Weidenpesch

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Wappen von Köln
Weidenpesch
Stadtteil 505 von Köln
Lage des Stadtteils Weidenpesch im Stadtbezirk Köln-Nippes
Koordinaten 50° 59′ 2″ N, 6° 56′ 50″ OKoordinaten: 50° 59′ 2″ N, 6° 56′ 50″ O
Fläche 3,911 km²
Einwohner 14.011 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte 3582 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1888
Postleitzahlen 50735, 50737
Vorwahl 0221
Stadtbezirk Nippes (5)
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B9
Stadtbahnlinien 12 15
Buslinien 121 122 140
Quelle: Kölner Stadtteilinformationen – Einwohner 2017
Merheim/Weidenpesch 1807/08

Weidenpesch ist ein Stadtteil im linksrheinischen Köln und Teil des Stadtbezirks 5 – Nippes.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weidenpesch grenzt im Osten an Niehl, im Süden an Nippes und Mauenheim, im Westen an die Eisenbahnlinie Köln-Neuss-Krefeld und im Norden an Longerich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Weidenpesch hat seinen Ursprung in einem Hof des Stiftes St. Gereon, dem Weiden Paecherhof (Karte von 1808 von Jean Joseph Tranchot). Der westlich vom Hof liegende Ort hieß früher "Merheim". Er war im 19. Jahrhundert der Bürgermeisterei Longerich zugeordnet und wurde schließlich zum 1. April 1888 als "Merheim (linksrheinisch)" nach Köln eingemeindet.

1952 wurde der Stadtteil in "Weidenpesch" umbenannt,[1] denn zu viele Briefe und sonstige Postsendungen waren Irrläufer und landeten in Merheim (rechtsrheinisch), bzw. umgekehrt.

In den Zwanziger und Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden in Weidenpesch neue Wohnsiedlungen errichtet, so zum Beispiel in der Mollwitz-, Lobositz- und Zorndorfstraße. Auch in den 1950er Jahren wurde wieder sehr viel gebaut, so dass sich der Stadtteil weiter entwickelte und wuchs.

Infrastruktur und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weidenpesch, Neusser Straße (2004)

Das Ortszentrum befindet sich rund um die Neusser Straße (B 9). Mit zwei auf der Neusser Straße verkehrenden Stadtbahnlinien hat der Stadtteil einen guten Anschluss an das übrige Stadtgebiet. Das Stadtzentrum ist so in circa 15 Minuten erreichbar.

Im Ort ansässig sind die Zentrale der Berufsfeuerwehr Köln sowie die Hauptwerkstatt der Kölner Verkehrs-Betriebe.

In Westen von Weidenpesch liegt der Nordfriedhof.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1897 entstand die Pferderennbahn Weidenpesch, auf der regelmäßig Galopprennen ausgerichtet werden. Die Rennbahn war die überhaupt erste Sportanlage in der zunehmend expandierenden Stadt. Der Kölner Rennverein ist der bedeutendste ganzjährige Veranstalter von Galopprennen in Deutschland. Seit 1898 gibt es in Köln Galopprennen. Der ein Jahr zuvor gegründete Kölner Renn-Verein 1897 e.V. ist heute immer noch Hausherr über das 55 Hektar umfassende Grüngelände des Weidenpescher Parks, in das die Rennbahn eingebettet ist. Das jährliche Rennprogramm umfasst einige der bedeutendsten deutschen Galopprennen ("Preis von Europa" seit Oktober 1963 mit Hein Bollow als erstem Sieger) und wichtige Vorbereitungsrennen für dieses Rennen (z. B. "Union-Rennen"). Letzteres ist das überhaupt älteste Zuchtrennen im deutschen Galopprennsport, denn es wurde im Jahr 1947 erstmals in Köln ausgetragen. Im November 2008 erwarb die Stadt Köln das Rennbahngelände für € 15 Millionen vom hochverschuldeten Renn-Verein, der davon € 10 Millionen für Schuldentilgung verwendet.

Der Parkplatz der Weidenpescher Rennbahn wird auch für einen regelmäßigen Flohmarkt genutzt. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg entstand dort, im Weidenpescher Park, ein Kölner Sportzentrum, welches erst mit dem Bau des Sportparks in Müngersdorf ab 1923 in die zweite Reihe zurücktreten musste. Im Weidenpescher Park befand sich neben der Pferderennbahn eines der größten deutschen Fußballstadien seiner Zeit und der erste Kölner Golfplatz.

Kölns ältester Fußballverein, der VfL Köln 1899, hat seine Heimat in Weidenpesch. Unter anderem spielte Leo Wilden (WM-Teilnehmer 1962) für den Klub.

Mit der Gaststätte "Zur Alten Zollgrenze" (1698 eröffnet) findet sich eines der ältesten Wirtshäuser Kölns in Weidenpesch (an der Neusser Str. in Höhe der Derfflingerstr.). Schon Napoleon soll hier übernachtet haben.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • North-Brigade e.V.
  • Tennis-Club Ford Köln e.V.
  • Kölner-Tennis-Club (KTC) Weidenpescher Park 1920 e.V.
  • 1. FSV Köln 1899 e.V. (Fusionsverein von VfL Köln 1899 u. FSV Köln Nord)

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wettbewerbsentwurf Heilig-Kreuz-Kirche Köln-Weidenpesch 1930

Seit dem 13. Jahrhundert stand an der Schmiedegasse die Pfarrkirche St. Stephanus. 1860 wurde diese Kirche wegen Baufälligkeit abgerissen. Der Neubau, ebenso dem Heiligen Stephanus geweiht, wurde 1862 fertiggestellt und war bis in die 1930er Jahre Pfarrkirche. Der Nachfolgebau, die Heilig Kreuz Kirche, wurde 1931/1932 nach einem Entwurf von Heinrich Bartmann erbaut. Sie wurde nach Kriegszerstörungen wieder im gleichen Stil aufgebaut.

An der Stelle der Stefanskirche wurde von Thomas Carl Tromm, dem Besitzer der örtlichen Wachsfabrik, die Kapelle "Madonna im Grünen" aus den Steinen der abgerissenen Pfarrkirche nach Plänen seines gleichnamigen Sohnes erbaut und am 4. Dezember 1954 von Weihbischof Wilhelm Cleven eingeweiht.[2]

Die katholische Salvator-Kirche (Architekt Theodor Kelter) am Schlesischen Platz entstand 1957/1958.

Anfang der 1950er Jahre wurde die von Gottfried Tucholski entworfene evangelische Erlöserkirche – teils aus Steinen von Trümmergrundstücken – gebaut und eingeweiht: In der Gemeinde waren tätig: Pfarrer Friedrich Schellenburg, Pfarrer Dr. Max Adolf Wagenführer (bis 1971), Pfarrer Andreas Hellriegel (bis 1995) und Pfarrer Holger Reiprich-Meurer (bis 2001). Seit 2002 arbeiten Pfarrerin Susanne Zimmermann und Pfarrer Markus Zimmermann, der seit 2008 auch Superintendent des Kirchenkreises Köln-Nord ist, in der Gemeinde. Zur Entlastung von Superintendent Markus Zimmermann bei gemeindlichen Aufgaben ist seit 2010 Pfarrerin Christina Schlarp ebenfalls in der Kirchengemeinde tätig.

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berufsfeuerwehr Köln, Scheibenstraße

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Teutsch: Weidenpesch. in: Nippes gestern und heute. Eine Geschichte des Stadtbezirks und seiner Stadtteile. Hrsg. Franz Irsfeld, Köln 1983.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfram Hagspiel: Köln. Denkmälerverzeichnis. 12.5 Köln, Stadtbezirke 5 und 6 (Nippes und Chorweiler). J. P. Bachem Verlag, Köln 1982, ISBN 3-7616-0644-3, S. 152.
  2. Kapelle bei Erzbistum Köln

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Köln-Weidenpesch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien