Königsberg (Biebertal)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 50° 38′ 40″ N, 8° 32′ 10″ O

Königsberg
Gemeinde Biebertal
Höhe: 376 (293–403) m ü. NHN
Fläche: 1,27 km²[1]
Einwohner: 900[2]
Bevölkerungsdichte: 711 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Postleitzahl: 35444
Vorwahl: 06446
Königsberg - links der Mitte Burg und Kirche, rechts der Dünsberg

Königsberg - links der Mitte Burg und Kirche, rechts der Dünsberg

Königsberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Biebertal im Landkreis Gießen in Mittelhessen.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königsberg liegt im Gleiberger Land. Es ist der höchstgelegene Ortsteil der Gemeinde. Nahe bei Königsberg entspringen zwei rechte Nebenflüsse der Lahn, der Bieber-Quellfluss Strupbach im Norden und der unmittelbare Zufluss Schwalbenbach im Süden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das auf den Grundmauern der ehem. Burg errichtete „Schloss“ und rechts davon die Ev. Kirche prägen das Ortsbild

Königsberg wurde erstmals 1260 urkundlich erwähnt und hatte ab 1500 Stadtrechte. Zum Amt Königsberg gehörten die Orte Bischoffen, Frankenbach, Naunheim, Waldgirmes, Niederweidbach, Oberweidbach, Roßbach und Wilsbach.

Auf Burg Königsberg residierte das Grafengeschlecht von Solms-Königsberg. Die Evangelische Kirche Königsberg wurde im Dreißigjährigen Krieg völlig zerstört. Der dann errichtete Neubau aus dem Jahr 1654 wurde erst 1961 wieder völlig renoviert, eine weitere Renovierung erfolgte 1994. Bei dieser Gelegenheit wurden die ursprünglichen Farben der Kirche wieder hergestellt.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schloss sich die selbstständige Gemeinde Königsberg (Landkreis Wetzlar) am 1. Dezember 1970 mit weiteren Gemeinden zur neuen Gemeinde Biebertal zusammen.[3]

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Königsberg unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[1]

  • Kunegisberch, de (1260) [Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei 1, Neudruck, Nr. 164, S. 126]
  • Koningisberg (1301)
  • Kungesperg

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Königsberg unterstand im Überblick:[1][4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1970 sind:[1]

  • 1577: 026 Haushaltungen
  • 1629: 040 Haushaltungen
  • 1742: 073 Haushaltungen
  • 1834: 452 Einwohner
  • 1885: 517 Einwohner
  • 1895: 502 Einwohner
  • 1925: 581 Einwohner
  • 1939: 490 Einwohner
  • 1950: 635 Einwohner
  • 1961: 667 Einwohner
  • 1970: 711 Einwohner
Königsberg: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
452
1840
  
468
1846
  
493
1852
  
457
1858
  
557
1864
  
534
1871
  
510
1875
  
488
1885
  
517
1895
  
502
1905
  
506
1910
  
510
1925
  
581
1939
  
490
1946
  
675
1950
  
635
1956
  
611
1961
  
667
1967
  
714
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die Landesstraße 3474. Den öffentlichen Personennahverkehr betreibt der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Köster (1806–1870), deutscher Richter und Abgeordneter

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Königsberg, Landkreis Gießen. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 17. November 2016)
  2. Der Ortsteil im Internetauftritt der Gemeinde Biebertal, abgerufen im September 2015.
  3. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 282
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  5. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 8 (online bei Google Books).
  6. Neuste Länder und Völkerkunde, Band 22, S. 420, Weimar 1821

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Königsberg (Biebertal) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien