Königsdahlum

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Stadt Bockenem
Wappen von Königsdahlum
Koordinaten: 51° 58′ 57″ N, 10° 6′ 58″ O
Höhe: 118 m
Einwohner: 352 (1. Okt. 2011)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31167
Vorwahl: 05067

Königsdahlum ist ein Stadtteil von Bockenem im niedersächsischen Landkreis Hildesheim. Er hat 352[1] Einwohner.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königsdahlum liegt im Ambergau etwa 3 km südsüdwestlich des Kernorts von Bockenem und 1,5 km nordwestlich des Bockenemer Stadtteils Bornum. Es breitet sich am Westufer der Nette und am Ostrand der bis 290,1 m ü. NHN hohen Harplage aus. In der Nordostabdachung dieses Höhenzuges liegt außerhalb des Dorfs etwa 1,3 km nordwestlich der Dorfkirche als größter Erdfall in Niedersachsen der mit Wasser gefüllte Dillsgraben und nebenan die Villa Dillsburg.

Königsdahlum (Ostern 2008)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus alten Urkunden ist zu ersehen, dass die Schreibweise des Ortes im Laufe der Jahrhunderte gewechselt hat: 936 Taleheim, später dann Tulehem, Talehum, Dalehem, Dalaheim, Dalahem, Daleheim, Dalheim, Dalem, Dalum, Dalhem, Dalen und zuletzt Dahlum. In alten Kirchenbüchern wird Dahlum 1592 bereits als Koenniges-Dahlum genannt. Als Abgrenzung zu Salzdahlum und Dahlum (Groß- und Kleindahlum) im Landkreis Wolfenbüttel wird der Ort ab 1830 Königsdahlum genannt. Der Name bedeutet Heim im Thale bzw. Wohnstätte einer Talung.[2]

Zeitgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird Königsdahlum im Jahr 936 als Pfalz Dahlum. Es ist ziemlich sicher, dass die Gründung der Königspfalz keine sächsische Gründung war, sondern dass die Anlage auf eine fränkische Gründung zurückgeht.[2] In der Pfalz hielt sich Kaiser Otto der Große mehrfach während des 10. Jahrhunderts auf. Die Pfalz lag an einem Königsweg. Im Jahr 1192 wurde sie von Heinrich dem Löwen zerstört. Der Abbau der zerstörten Burg geschah hauptsächlich durch die Stadt Bockenem für die Errichtung der Stadtmauer.

An der Bahnstrecke Derneburg–Seesen, die 1887 bis Bockenem und 1889 bis Seesen fertiggestellt wurde, wurde in Königsdalum ein Haltepunkt eingerichtet. Die Strecke wurde 1990 für den Personen- und 1995 teilweise auch für den Güterverkehr stillgelegt. Sie wird nur noch gelegentlich von einer Museumseisenbahn, die auch in Königsdalum hält, und vereinzelt zur Beförderung von Gütern genutzt.

Im Rahmen der Gemeinde- und Gebietsreform wurde Königsdahlum am 1. März 1974 mit 17 weiteren Gemeinden zur Stadt Bockenem zusammengefasst.[3]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Königsdahlum.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Gustav Fricke, stellv. Katharina Spengler.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Königsdahlum wurde 1949, als noch eine Pflichtfeuerwehr existierte, die Freiwillige Feuerwehr Königsdahlum[4] gegründet. Sie hatte 2011 37 Aktive, 14 Alterskameraden und 74 fördernde Mitglieder. Aktuell ist Alexander Heinz der Ortsbrandmeister dieser Feuerwehr mit Grundausstattung.

Im Jahre 1981 wurde die Arbeitsgemeinschaft Dorfgemeinschaftshaus Königsdahlum e.V. gegründet. Sie hat die ehemalige Schule zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut und ist verantwortlich für die Instandhaltung und Vermietung. Vermietet werden darf die Schule laut Verfügung der Stadt Bockenem nur an Königsdahlumer Bürgerinnen und Bürger.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen der Stadtteile von Bockenem, Stand 1. Oktober 2011; hier: Hauptwohnsitz
  2. a b Schautafel am Ort der Pfalz in Königsdahlum am 18. November 2006
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 210.
  4. Freiwillige Feuerwehr Königsdahlum: Festzeitschrift zum 60-jährigen Jubiläum im Jahre 2009 und aktuelle Informationen durch den Ortsbrandmeister