Königliche Jagdhütte (Schönbuch)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Königliche Jagdhütte

Die Königliche Jagdhütte im Schönbuch wurde 1888 auf der Hochebene des Steingart durch den damaligen Kronprinzen Wilhelm II. von Württemberg als geräumiges Blockhaus erbaut.

Baubeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der königliche Oberförster Münst schrieb über die Königliche Jagdhütte in der Revierchronik: "Die Hütte – eine Blockhütte nach Schweizer Stil – enthält ein hübsches Wohnzimmer für den Prinzen selbst, ein Vorzimmer, welches zugleich Küche ist, einen Keller, Pferdestall, eine Wagenremise. Die Hütte, welche heizbar ist, ist einfach, aber hübsch möbliert und mit Hirschgeweihen dekoriert." Es gab sogar ein königliches Plumpsklo, das heute noch vorhanden ist.[1] Die Hütte fiel wohl bewusst bescheiden aus, weil sich der auf Sparsamkeit bedachte Prinz sich nicht dem Vorwurf aussetzen wollte, er habe zu viel Geld ausgegeben. Die Hütte war über längere Zeit gesellschaftlicher Mittelpunkt des jagdlichen Geschehens.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Jagdhütte war ein Lieblingsort des Königs, der seine Regierungsgeschäfte bequem vom Schönbuch aus führen konnte, denn über den Postbotenweg erhielt er Nachrichten aus der Residenz. Ins Gästebuch eingetragen hat sich 1893 Kaiser Wilhelm II., als auch die Kaiserlinde gepflanzt wurde. Neben der Jagdhütte steht die sogenannte Signaleiche; der gleichnamige Vorgänger dieses Baumes stand außerhalb der jetzigen Einzäunung. Flaggensignale der Signaleiche konnten von der Wurmlinger Kapelle aus beobachtet werden

Nach der Abdankung Königs Wilhelm II. blieb die Hütte in Betrieb. Im Gästebuch sind weiterhin Jagden und Feste aufgelistet, jetzt mit Forstleuten, Waldarbeitern und Jägern mit deren Gästen. Häufiger Gast war später auch Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger, der nicht selten an Wochenenden Politik von der königlichen Jagdhütte aus betrieb. Einmal wurde die Jagdhütte vom amerikanischen Außenminister Warren Christopher besucht. Während der Treibjagden im Schönbuch ist die Jagdhütte für gewöhnlich in Betrieb. Bisher verfügt die Jagdhütte weder über Strom- noch Wasseranschluss und wird mit Gaslampen beleuchtet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz Seehagel: Königliche Jagdhütte
  2. Königliche Jagdhütte

Koordinaten: 48° 34′ 19″ N, 9° 0′ 50,5″ O