Ländereien des mittelalterlichen Rittergutes Iddelsfeld entstanden und für den Mietkauf durch seine Mieter gedacht waren. Der Name findet sich in Bezeichnungen wie Siebenrabengasse oder Drosselbartstraße wieder, soll aber auch die wohnreformerische Idee vom „Wohnen wie im Märchen“ ausdrücken.[2] Mit der Siedlung wurden Ideale der aus England kommenden Gartenstadtbewegung umgesetzt, deren Ziel es war, für Arbeiterfamilien ausreichenden Wohnraum zu schaffen mit einem Garten, in dem die Familien Gemüse anbauen und Kleintiere halten konnten.[3] Die Häuser in der Märchensiedlung stehen fast ausnahmslos unter Denkmalschutz. (Siehe auch: Liste der Baudenkmäler im Kölner Stadtteil Holweide und Liste der Baudenkmäler im Kölner Stadtteil Dellbrück).

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Isenburg

sowie entlang der Strunde:

  • Gut Iddelsfeld, Neufelder Str. 51
  • Haus Isenburg, Johann-Bensberg-Straße 49–65
  • Wichheimer Mühle, Wichheimer Str. 276–296

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die neue St. Annokirche. Steine können doch reden.: Theo Scholten in: Festschrift zur hl. Weihe der St. Anno-Kirche durch den Herrn Erzbischof Joseph Kardinal Höffner unter anderem mit einem Geleitwort von Pfarrer Joseph Weber am 28. September 1975 - Köln Holweide., 1975, 32 S.
  2. Märchensiedlung in Holweide (Memento des Originals vom 19. November 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bilderbuch-koeln.de, abgerufen am 26. Oktober 2013
  3. holweide-bv.de (Memento des Originals vom 30. September 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.holweide-bv.de

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Bendel: Heimatbuch des Landkreises Mülheim am Rhein, Geschichte und Beschreibung, Sagen und Erzählungen. Köln-Mülheim 1925.
  • Ludwig Dünnwald u. a.: 75 Jahre Köln-Holweide. Unsere Heimatgeschichte nach Auflösung der Bürgermeisterei Merheim. Hrsg. Bürgervereinigung Köln-Holweide e.V., Köln-Holweide 1988

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Köln-Holweide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien