Königseggwald

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Königseggwald
Königseggwald
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Königseggwald hervorgehoben
Koordinaten: 47° 56′ N, 9° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Ravensburg
Gemeindeverwal­tungsverband: Altshausen
Höhe: 661 m ü. NHN
Fläche: 6,85 km²
Einwohner: 666 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88376
Vorwahl: 07587
Kfz-Kennzeichen: RV
Gemeindeschlüssel: 08 4 36 053
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 17
88376 Königseggwald
Webpräsenz: www.koenigseggwald.de
Bürgermeister: Roland Fuchs
Lage der Gemeinde Königseggwald im Landkreis Ravensburg
Bayern Bodenseekreis Landkreis Biberach Landkreis Sigmaringen Achberg Aichstetten Aitrach Altshausen Amtzell Argenbühl Aulendorf Bad Waldsee Bad Wurzach Baienfurt Baindt Berg (Schussental) Bergatreute Bodnegg Boms Boms Ebenweiler Ebersbach-Musbach Eichstegen Eichstegen Fleischwangen Fronreute Grünkraut Guggenhausen Guggenhausen Guggenhausen Guggenhausen Horgenzell Hoßkirch Isny im Allgäu Kißlegg Königseggwald Königseggwald Leutkirch im Allgäu Ravensburg Riedhausen Schlier (Gemeinde) Unterwaldhausen Vogt (Gemeinde) Waldburg (Württemberg) Wangen im Allgäu Weingarten (Württemberg) Wilhelmsdorf (Württemberg) Wolfegg Wolpertswende BodenseeKarte
Über dieses Bild

Königseggwald ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Ravensburg.

Die Gemeinde ist seit 1972 Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Altshausen mit Sitz in Altshausen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königseggwald grenzt, von Nordosten im Uhrzeigersinn beginnend, an folgende Gemeinden: Hoßkirch, Guggenhausen und Riedhausen im Landkreis Ravensburg sowie Ostrach im Landkreis Sigmaringen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Wald war um 1000 als Grablege der Vögte des Klosters Reichenau bedeutend. Später war der Ort wohl mit der Burg Königsegg (heute zu Guggenhausen) verbunden.

Am 4. Januar 1083 stifteten die Edeln Hezelo und Hesso in Heratskirch ein Kloster zu Ehren des Hl. Georg, von welchem sie Reliquien besaßen. Gleichzeitig übergab Hezelo den Ort Wald (Königseggwald) in den Schutz des Grafen Mangold von Alshausen, damit er das darin zu stiftende Kloster dem apostolischen Stuhle unterstellen möge.[2] Hezelo hatte vor, das Kloster im Oberschwäbischen zu errichten, doch bestand der Hirsauer Abt Wilhelm (1069–1091) auf eine Verlegung der Stiftung, um das neue Kloster weitgehend der weltlichen Einflussnahme zu entziehen. Schließlich einigten sie sich auf einen Ort im Schwarzwald als Platz für die Klostergründung: Kloster Sankt Georgen im Schwarzwald.

Um 1174 kam der Ort unter die Verfügungsgewalt des Ministerialengeschlechts der Herren von Fronhofen, die sich später nach der Burg Königsegg nannten. 1311 erwarben diese den Ort als Eigentum, 1681 verlegte die inzwischen zu Reichsgrafen aufgestiegene Familie zu Königsegg-Aulendorf ihre Residenz von der Stammburg nach Königseggwald. Durch die Mediatisierung aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses kam das Gebiet Anfang des 19. Jahrhunderts an das Königreich Württemberg, wo es dem Oberamt Saulgau, dem späteren gleichnamigen Landkreis, zugeordnet wurde. Mit Auflösung des Landkreises 1973 kam Königseggwald an den Landkreis Ravensburg.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 13. Juni 2004 brachte folgendes Ergebnis:

  1. FWG 69,7 % (-11,5) - 6 Sitze (-1)
  2. Frauenliste 30,3 % (+11,5) - 2 Sitze (+1)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Königseggwald führt ein am 21. April 1975 vom baden-württembergischen Innenministerium verliehenes Wappen, das das Wappen der Gräflichen Familie zu Königsegg-Aulendorf (rot-gold gerautet) aufnimmt und in Verbindung mit der Tanne als Symbol des Namensbestandteils -wald ein redendes Wappen darstellt.

Blasonierung: „In gespaltenem Schild vorne von Rot und Gold (Gelb) schräg gerautet, hinten in Gold (Gelb) eine bewurzelte grüne Tanne.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Königseggwald
  • Schloss der Grafen zu Königsegg, an der Stelle eines mittelalterlichen Vorgängerbaus ab 1765–1770 erbaut unter Beratung des französischen Architekten Pierre Michel d’Ixnard
  • Katholische Pfarrkirche St. Georg, 1481 erbaut (spätgotisch)
  • Ehemaliges Franziskanerinnenkloster. Konventbau von 1711 (heute als Archiv des Gräflichen Hauses zu Königsegg-Aulendorf, Rent- und Forstamt und für Wohnzwecke genutzt)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1820 wurde in Königseggwald eine gräfliche Brauerei gegründet, die nach Übernahme durch Fridolin Härle um 1900 bis 2003 als Härle-Brauerei firmierte (nicht zu verwechseln mit der Brauerei Clemens Härle eines Bruders von Fridolin Härle in Leutkirch oder der von einem weiteren Bruder geführten Gräflich Königsegg'schen Brauerei in Aulendorf)[3]. 2002–2003 wurde die Brauerei durch eine Bürgerinitiative vor der Schließung bewahrt, in Königsegger WalderBräu AG umbenannt und seither auf der Grundlage von „Bürger-Aktien“ (vinkulierten Namensaktien), deren Dividende in Bier ausgezahlt wird, umfassend modernisiert.[4] Ehemaliger Braumeister war Martin Härle, ein Urenkel von Fridolin Härle.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lothar Zier: Königseggwald. Die Geschichte des Amtes Wald und der Herrschaft Königsegg. Gemeinde Königseggwald, Königseggwald 1996

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Königseggwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Franz Josef Mone, Zeitschrift für die die Geschichte des Oberrheins. IX (1858), Seite 196 ff.[1]
  3. a b http://www.haerle.de/10.html
  4. http://www.walderbraeu.de/brauereigeschichte/