Weiß (Köln)

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Wappen von Köln
Weiß
Stadtteil 209 von Köln
Cologne Rodenkirchen Weiß.svg
Koordinaten 50° 52′ 38″ N, 7° 1′ 39″ OKoordinaten: 50° 52′ 38″ N, 7° 1′ 39″ O
Fläche 4,16 km²
Einwohner 5922 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 1424 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1975
Postleitzahl 50999
Vorwahl 02236
Stadtbezirk Rodenkirchen (2)
Verkehrsanbindung
Buslinien 130 131
Quelle: Kölner Stadtteilinformationen – Zahlen 2015

Der Stadtteil Weiß liegt im linksrheinischen Süden der Stadt Köln an dem nach ihm benannten Weißer Rheinbogen. Politisch gehört er dem Stadtbezirk Rodenkirchen an.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiß grenzt im Osten und Südosten an den Rhein. Auf der anderen Rheinseite befindet sich östlich von Weiß Zündorf und südöstlich Langel. Westlich von Weiß befinden sich die Stadtviertel Sürth sowie Hahnwald und nördlich Rodenkirchen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißer Rheinbogen: abendlicher Blick stromaufwärts vom Schwaadeck (in Höhe des Kapellchens) in Richtung Sürth und Godorf

Die erste verlässliche historische Erwähnung des Ortes erfolgte im Jahre 1130 im Zusammenhang mit einer Entscheidung des Kölner Erzbischofs Friedrich I. 1238 vermachte Bertolfus (Kanoniker von St. Georg in Köln) seinem Stift eine bestimmte Menge Wein zu Wise bei Soride (Weiß bei Sürth). Der Ortsname wurde häufig anders geschrieben, z. B. Wisse, Wishe, Wijss. Auf der 1610 datierten Hogenberg-Karte steht Wyß. Der Name ist althochdeutschen Ursprungs und bedeutet so viel wie „Wiese“.

Die alten ein- bis zweigeschossigen Backstein- und Fachwerkhäuschen im historischen Ortskern – oftmals fälschlich als Fischerhäuser bezeichnet – sind noch heute charakteristisch für den Ort. Seine geschichtliche Vergangenheit wird zudem durch die Straßennamen wie „Treidelpfad“ und „Leinpfad“ deutlich. Weiß wurde ebenso wie die Nachbarorte Sürth und Rodenkirchen im Verlauf des Krieges zwischen dem deutschen König Albrecht und dem Kölner Erzbischof Wiebold im Jahre 1302 verwüstet.

Den Ursprung des Dorfes bildet die alte St.-Georgs-Kapelle (im Volksmund „Weißer Kapellchen“ genannt), die urkundlich erstmals 1433 erwähnt ist. Sie wurde während des Zweiten Weltkrieges stark beschädigt, aber 1965 und zuletzt 1982 von den Dorfbewohnern großteils in Eigenleistung wiederhergerichtet und saniert.

Die Fahrgerechtigkeit auf dem Rhein in Sürth und Weiß besaß das Kölner Stift St. Georg. Ein Fährmann musste beim Dechanten und beim Stiftskapitel die Erlaubnis zur Ausübung seines Gewerbes einholen und auch dafür bezahlen. Die Fischerei und den Zehnten dagegen besaß das Kölner Stift St. Severin.

Der bedeutendste Hof am Ort war schon immer der Plasserhof. Der Name wurde später in Pflasterhof abgewandelt. Es war vordem ein ritterlicher Lehnsitz des Erzbischofs von Köln, der später oftmals die Eigentümer wechselte, so war er auch zeitweise im Besitz der Stadt Köln. Schließlich ging der Hof dann an die Familie Hilger.

Politisch gehörte Weiß seit dem Mittelalter zum Amt Brühl im Kurfürstentum Köln. 1794 wurde Weiß von französischen Truppen besetzt und der Ort kam an die Mairie Rondorf im Kanton Brühl im Arrondissement de Cologne im Département de la Roer. 1815 kam Weiß an das Königreich Preußen und 1816 an die Bürgermeisterei Rondorf im Landkreis Köln. Die Eingemeindung nach Köln erfolgte im Jahre 1975.

Außerhalb des Ortszentrums entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg mehrere Neubaugebiete, die den Ort immer stärker mit Rodenkirchen und Sürth verbinden. Weiß bietet heute vielfältige Erholungsmöglichkeiten entlang des Rheins, vor allem im Schutzgebiet Weißer Bogen.

Hochwasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein großes Problem in der Weißer Geschichte bis heute sind die immer wiederkehrenden Rhein-Hochwasser. Seit dem Jahre 1100 sind Überflutungen und Zerstörungen dokumentiert. Große Überschwemmungen gab es insbesondere in den Jahren 1496, 1497, 1776 und 1784 sowie 1819 und 1820. Durch Anpflanzung von Weiden auf den versandeten Böden versuchte man, besonders die in Ufernähe liegenden Weingärten der verschiedenen geistlichen Grundeigentümer zu schützen. Der in Weiß noch bis Ende des 18. Jahrhunderts betriebene Weinbau wurde vom Kölner Rat äußerst kritisch bewertet. Man befürchtete dort eine Verdrängung des Rheins aus seinem Bett infolge der Weidenanpflanzungen. In einer historischen Chronik kann man für Weiß die Auswirkungen der Überschwemmungen von 1819/20 nachschlagen. Damals wurden der Pflasterhof und benachbarte Häuser teils bis über die Dächer überspült.

Beim letzten großen Kölner „Jahrhundert-Hochwasser“ 1995 gab es in Weiß keine größeren Schäden. Der Ort war rheinseitig und von hinten (Weißer Bogen) großflächig umschlossen von überfluteten Flächen, die teilweise in Höhe Ludwigstraße bis an die Weißer Straße heranreichten. Einige Häuser wurden in Mitleidenschaft gezogen. Nicht der Pegelstand des Rhein, sondern das aufsteigende Grundwasser verursachte Schäden in den Häusern. Im Vergleich zum Ortsteil Rodenkirchen oder der Altstadt Kölns muss für die neuere Geschichte jedoch festgestellt werden, dass das Hochwasserrisiko für die Weißer Bürger vergleichsweise niedrig ist. Es wird sogar eher sinken, denn 2007/2008 wurde der Stadtteil Weiß dann großräumig in den Hochwasserschutz der Stadt Köln einbezogen. Es entstand ein neuer durch den Weißer Bogen am Ortsrand verlaufender Hochwasserschutzdamm, der den gesamten Ort vor einem „Jahrhundert-Hochwasser“ (bis 11,30 m) schützen soll.

Rheinfähre Krokolino

Rheinfähre Krokodil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt und beliebt und inzwischen eine Weißer Institution ist die kleine Fähre des Fährmanns Heiko Dietrich (Krokodil, Krokolino) in den rechtsrheinischen Stadtteil Köln-Zündorf zum Ausflugsziel Zündorfer Groov. Viele Spaziergänger und Fahrradfahrer nutzen diese Rheinquerung bei schönem Wetter für ihre Ausflüge. Die Fährsaison beginnt im März und dauert bis in den Herbst. Die Anlegestelle befindet sich in Weiß am Ende der Straße Pflasterhofweg. In der Sommersaison fährt die Fähre alle paar Minuten, im Frühling und Herbst seltener, teilweise dann nur am Wochenende.

Kath. Kirche St. Georg
St.-Georgs-Kapelle

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Weiß gibt es zwei Gotteshäuser:

Ferner gehört die evangelische Gemeinde zur Auferstehungskirche in Sürth.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hiltrud Kier (Hrsg.): Köln: Dörfer im linksrheinischen Süden (= Stadtspuren – Denkmäler in Köln, Band 12). Bachem Verlag, Köln 1990, ISBN 3-7616-1004-1.
  • Dorfgemeinschaft Weiß, Gestaltung: Hans Günther Gröner, Uwe Ladehoff: Weißer Bilder, 25 Drucke von Tuschezeichnungen von Anna M'barek, M. Böhm, Peter Böhm, J. Patzlaff und Clemens Hillebrand, Köln-Weiß, 1973.
  • Peter Pies: Die Gemeinde Weiß bei Köln, Band 2, Einwohnerstrukturen und Lebensumstände in der Zeit von etwa 1780 bis 1850, Rheinlandia Verlag, Siegburg, 2013. ISBN 978-3-938535-95-0
  • Peter Pies: Die Gemeinde Weiß bei Köln im Spiegel persönlicher Beobachtungen, amtlicher Bekanntmachungen und demographischer Daten in der Zeit von 1814 bis 1840. Aus den Aufzeichnungen von Paulus Krauss, Ortsvorsteher von Weiß. Rheinlandia Verlag, Siegburg 2011, ISBN 978-3-938535-76-9.
  • Peter Pies: Die St.-Georgs-Kirche in Köln-Weiß und die weiteren Kulturdenkmäler in der Gemeinde. Köln 1994.
  • Ralf Reglin: Rodenkirchen und mehr … – Eine Entdeckungsreise durch den Kölner Süden von B bis Z. Ralf Reglin Verlag, Köln 2017, ISBN 978-3-930620-73-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Köln-Weiß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien