Könen

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Könen
Stadt Konz
Wappen Könen
Koordinaten: 49° 40′ 47″ N, 6° 33′ 15″ O
Höhe: 145 m ü. NHN
Einwohner: 2275 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 7. November 1970
Postleitzahl: 54329
Vorwahl: 06501
Könen (Rheinland-Pfalz)
Könen

Lage von Könen in Rheinland-Pfalz

Könen – Ortsbild
Könen – Ortsbild

Könen ist ein Stadtteil von Konz im Landkreis Trier-Saarburg in Rheinland-Pfalz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Könen liegt auf der linken Seite der Saar kurz vor deren Mündung in die Mosel. Die Kernstadt Konz ist etwa drei Kilometer entfernt.

Zu Könen gehört auch der Wohnplatz Konzerbrück.[1]

Nachbarorte von Könen sind die Kernstadt Konz im Nordosten und der Stadtteil Filzen im Südosten auf der anderen Seite der Saar, sowie die Ortsgemeinden Tawern im Südwesten und Wasserliesch im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch archäologische Funde ist belegt, dass im Ortsbereich bereits Kelten und Römer gesiedelt haben. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 980 als Kona. Über Cone und Coene entwickelte sich der Name zu Könen.[2]

Nach der Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen war der Ort von 1798 bis 1814 Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs. Nach der Niederlage Napoleons kam Könen 1815 aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen zum Königreich Preußen. Der Ort wurde dem Landkreis Trier im Regierungsbezirk Trier zugeordnet, der 1822 Teil der neu gebildeten Rheinprovinz wurde.

Als Folge des Ersten Weltkriegs gehörte die gesamte Region zum französischen Teil der Alliierten Rheinlandbesetzung. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Könen zu den Gemeinden der französischen Besatzungszone, die im Februar 1946 an das Saarland angeschlossen wurden, im Juni 1947 aber auch zu den Orten des Landkreises Saarburg, die wieder zurückgegliedert und Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz wurden.

Am 7. November 1970 wurde im Zuge der Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz die bisher selbständige Gemeinde Könen mit zu diesem Zeitpunkt 1659 Einwohnern in die Stadt Konz eingemeindet.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbezirk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Könen ist gemäß Hauptsatzung einer von fünf Ortsbezirken der Stadt Konz. Der Ortsbezirk umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde. Die Interessen des Ortsbezirks werden durch einen Ortsbeirat und durch einen Ortsvorsteher vertreten.[4]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbeirat besteht aus fünfzehn Mitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsvorsteher als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Ortsbeirat:

Wahl SPD CDU FWG (*) Gesamt
2019[5] 3 5 7 15 Sitze
2014[6] 3 5 7 15 Sitze
2009[7] 1 6 8 15 Sitze
2004[8] 3 7 5 15 Sitze
(*) Freie Wählergemeinschaft Stadt Konz e. V.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Detlef Müller-Greis (FWG) wurde 2009 Ortsvorsteher von Könen.[9] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 76,78 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler im Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Amandus Könen
  • Das „Große Haus“ – ehemaliges Pfarrhaus/Weingut
  • Synagoge und Jüdischer Friedhof

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Könen

Skulpturen an der Saar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skulptur Hoher Dreher an der Saar in der Nähe des Sportplatzes

Von den im Rahmen der Bildhauersymposien Steine am Fluss und Skulpturen am Fluss Skulpturen stehen drei dieser auf Könener Flur: Der Hohe Dreher in der Nähe des Sportplatzes, die Archaischen Spuren nahe der Konzerbrück und der Dreieckige Sandstein an der Mündung der Saar in die Mosel.

Geschichte der Juden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu dem Stadtteil Konz-Könen ist im November 2005 ein 258 Seiten umfassendes Buch zur Geschichte der Juden von Könen erschienen. Es informiert sowohl über die Zeit friedlichen Zusammenlebens von Juden und Christen als auch über die Vernichtung der jüdischen Gemeinde Könen in der Zeit des Nationalsozialismus. Personenfotos und Dokumente illustrieren die wechselvolle Geschichte einer recht großen jüdischen Gemeinde. Zeitzeugenberichte zum Schicksal einzelner jüdischer Familien vermitteln, wie die antijüdischen Maßnahmen der Nationalsozialisten von den Opfern erfahren wurden. Herausgegeben wurde das von Willi Körtels verfasste Buch vom Förderverein Synagoge Könen e. V.[11]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gewerbegebiet der Ortschaft ist geprägt durch die Fabrikationsstätte für Baugeräte der Firma Volvo, die 1994 von der damaligen Firma Zettelmeyer übernommen wurde. Am Standort Konz-Könen produziert das Unternehmen unterschiedliche Maschinentypen.

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Könen verfügte 1970 noch über eine Weinbaufläche von ca. 16 Hektar. Die bewirtschafteten Flächen sind bis 2005 auf wenige Hektar zurückgegangen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Könen verläuft die Kreisstraße 112, ehemals Bundesstraße 51. Diese verläuft seit 2017 weiter westlich und dient dabei als Ortsumgehung von Könen.[12]

Auf einer Anhöhe über Könen befindet sich auf 213 Metern Höhe das Segelfluggelände des Aero-Club Trier & Konz e. V.[13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 15, Abt. 2. L. Schwann, Düsseldorf 1936 (Die Kunstdenkmäler des Landkreises Trier), Nachdruck vom Verlag der Akademischen Buchhandlung Interbook, Trier 1981, S. 71–73.
  • Willi Körtels: Geschichte der Juden von Könen. Förderverein Synagoge Könen e. V., Konz 2005.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Könen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2021. S. 113 (PDF; 2,6 MB).
  2. Könen. Verbandsgemeindeverwaltung Konz, abgerufen am 15. April 2021.
  3. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 183 (PDF; 2,6 MB).  Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  4. Hauptsatzung der Stadt Konz vom 25. August 2015. (PDF) § 2 Ortsbezirke. Verbandsgemeindeverwaltung Konz, abgerufen am 15. April 2021 (Die Änderungen vom 2017 und 2019 betreffen nicht den § 2 Ortsbezirke).
  5. Ortsbeiratswahl 2019 Könen. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 15. April 2021.
  6. Ortsbeiratswahl 2014 Könen. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 15. April 2021.
  7. Ortsbeiratswahl 2009 Könen. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 15. April 2021.
  8. Ortsbeiratswahl 2004 Könen. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 15. April 2021.
  9. Weniger Verkehr, mehr Lebensqualität. In: Trierischer Volksfreund. 29. Dezember 2011, abgerufen am 15. April 2021.
  10. Direktwahlen 2019. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 15. April 2021 (siehe Konz, Verbandsgemeinde, vierte Ergebniszeile).
  11. DNB 1029799709
  12. Heute Freigabe der B51 Ortsumgehung Konz-Könen. In: Trierischer Volksfreund. 23. August 2017, abgerufen am 16. April 2021.
  13. Flugplatz. Aero-Club Trier & Konz e. V., abgerufen am 15. April 2021.