Königsbach an der Weinstraße

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Königsbach an der Weinstraße
Ehemaliges Gemeindewappen von Königsbach
Koordinaten: 49° 23′ 7″ N, 8° 9′ 33″ O
Höhe: 150 m ü. NHN
Fläche: 3,21 km²
Einwohner: 1144 (12. Jan. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 356 Einwohner/km²
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 67435
Vorwahl: 06321
Karte
Königsbach (rot) innerhalb des Stadtgebiets von Neustadt
Ortsbild von Königsbach, im Hintergrund der Steinbruch
Ortsbild von Königsbach, im Hintergrund der Steinbruch

Königsbach an der Weinstraße ist ein pfälzisches Winzerdorf. Es wurde am 7. Juni 1969 als Ortsteil in die 5 km südlich gelegene kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße in Rheinland-Pfalz eingemeindet.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königsbach liegt in der Vorderpfalz auf einer Höhe von 150 m ü. NHN am Ostrand des Pfälzerwalds, der Haardt. Östlich schließt die Oberrheinische Tiefebene an. Bedingt durch die Lage im Lee des 553 m hohen Weinbiets und des 496 m hohen Stabenbergs beträgt der durchschnittliche Jahresniederschlag nur etwa 500 mm. Über 1800 Sonnenstunden im Jahr bewirken ein mildes Klima.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur frühen Neuzeit gehörte Königsbach zu den Herren von Hirschhorn. Nach deren Aussterben wechselte der Ort 1632 zum Hochstift Speyer, bei dem er bis Ende des 18. Jahrhunderts verblieb und unterstand dort dem Amt Deidesheim. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Königsbach in den Kanton Neustadt (Donnersberg) eingegliedert und besaß eine eigene Mairie. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1817 bis 1862 gehörte die Gemeinde dem Landkommissariat Neustadt an; aus diesem ging das Bezirksamt Neustadt hervor.

Ab 1939 war Königsbach Bestandteil des Landkreises Neustadt an der Weinstraße. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des Regierungsbezirks Pfalz im damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde Königsbach am 7. Juni 1969 in die kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße eingemeindet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1815 hatte Königsbach insgesamt 625 Einwohner. Der Ort verzeichnete in den letzten 40 Jahren eine stetige Zunahme seiner Bevölkerung. Zur Zeit der Eingemeindung (1969) hatte es etwa 1000 Einwohner, doch durch Ausweitung der Wohnbebauung vor allem in die westlichen Hanglagen stieg die Zahl bis 2009 auf 1231. Im Januar 2012 hatte Königsbach 1144[3] Einwohner.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klausenkapelle

In der katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist und Sebastian befindet sich das Altarbild Kalvarienberg aus dem 15. Jahrhundert '[4] Bis 1958 befand sich vor Ort außerdem ein Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen

Die Klausenkapelle – alternativ Katholische Wallfahrtskapelle Hl. Vierzehn Nothelfer befindet isch bereits auf der Gemarkung von Ruppertsberg; zu ihr führt ein Wallfahrtsweg mit Kreuzwegstationen von der Pfarrkirche in den Wald westlich von Königsbach[5]

Am südöstlichen Rand, allerdings auf Gimmeldinger Gemarkung gelegen, befindet sich das Kloster Hildenbrandseck, in dem sich von 1956 bis 2004 das Mutterhaus der katholischen Hildegardis-Schwestern befand.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Stadtteil Königsbach wurde ein Ortsbezirk gebildet. Dem Ortsbeirat gehören neun Beiratsmitglieder an, den Vorsitz im Ortsbeirat führt die direkt gewählte Ortsvorsteherin.[6]

Zur Zusammensetzung des Ortsbeirats siehe die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Neustadt an der Weinstraße.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteherin ist Alexandra Schaupp (CDU). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde sie mit einem Stimmenanteil von 88,95 % bestätigt. Sie ist seit 1. Januar 2018 im Amt und Nachfolgerin von Dieter Eckel (CDU), der zuvor 29 Jahre Ortsvorsteher von Königsbach war.[7][8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Königsbach an der Weinstraße
Blasonierung: „Gespalten, rechts in Gold eine rote Hirschstange, links durch einen silbernen Schrägwellenbalken von Rot und Schwarz geteilt, oben links eine, unten rechts zwei nacheinander gesetzte silberne Lilien, je mit goldenem Wirtel.“

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Ort existieren insgesamt 35 Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter der Aussichtsturm auf dem Stabenberg.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Königsbach erstreckt sich das Naturschutzgebiet Haardtrand - Am Klausental.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Sonntag Laetare wird jährlich der Sommertagsumzug veranstaltet. Im Juni findet die Königsbacher Weinkerwe statt, im Juli wird die Wallfahrt zur im Wald gelegenen Klausenkapelle durchgeführt zum Dank für den glimpflichen Ausgang einer Hungersnot im 18. Jahrhundert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinberg innerhalb von Königsbach

Die günstigen klimatischen Verhältnisse ermöglichen den Anbau von Wein – bekannte Lagen sind Ölberg, Reiterpfad, Jesuitengarten und Idig – und lassen Mandeln, Esskastanien, Feigen und Zitrusfrüchte reifen. In Königsbach befindet sich außerdem ein Steinbruch, der jedoch inzwischen nicht mehr genutzt wird. Zudem besitzt die VR Bank Mittelhaardt vor Ort eine Filiale.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die überregionale Verkehrsanbindung Königsbachs erfolgt (durch das südöstlich gelegene Mußbach an der Weinstraße hindurch) über die Bundesautobahn 65 (Anschlussstelle 12 Neustadt-Nord in die Richtungen Ludwigshafen am Rhein und Karlsruhe). Über Gimmeldingen führt die Verbindungsstraße nach Neustadt, über die nordöstlich gelegene Kleinstadt Deidesheim erreicht man die Bundesstraße 271 nach Bad Dürkheim.

Der an der eingleisigen Pfälzischen Nordbahn gelegene gleichnamige Bahnhof Königsbach wurde wegen seiner ortsfernen Lage (1 km vom Ortskern) bereits in den 1960er Jahren stillgelegt. Der öffentliche Nahverkehr wird seither durch Buslinien des BRN gewährleistet, die am Neustadter Hauptbahnhof und am Deidesheimer Bahnhof einen Übergang zum Schienennetz bieten.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königsbach liegt an der Deutschen Weinstraße. Durch den Ort führen außerdem der Pfälzer Mandelpfad und der Radweg Deutsche Weinstraße.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Königsbach an der Weinstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.neustadt.eu: Zahlen-Daten-Fakten.
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 173 (PDF; 2,8 MB).
  3. Website der Stadt Neustadt.
  4. Pfarrkirche, 360°-Innenansicht.
  5. Klausenkapelle, 360°-Innenansicht.
  6. Stadt Neustadt an der Weinstraße: Hauptsatzung. (PDF, 134 kB) § 3 bis 5. 30. August 2019, abgerufen am 19. Oktober 2019.
  7. Stadt Neustadt an der Weinstraße: Ortsvorsteher/in Königsbach 2019. Abgerufen am 19. Oktober 2019.
  8. Metropol News: Neustadt: Dienstältester Ortsvorsteher Dieter Eckel verabschiedet. 19. Dezember 2017, abgerufen am 19. Oktober 2019.