Libur

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Köln-Libur)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen von Köln
Libur
Stadtteil 713 von Köln
Abgrenzung Stadtteil Libur in Porz
Koordinaten 50° 50′ 19″ N, 7° 4′ 19″ OKoordinaten: 50° 50′ 19″ N, 7° 4′ 19″ O
Fläche 6,38 km²
Einwohner 1130 (31. Dez. 2016)
Bevölkerungsdichte 177 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1975
Postleitzahl 51147
Vorwahl 02203
Stadtbezirk Porz (7)
Verkehrsanbindung
Buslinie 163
Quelle: Kölner Stadtteilinformationen – Zahlen 2015
Pfarrkirche St. Margaretha

Libur ist der südlichste Stadtteil der Stadt Köln. Er gehört zum Stadtbezirk Porz. Libur ist der Stadtteil mit der geringsten Einwohnerzahl und der niedrigsten Bevölkerungsdichte innerhalb der Stadt Köln.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Libur grenzt im Nordosten an Wahn und Lind, im Südosten an Troisdorf-Spich, im Süden an Niederkassel-Uckendorf, im Westen an Niederkassel-Ranzel und im Nordwesten an Zündorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1183 erfolgte die erste urkundliche Nennung des Dorfes Libur; eine weitere Nennung befindet sich im Mirakelbuch Annos II. von 1185: „villula Lebure“. Im Jahre 1411 fand sich die Schreibweise „Lebur“.

Für den Ortsnamen werden zwei unterschiedliche Bedeutungsmöglichkeiten angeführt: Einmal kann es Obdach oder Schutz bedeuten. Es ist aber auch eine Herleitung von den althochdeutschen Begriffen  = „Grabhügel“ und bûr = „Haus“, „Wohnung“ möglich. Dann wäre der Ortsname als „Wohnort am Grabhügel“ zu verstehen.[1]

Seit dem Mittelalter gehörte der Ort zum Amt Porz im Herzogtum Berg. Mit der Errichtung des Großherzogtums Berg (1806) und der Neugliederung der Verwaltung nach französischem Vorbild (1808) kam Libur an das Département Rhein. Seit 1815 gehörte der Ort zu der preußischen Bürgermeisterei Wahn im Kreis Mülheim und von 1822 an zur Rheinprovinz. Diese Bürgermeisterei wurde 1927 in Amt Wahn umbenannt und ging 1929 bei der Zusammenlegung mit dem Amt Heumar in das Amt Porz über. Infolge der Auflösung des Kreises Mülheim wurde das Amt Porz dann im Jahr 1932 Teil des Rheinisch-Bergischen Kreises. Die Eingemeindung nach Köln erfolgte im Jahre 1975.

In dem Feuerlöschteich Schullekul wurden nach den letzten Kampfhandlungen im April 1945 deutsche Waffen und Munition versenkt. Durch die Nähe zur Schule, mit Munition spielenden Kindern, der Geruchsbelästigung und der Mückenplage existierte im Ort ein großes Interesse an Abhilfe. Die Räumung wurde erst vier Jahre nach den ersten Anfragen am 18. März 1957 beschlossen. Die Räumungarbeiten nahmen 66 Tage in Anspruch und konnten am 15. Juni 1957 abgeschlossen werden. Dabei wurden größere Mengen Kriegsmaterial geborgen und vernichtet.[2]

Seit 2005 steigt die Bevölkerungszahl Liburs als Folge der Ausweisung von Neubaugebieten stetig an.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortskern befindet sich die katholische Pfarrkirche St. Margaretha. Sie gehört heute mit den Kirchen St. Aegidius Wahn, Christus König Wahnheide, St. Bartholomäus Urbach und St. Mariä Himmelfahrt Grengel zum Pfarrverband Christus König.

1482 stiftete der Graf von Plettenberg zunächst eine Vikarie. 1582 wurde in Libur eine Feldkapelle zu Ehren Margaretas von Antiochia errichtet. 1849 wurde die Vikarie dann zur selbständigen Pfarrei erhoben. Nachdem die Feldkapelle für Gottesdienste zu klein geworden war, wurde am 25. April 1909 der Grundstein der heutigen Pfarrkirche St. Margaretha gelegt; die Weihung erfolgte am 13. Juli 1910. Anfang 1911 wurde die alte Feldkapelle abgerissen. Am 30. November 1911 erfolgte die Konsekration durch Weihbischof Joseph Müller.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Bendel: Heimatbuch des Landkreises Mülheim am Rhein, Geschichte und Beschreibung, Sagen und Erzählungen. Köln-Mülheim 1925
  • Christian Schuh: Kölns 85 Stadtteile. Geschichte, Daten, Fakten, Namen. Emons, Köln 2003, ISBN 3-89705-278-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Köln-Libur – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Köln (Hrsg.): Kulturpfade Stadtbezirk 7 (Porz). Köln, S. 5 (1990er).
  2. Arno Grützer: Die Räumung des Feuerlöschteichs in Libur in den Jahren 1954 bis 1957. In: Geschichts- und Heimatverein Rechtsrheinisches Köln (Hrsg.): Rechtsrheinisches Köln – Jahrbuch für Geschichte und Landeskunde. Band 11. Eigenverlag, 1985, ISSN 0179-2938, S. 173–182.