Königlich Bayerisches 1. Jägerbataillon „König“

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Das 1. Jäger-Bataillon „König“ war ein Verband der Bayerischen Armee.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bataillon wurde am 27. November 1815 durch König Maximilian I. Joseph errichtet. Es formierte sich am 4. Januar 1816 in Salzburg aus den im Dezember 1813 zur Bildung einer Reservearmee im Innern des Königreichs gestellten Freiwilligen Jägerbataillonen des Regen-, Unterdonau-, Iller-, Isar- und Salzachkreises.[1] Die Garnison befand sich zunächst in Straubing und der letzte Friedensstandort vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs war die Jäger-Kaserne in Freising.

Deutscher Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jäger kamen während des Krieges gegen Preußen 1866 bei Zella, Hammelburg und Helmstadt zum Einsatz.

Deutsch-Französischer Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Krieg gegen Frankreich 1870/71 nahm das Bataillon an den Kämpfen bei Beaumont, Sedan, Artenay, Orléans, Loigny und Poupry sowie der Belagerung von Paris teil.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bataillon war zu Beginn des Ersten Weltkriegs im Verband der Kavallerie-Division (6. Armee) zunächst an der Westfront in Lothringen im Einsatz. Beim Angriff auf Ypern im Oktober/November 1914 bewährte sich das Bataillon bei Hollebeke und Zandvoorde. In der Frühjahrsschlacht von La Bassée und Arras gelang es dem Bataillon am 9. Mai 1915, durch einen Gegenangriff den Einbruch des XXII. Französischen Armeekorps südlich Souchez zum Stehen zu bringen. Danach dem Alpenkorps im Rahmen des 1. Jäger-Regiments unterstellt, kämpfte das Bataillon ab Juni 1915 auf dem Tre Sassi gegen italienische Kräfte. Während der Schlacht um Verdun gelang es dem Bataillon noch von Juni bis August 1916 in die Wabengräben nördlich Fleury ein- und auf die Fleuryhöhe vorzudringen. Aber der Erfolg konnte wegen der hohen Verluste und der allgemeinen Erschöpfung nicht weiter genutzt werden. Nach Verlegung im September 1916 nach Rumänien focht das Bataillon erfolgreich bei Hermannstadt. Es verblieb zum Kriegsende beim Alpenkorps und teilte dessen Geschicke.

Verbleib[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Waffenstillstand von Compiègne kehrten die Jäger in die Heimat zurück, wo das Bataillon demobilisiert und schließlich Mitte 1919 aufgelöst wurde.

Die Tradition übernahm in der Reichswehr durch Erlass des Chefs der Heeresleitung General der Infanterie Hans von Seeckt vom 24. August 1921 die 10. und 12. Kompanie des 19. (Bayerisches) Infanterie-Regiments in Kempten.

Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum
Oberstleutnant Georg von Lindheimer 27. November 1815 bis 18. März 1816
Oberstleutnant Karl von Preysing 18. März 1816 bis 1. Juni 1822
Oberstleutnant Wilhelm von Le Suire 01. Juni 1822 bis 26. Mai 1833
Oberstleutnant Jakob von Fritsch 26. Mai 1833 bis 25. Juni 1839
Oberstleutnant Joseph von Grebmer 25. Juni 1839 bis 22. Mai 1843
Oberstleutnant Christian von Großschedel 22. Mai 1843 bis 31. Oktober 1845
Oberstleutnant Karl Krazeisen 31. Oktober 1845 bis 31. März 1848
Oberstleutnant Friedrich Hoffmann 31. März 1848 bis 17. Mai 1849
Oberstleutnant Wilhelm Manz 17. Mai 1849 bis 26. November 1850
Oberstleutnant Karl Horn 26. November 1850 bis 31. Januar 1856
Oberstleutnant Gustav von Welsch 31. Januar 1856 bis 22. Oktober 1861
Oberstleutnant Hugo von Göriz 22. Oktober 1861 bis 26. Juli 1866
Oberstleutnant Otto von Schmidt 30. Juli 1866 bis 12. November 1870
Oberstleutnant Otto Wirthmann 12. November 1870 bis 28. Februar 1874
Oberstleutnant Friedrich von Bibra 28. Februar 1874 bis 23. November 1877
Oberstleutnant Johann Georg Gloß 23. November 1877 bis 23. Juni 1880
Oberstleutnant Wilhelm Horn 19. Juli 1880 bis 22. Februar 1883
Oberstleutnant Adolf Cella 22. Februar 1883 bis 17. November 1886
Oberstleutnant Adolf von Lossow 17. November 1886 bis 15. Februar 1889
Oberstleutnant Karl von Gosen 15. Februar 1889 bis 31. März 1894
Oberstleutnant Georg Prand 31. März 1894 bis 7. November 1896
Oberstleutnant Qualbert Born 07. November 1896 bis 13. Dezember 1898
Oberstleutnant Karl Fasbender 13. Dezember 1898 bis 1. März 1901
Oberstleutnant Jakob Pfluegl 01. März 1901 bis 18. Mai 1903
Oberstleutnant Ferdinand Hocheder 18. Mai 1903 bis 12. Oktober 1906
Oberstleutnant Hugo Keim 12. Oktober 1906 bis 25. Juli 1910
Oberstleutnant Luitpold Weiß-Jonak 25. Juli 1910 bis 20. Dezember 1912
Major Heinrich Merck 20. Dezember 1912 bis 26. August 1914
Major Franz Spiegel 26. August 1914 bis 14. Mai 1918
Major Karl Mayr 14. Mai bis 11. Juli 1918
Hauptmann Otto Obermair 11. Juli bis 6. Dezember 1918
Oberstleutnant Karl von Düwell 06. Dezember 1918 bis 30. Juni 1919

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Paulus, Robert Öffner: Das k.b. Jäger-Regiment Nr. 1. München 1925. (Erinnerungsblätter deutscher Regimenter. bayer. Anteil. Band 35.)
  • Konrad Krafft von Dellmensingen, Friedrichfranz Feeser: Das Bayernbuch vom Weltkriege 1914–1918. Chr. Belser AG. Verlagsbuchhandlung. Stuttgart 1930.
  • Günter Wegner: Deutschlands Heere bis 1918. Band 10: Bayern. Biblio Verlag. Osnabrück 1984.
  • Rudolf von Kramer, Otto Freiherr von Waldenfels: Der königlich bayerische Militär-Max-Joseph-Orden. Selbstverlag des k. b. Militär-Max-Joseph-Ordens. München 1966.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kriegsministerium (Hrsg.): Militär-Handbuch des Königreiches Bayern 1897. München 1897. S. 129.