Königsdorf (Bayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Königsdorf
Königsdorf (Bayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Königsdorf hervorgehoben
Koordinaten: 47° 49′ N, 11° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Bad Tölz-Wolfratshausen
Höhe: 625 m ü. NHN
Fläche: 45,68 km2
Einwohner: 3089 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82549
Vorwahlen: 08179, 08046, 08171
Kfz-Kennzeichen: TÖL, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 73 134
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 54
82549 Königsdorf
Website: www.gemeinde-koenigsdorf.de
Bürgermeister: Anton Demmel (Freie Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Königsdorf im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
Starnberger SeeAmmerseeÖsterreichLandkreis EbersbergLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis Landsberg am LechLandkreis MiesbachLandkreis MünchenLandkreis RosenheimLandkreis StarnbergLandkreis Weilheim-SchongauWolfratshauser ForstPupplinger AuPupplinger AuBad HeilbrunnBad TölzBenediktbeuernBichlDietramszellEglingEurasburg (Oberbayern)GaißachGeretsriedGreilingIckingJachenauKochel am SeeKönigsdorf (Bayern)LenggriesMünsingReichersbeuernSachsenkamSchlehdorfWackersbergWolfratshausenKarte
Über dieses Bild
Pfarrkirche St. Laurentius mit Friedhofskapelle in Königsdorf
Bauernhaus im Ortsteil Osterhofen

Königsdorf ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 23 Gemeindeteile sind: Au, Berg, Boschhof, Brand, Brandl, Graben, Grafing, Heigl, Höfen, Königsdorf, Kreut, Lindenrain, Mooseurach, Niederham, Osterhofen, Pföderl, Rothmühle, Schönrain, Schuß, Schwaighofen, Sonnenhofen, Wiesen und Zellwies.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 778. Im 14. Jahrhundert, nach Aussterben der „Nobiles de Chumizdorf“, übernahm das Geschlecht der Höhenkircher die offene Hofmark Königsdorf und verkaufte diese während des Dreißigjährigen Krieges an das Kloster Benediktbeuern. In den Bairischen Landtafeln des Philipp Apian von 1568 wird der Ort noch als „Kumbsdorf“ bezeichnet.

Am 16. Dezember 1705 fand im Wirtshaus „Post“ in Königsdorf ein Treffen von je drei Wirten aus München und Tölz statt. Christian Probst berichtet über das von Johann Jäger organisierte Gespräch in dem die Befreiung Münchens geplant wurde. Diese schlug fehl und ging als „Sendlinger Mordweihnacht“ in die Geschichte ein.

Königsdorf wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine selbständige politische Gemeinde.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gelände der ehemaligen „Oberen Rothmühle“ wurde von 1936 bis 1945 von der Hitlerjugend als sogenanntes Hochlandlager genutzt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde dieses Lager aufgelöst und dem DP-Lager Föhrenwald angegliedert. Es diente in der folgenden Zeit unter anderem zur Ausbildung von Überlebenden des Holocaust zu Offizieren des neu zu gründenden Staates Israel. Die Ausbildung unter der Leitung der zionistischen Untergrundorganisation Hagana wurde 1948 eingestellt. Heute befindet sich auf dem Gelände die Jugendsiedlung Hochland, eine Jugendbildungsstätte des Bezirks Oberbayern.

Abtretungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1950 wurde unbewohntes Gemeindegebiet zur Bildung der neuen Gemeinde Geretsried an diese abgetreten.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde Osterhofen wurde 1966 fast vollständig nach Königsdorf eingegliedert. Am 1. Mai 1978 wurden die Orte Au, Brandl, Graben, Heigl, Höfen, Pföderl, Schönrain und Schwaighofen der aufgelösten Gemeinde Schönrain nach Königsdorf eingegliedert.[4][5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
32,5 %
36,2 %
31,2 %
UBL
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-0,1 %p
-2,1 %p
+2,1 %p
UBL

Nach der letzten Kommunalwahl am 16. März 2014 hat der Gemeinderat 14 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,0 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:[6]

4
5
5
Insgesamt 14 Sitze
  • UBL: 4
  • FWG: 5
  • CSU: 5

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. Dezember 1961 erhielt Königsdorf vom Bayerischen Staatsministerium des Inneren das Recht, ein Wappen zu führen.[7]

Die Blasonierung lautet: Geteilt von Blau und Silber; oben eine goldene Laubkrone, unten ein von Schwarz und Rot geteilter Schräglinksbalken.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Königsdorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 595.
  4. Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987. In: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451. München 1991, S. 40, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 569.
  6. Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014. In: wahlen.bayern.de. Abgerufen am 18. Januar 2017.
  7. Georg Burger: Königsdorfer Heimatbuch. 778–1978. Hrsg.: Gemeinde Königsdorf. Selbstverlag, Königsdorf 1978, S. 143.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Königsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien