Kölner Philharmonie

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Schild am Rand des Platzes über der Philharmonie
Bühne der Kölner Philharmonie am 11. September 2005

Die Kölner Philharmonie ist ein 1986 errichteter[1] Konzertsaal im Gebäudekomplex des Museum Ludwig in Köln.

Der Gebäudekomplex ging Anfang der 1980er Jahre aus einem Wettbewerb hervor, den das Architektenteam Busmann + Haberer gewann.

Bauweise[Bearbeiten]

Der Konzertsaal[Bearbeiten]

Der Konzertsaal wurde einem Amphitheater nachempfunden, um eine möglichst perfekte Raumakustik zu erhalten. So gibt es im gesamten Saal keine Wände, die sich parallel gegenüberliegen, damit kein unerwünschtes Echo entsteht. Größe und Polsterung der Sitze sind so ausgelegt, dass die von ihnen ausgehende Schalldämpfung immer konstant ist, unabhängig davon, ob jemand darauf sitzt oder nicht.

Dach[Bearbeiten]

Bühne der Kölner Philharmonie (Dezember 2004)

Der stützenfreie Innenraum bietet Platz für bis zu 2.000 Menschen. Die dadurch erforderlichen weitspannenden Träger verursachen aber auch ein Problem: Der Konzertsaal liegt unterhalb des öffentlich begehbaren Heinrich-Böll-Platzes zwischen dem Museum Ludwig und der Treppenanlage zum Rheinufer. Schrittgeräusche von Fußgängerinnen mit Pumps oder Fahrgeräusche von Skateboards oder Rollkoffern werden von den schwingenden Trägern ins Innere des Konzertsaals übertragen. Als Ursache hierfür wird unter anderem ein fehlerhafter Bodenbelag genannt. Aus diesem Grund wird der Platz während der Aufführungen und Proben in der Philharmonie bewacht abgesperrt, sodass im Konzertsaal keine akustischen Beeinträchtigungen spürbar sind.

Orgel[Bearbeiten]

Die Orgel war im ursprünglichen Bauplan der Kölner Philharmonie nicht vorgesehen. Erst nachträglich erhielt die Orgelmanufaktur Klais in Bonn den Auftrag, ein Instrument für den Konzertsaal zu bauen. Dennoch fügt sie sich heute mit ihren sieben Rundtürmen harmonisch in den Saal ein und bildet so das Pendant zur gegenüberliegenden Wendeltreppe.

Die Zusammenstellung ihrer Register trägt den Anforderungen an eine Konzertorgel Rechnung: Sie kann sowohl als Soloinstrument erklingen als auch der Begleitung dienen oder sich gegen ein Orchester behaupten. Die Orgel der Kölner Philharmonie verfügt über drei Manuale und hatte ursprünglich (1986) 70 Register mit insgesamt 5.394 Pfeifen sowie eine mechanische Traktur und elektronische Koppeln. Nach Registrationsänderungen in den Jahren 2009 und 2010 hat die Orgel aktuell 67 Register.[2]

Zusätzlich zum eigentlichen Schwellwerk ist auch das unter dem mechanischen Spieltisch positionierte Unterwerk separat schwellbar, wobei die sichtbaren Prospekt-Pfeifen des Unterwerks (Praestant 8' C bis g0 plus 10 stumme Pfeifen) allerdings außerhalb dieses Schwellwerkes liegen.

Durch den mobilen Spieltisch, der in die Mitte des Podiums gefahren werden kann, bleibt der Organist nicht hinter dem Rückpositiv unsichtbar. Titularorganist ist seit 2002 Thierry Mechler.

Die ursprügliche Disposition dieser Orgel aus dem Jahr 1986 mit 70 Registern:

I Hauptwerk C–c4

1. Praestant 16′
2. Quintatön 16′
3. Principal 8′
4. Bourdon 8′
5. Gemshorn 8′
6. Bifaria (ab g0) 8′
7. Octave 4′
8. Nachthorn 4′
9. Quinte 22/3
10. Superoctave 2′
11. Cornett V (ab g0) 8′
12. Mixtur IV 2′
13. Scharf IV 11/3
14. Trompete 16′
15. Trompete 8′
16. Trompete 4′
Tremulant
II Unterwerk C–c4
17. Liebl. Gedackt 16′
18. Praestant 8′
19. Rohrflöte 8′
20. Quintatön 8′
21. Principal 4′
22. Traversflöte 4′
23. Octave 2′
24. Waldflöte 2′
25. Quinte 11/3
26. Terzsept 13/5
27. Acuta IV 1′
28. Cymbel III 1/2
29. Holzdulcian 16′
30. Cromorne 8′
31. Vox Humana 8′
32. Kopftrompete 8′
Tremulant
III Schwellwerk C–c4
33. Bourdon 16′
34. Holzprincipal 8′
35. Flûte harm. 8′
36. Trichtergedackt 8′
37. Gamba 8′
38. Vox coelestis 8′
39. Weitoctave 4′
40. Rohrflöte 4′
41. Viola 4′
42. Nasard 22/3
43. Doublette 2′
44. Terz 13/5
45. Sifflet 1′
46. None 8/9
47. Harmonia aeth. IV 22/3
48. Plein Jeu V 2′
49. Basson 16′
50. Trompette harm. 8′
51. Hautbois 8′
52. Clairon 4′
Tremulant
Pedal C–g1
53. Untersatz 32′
54. Principal 16′
55. Subbass 16′
56. Stillgedackt 16′
57. Violon 16′
58. Octave 8′
59. Koppelgedackt 8′
60. Cello 8′
61. Tenorcoctave 4′
62. Blockflöte 4′
63. Jubalflöte 2′
64. Hintersatz IV 4′
65. Mixtur IV 22/3
66. Bombarde 32′
67. Posaune 16′
68. Fagott 16′
69. Trompete 8′
70. Schalmey 4′
  • Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P, I 4′/P(Superoctave-Koppel)

Im Jahr 2009 wurde diese Orgel umdisponiert auf nun 66 statt bisher 70 verfügbarer Register. Etliche Register wurden dabei komplett durch neu angefertigte Register ausgetauscht. Sinn dieser Massnahme war, die Orgel klanglich an heutige Hörgewohnheiten sowie die Musizierpraxis heutiger Organisten anzupassen.
Zusätzlich kam im Jahr 2010 das sehr kräftige Hochdruck-Register Tuba 8' dazu, welches an alle Manuale und auch das Pedal ankoppelbar ist.

Hier die neue Disposition dieser Orgel aus dem Jahr 2010 mit nun 67 Registern:

I Hauptwerk C–c4

1. Praestant 16′
2. Bourdon (2009) 16′
3. Principal 8′
4. Bourdon 8′
5. Flute harmonique (2009) 8′
6. Gambe (2009) 8′
7. Octave 4′
8. Flöte (2009) 4′
9. Quinte 22/3
10. Superoctave (2009) 2′
11. Cornett V (ab g0) 8′
12. Mixtur V 2′
13. Trompete (2009) 16′
14. Trompete (2009) 8′
15. Trompete (2009) 4′
Tremulant
II Unterwerk C–c4
16. Gambe (2009) 16′
17. Praestant 8′
18. Rohrflöte 8′
19. Bourdon (2009) 8′
20. Principal 4′
21. Traversflöte 4′
22. Nasard (2009) 22/3
23. Doublette (2009) 2′
24. Terz (2009) 13/5
25. Larigot 11/3
26. Mixtur IV (2009) 11/3
27. Holzdulcian 16′
28. Clarinette (2009) 8′
29. Trompete (2009) 8′
Tremulant
III Schwellwerk C–c4
30. Bourdon 16′
31. Holzprincipal 8′
32. Harmonieflöte (2009) 8′
33. Gedackt (2009) 8′
34. Gamba 8′
35. Vox coelestis 8′
36. Octave 4′
37. Rohrflöte 4′
38. Viola 4′
39. Nasard 22/3
40. Octavin (2009) 2′
41. Terz 13/5
42. Septime (2009) 11/7
43. Sifflet 1′
44. Progressio harmonique lll-V (2009) 22/3
45. Basson 16′
46. Trompette harm. 8′
47. Hautbois 8′
48. Vox humana (2009) 8′
49. Clairon 4′
Tremulant
Hochdruckwerk C–c4
50. Tuba (2010) 8′
Pedal C–g1
51. Untersatz 32′
52. Principal 16′
53. Flötbass 16′
54. Subbass 16′
55. Violon 16′
56. Octave 8′
57. Gedackt 8′
58. Cello 8′
59. Octave 4′
60. Flöte 4′
61. Flöte 2′
62. Gross Cornett III (2009) 102/3
63. Basson (2009) 32′
64. Posaune (2009) 16′
65. Fagott 16′
66. Trompete (2009) 8′
67. Clairon (2009) 4′
  • Koppeln: II/I, III/I, III/II, HD/1, HD/2, HD/3, HD/P, I/P, II/P, III/P, I 4′/P(Superoctave-Koppel)

Konzerte[Bearbeiten]

Der Eröffnungstag des Bauwerks (14. September 1986) wurde mit der Rheinischen Sinfonie von Robert Schumann begonnen. Aufgeführt werden seitdem vor allem Werke der klassischen Musik, die großen Werke des sinfonischen und kammermusikalischen Repertoires, Neue Musik, Jazz sowie Folk- und Popmusik. Die jährlich etwa 400 Konzerte werden von circa 600.000 Gästen besucht.

Die Kölner Philharmonie ist Sitz des Gürzenich-Orchesters sowie des WDR Sinfonieorchester Köln.

Nord-Süd-Tunnel der Stadtbahn[Bearbeiten]

Der 2009 noch im Bau befindliche Nord-Süd-Tunnel der Kölner Stadtbahn verläuft zwei Meter unterhalb des Konzertsaales. Beim Bau der Philharmonie wurde dafür eine Bauvorleistung geschaffen, namentlich Mauern im Untergrund, zwischen denen der Tunnel gegraben wurde. Ende Mai 2009 wurden Rütteltests durchgeführt, die die Lärmentwicklung der Züge simulieren sollten, die später im Minutentakt unter dem Konzertsaal und dem Aufnahmestudio des WDR hindurch fahren sollten. Nach Angaben des Intendanten Louwrens Langevoort sind die Tests unbefriedigend verlaufen.[3] Auch beim vierten nächtlichen Versuch sei im Konzertsaal „immer noch ein Rauschen“ zu hören gewesen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Format20 Jahre Kölner Philharmonie. Archiviert vom Original am 2. Mai 2010, abgerufen am 6. Januar 2010.
  2. Nähere Information zur Disposition der Orgel der Philharmonie
  3. Köln.de: Erste Tests: U-Bahn zu laut für Philharmonie, abgerufen 28. Oktober 2010

Weblinks[Bearbeiten]

50.9405555555566.9602777777778Koordinaten: 50° 56′ 26″ N, 6° 57′ 37″ O