Königlich Bayerisches Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 3

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Das Königlich Bayerische Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 3 war ein Regiment der Bayerischen Armee, dass zu Beginn des Ersten Weltkriegs aufgestellt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Regiment wurde bis 2. August 1914 gemäß Mobilmachungsplan aufgestellt. Der Regimentsstab und das II. Bataillon mit MG-Kompanie wurden in Augsburg durch das 3. Infanterie-Regiment „Prinz Karl von Bayern“, das I. Bataillon in Kempten durch das II. Bataillon und das III. Bataillon in Lindau des 20. Infanterie-Regiments „Prinz Franz“ gebildet. Es war somit in drei Bataillone und eine MG-Kompanie gegliedert und gehörte zur 2. Reserve-Infanterie-Brigade.

Erster Regimentskommandeur war Oberstleutnant Wilhelm Freiherr von Reitzenstein, der seinen Dienst vor dem Krieg als Chef des Stabes des 3. Infanterie-Regiments „Prinz Karl von Bayern“ in Augsburg versah.

1914[Bearbeiten]

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs war das Regiment im Rahmen des I. Reserve-Korps in zweiter Linie im Bereich Saargemünd aufmarschiert. Am 16. August rückte es ostwärts der Saar flussaufwärts bis auf Höhe Finstingen vor. Während der Schlacht in Lothringen am 20./21. August 1914 drang das Regiment von Finstingen nach Rodt vor, das entspricht einem Geländegewinn von ca. 15 km. Bis 22. August 1914 abends war der Rhein-Marne-Kanal überschritten und Avricourt genommen. Das Regiment erreichte bis 5. September 1914 die Linie Maixe-Lunéville. Nach dem Ausscheiden des II. und III. Armee-Korps aus der 6. Armee ging das Regiment etwa 20 km zurück in Stellung westlich der Vogesen bei Marsal. Ende September 1914 wurde es nach Brebières verlegt, am 2. Oktober 1914 rückte es über Mauville bis zum westlichen Ortsrand von Neuvireuil vor und ging dort in Stellung. Am 5. Oktober früh morgens stand es ostwärts der Ortschaft Bailleul-sir-Berthoult. Zugleich hatte es Verbindung zum linken Nachbarn, dem III. Bataillon des Reserve-Infanterie-Regiments 1 zu halten. Am 6. Oktober ging das Regiment ein Kilometer ostwärts Roclincourt in Stellung. Danach wurden aufgrund neu heran geworfener französischer Truppen keine weiteren Offensivoperationen mehr durchgeführt.

1915[Bearbeiten]

Im Zuge der ersten großen französischen Offensive vor Arras im Mai 1915 wurde das Regiment von der französischen 34. Infanterie-Division angegriffen. Es hielt die Stellung und wies alle Durchbruchsversuche des Feindes ab. Im Mai und Juni 1915 versuchte der Feind nochmals, zum Erfolg zu kommen, wurde jedoch ohne jeden Geländegewinn zurückgeschlagen. Im September/Oktober 1915 versuchten es die Franzosen ein weiteres Mal, die Linien der 1. Reserve-Division bei Ecurie und Roclincourt zu durchstoßen. Am 24., 25. und 26. September wies das Regiment die französischen Angriffe (Teile der 10. Armee) vor Roclincourt allesamt ab. Im Oktober 1915 wurde die 1. Reserve-Division durch die kombinierte Division von Generalleutnant Bernhard von Hartz abgelöst.

1916[Bearbeiten]

Am 31. Januar 1916 wurde Oberstleutnant Ernst Ritter von Brunner kurzzeitig das Kommando über das Regiment übertragen. Am 11. März 1916 übernahm Oberst Wilhelm Freiherr von Reitzenstein wieder das Kommando. Ende Juli 1916 war das Regiment vorn in der Mitte zwischen Cléry und Maurepas in Stellung. Die im August 1916 durchgeführten Großangriffe der französischen Truppen wurden bereits im Vorfeld der Gräben abgewiesen. Am 10. Oktober 1916 wurde Major Anton Mayer zum Regimentskommandeur ernannt.

1917[Bearbeiten]

Am 23. April 1917 wurde Major Mark zum Kommandeur des Regiments ernannt, der bereits am 29. Mai 1917 das Kommando an Major Orff abgab, welcher es bis zum Ende des Krieges behielt. Anfang April 1917 lag die 1. Reserve-Division tief gestaffelt westlich von Thélus, das Regiment rechts, Reserve-Infanterie-Regiment 2 links und das Reserve-Infanterie-Regiment 1 in der Mitte. Der britische Angriff unterstützt durch Gas, Flammenwerfer, Tanks und Minensprengungen, stieß beim rechten Nachbarn, der preußischen 79. Reserve-Division durch, so dass die eigenen Stellungen auf den Vimy-Höhen nun ebenfalls gefährdet waren und geräumt werden mussten. Bis zum Abend des 9. April wurde das Regiment auf Bailleul zurückgenommen. Auf Antrag des I. Reserve-Korps ging das Regiment weitere zwei Kilometer auf den westlichen Ortsrand von Oppy zurück, um sich der Feindeinsicht von den verloren gegangenen Vimy-Höhen zu entziehen. Das Regiment traf im Oktober 1917 bei Hollebeke in Flandern ein.

1918[Bearbeiten]

Während der Rückzugskämpfe in Flandern wurde am 4. Oktober 1918 das Regiment vor Ledeghem geworfen und verstärkte die dort in Stellung liegenden Verbände. Am 14. Oktober brachen jedoch die Briten durch die Linien des Regiments, das nach hartem Kampf bei Morseele weitgehend aufgerieben. Die Reste des Regiments waren anschließend als Reserve eingesetzt. Am 20. Oktober 1918 fing es nordostwärts Wareghem die Spitzen eines britischen Verbandes auf. An 30. Oktober 1918 lag es ostwärts der Schelde bei Gavere in Stellung. Am Ende des Krieges stand das Regiment bei Diest. Von dort verlegte es über Lüttich, Aachen in die Gegend von Barmen.

Das Regiment kam dann Anfang Dezember nach Memmingen und wurde nach der Demobilisierung am 16. Dezember 1918 schließlich aufgelöst.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]