Königsdorf (Oberbayern)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Königsdorf
Königsdorf (Oberbayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Königsdorf hervorgehoben

Koordinaten: 47° 49′ N, 11° 29′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Bad Tölz-Wolfratshausen
Höhe: 625 m ü. NHN
Fläche: 45,68 km2
Einwohner: 3132 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner je km2
Postleitzahl: 82549
Vorwahlen: 08179, 08046, 08171
Kfz-Kennzeichen: TÖL, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 73 134
Gemeindegliederung: 23 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 54
82549 Königsdorf
Website: www.gemeinde-koenigsdorf.de
Erster Bürgermeister: Rainer Kopnicky (CSU)
Lage der Gemeinde Königsdorf im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
Starnberger SeeAmmerseeÖsterreichLandkreis EbersbergLandkreis Garmisch-PartenkirchenLandkreis Landsberg am LechLandkreis MiesbachLandkreis MünchenLandkreis RosenheimLandkreis StarnbergLandkreis Weilheim-SchongauWolfratshauser ForstPupplinger AuPupplinger AuBad HeilbrunnBad TölzBenediktbeuernBichlDietramszellEglingEurasburg (Oberbayern)GaißachGeretsriedGreilingIckingJachenauKochel am SeeKönigsdorf (Oberbayern)LenggriesMünsingReichersbeuernSachsenkamSchlehdorfWackersbergWolfratshausenKarte
Über dieses Bild
Pfarrkirche St. Laurentius mit Friedhofskapelle in Königsdorf
Bauernhaus im Ortsteil Osterhofen

Königsdorf ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Der gleichnamige Ort ist zugleich Hauptort sowie Sitz der Gemeindeverwaltung.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 23 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 778. Im 14. Jahrhundert, nach Aussterben der „Nobiles de Chumizdorf“, übernahm das Geschlecht der Höhenkircher die offene Hofmark Königsdorf und verkaufte diese während des Dreißigjährigen Krieges an das Kloster Benediktbeuern. In den Bairischen Landtafeln des Philipp Apian von 1568 wird der Ort noch als „Kumbsdorf“ bezeichnet.

Am 16. Dezember 1705 fand im Wirtshaus „Post“ in Königsdorf ein Treffen von je drei Wirten aus München und Tölz statt. Christian Probst berichtet über das von Johann Jäger organisierte Gespräch in dem die Befreiung Münchens geplant wurde. Diese schlug fehl und ging als „Sendlinger Mordweihnacht“ in die Geschichte ein.

Königsdorf wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine selbständige politische Gemeinde.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gelände der ehemaligen „Oberen Rothmühle“ wurde von 1936 bis 1945 von der Hitlerjugend als sogenanntes Hochlandlager genutzt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde dieses Lager aufgelöst und dem DP-Lager Föhrenwald angegliedert. Es diente in der folgenden Zeit unter anderem zur Ausbildung von Überlebenden des Holocaust zu Offizieren des neu zu gründenden Staates Israel. Die Ausbildung unter der Leitung der zionistischen Untergrundorganisation Hagana wurde 1948 eingestellt. Heute befindet sich auf dem Gelände die Jugendsiedlung Hochland, eine Jugendbildungsstätte des Bezirks Oberbayern.

Abtretungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1950 wurde unbewohntes Gemeindegebiet zur Bildung der neuen Gemeinde Geretsried an diese abgetreten.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde Osterhofen wurde 1966 fast vollständig nach Königsdorf eingegliedert. Am 1. Mai 1978 wurden die Orte Au, Brandl, Graben, Heigl, Höfen, Pföderl, Schönrain und Schwaighofen der aufgelösten Gemeinde Schönrain nach Königsdorf eingegliedert.[4][5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2.263 auf 3.096 um 833 Einwohner bzw. um 36,8 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
32,5 %
36,2 %
31,2 %
UBL
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-0,1 %p
-2,1 %p
+2,1 %p
UBL

Nach der Kommunalwahl am 15. März 2020 hat der Gemeinderat 16 Mitglieder. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:[6]

  • Christlich-Soziale Union: 7 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft: 4 Sitze
  • Unabhängige Bürgerliste: 5 Sitze

Die Wahlbeteiligung betrug 67,7 %.

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Erste Bürgermeister. Dies ist seit 1. Mai 2020 Rainer Kopnicky (CSU),[7] der mit 86,1 % der Stimmen gewählt wurde. Sein Vorgänger war von Mai 2008 bis April 2020 Anton Demmel (Freie Wähler).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gde. Königsdorf
Blasonierung: „Geteilt von Blau und Silber; oben eine goldene Laubkrone, unten ein von Schwarz und Rot geteilter Schräglinksbalken.“[8]

Am 7. Dezember 1961 erhielt Königsdorf vom Bayerischen Staatsministerium des Inneren das Recht, ein Wappen zu führen.[9]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Genghamer: Zur Geschichte und Beschreibung der katholischen Pfarrei Königsdorf in Oberbayern, In: Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte, Band 30, München 1870–1871, S. 176–226 (online)
  • Georg Burger, Marlies Hieke: Königsdorf. Heimatbuch. Vergangenheit und Gegenwart. Herausgegeben von der Gemeinde Königsdorf, 2. überarbeitete und ergänzte Auflage, Königsdorf 1999. (ohne ISBN)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Königsdorf (Oberbayern) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Königsdorf in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 6. September 2019.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 595.
  4. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 40, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 569.
  6. Besetzung Gemeinderat, abgerufen am 5. Juni 2020.
  7. Grußwort. Gemeinde Königsdorf, abgerufen am 2. September 2020.
  8. Eintrag zum Wappen von Königsdorf (Oberbayern) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  9. Georg Burger: Königsdorfer Heimatbuch. 778–1978. Hrsg.: Gemeinde Königsdorf. Selbstverlag, Königsdorf 1978, S. 143.