Königshain

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Königshain
Königshain
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Königshain hervorgehoben
Koordinaten: 51° 11′ N, 14° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Verwaltungs­gemeinschaft: Reichenbach/O.L.
Höhe: 233 m ü. NHN
Fläche: 19,58 km2
Einwohner: 1179 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km2
Postleitzahl: 02829
Vorwahl: 035826
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 240
Adresse der Verbandsverwaltung: Görlitzer Str. 4
02894 Reichenbach/O.L.
Website: www.koenigshain.com
Bürgermeister: Siegfried Lange
Lage der Gemeinde Königshain im Landkreis Görlitz
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Über dieses Bild

Königshain (obersorbisch Kralowski haj) ist eine Gemeinde im Landkreis Görlitz im Osten Sachsens. Die Gemeinde gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Reichenbach/O.L..

Königshain, vom Hochstein aus gesehen.
Im Hintergrund die Landeskrone

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Königshain liegt im zentralen Teil des Landkreises etwa 9 km westlich von Görlitz zwischen den Königshainer Bergen. Der Ort ist ein Waldhufendorf mit zahlreichen gut erhaltenen Vierseithöfen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Königshain wurde erstmals im Jahr 1298 urkundlich erwähnt. Die Gemahlin eines böhmischen Königs soll sich hier in den Wäldern ein Jagdquartier eingerichtet haben (daher stammt wahrscheinlich auch der Name). Während der Hussitenkriege wurde Königshain im Jahr 1429 zerstört. Erhalten blieb ein Steinbau, der Steinstock, der als der älteste Profanbau der Oberlausitz gilt.

Im Jahr 1504 erwarb der reiche Görlitzer Kaufmann Hans Frenzel das Rittergut Königshain.[2] Sein Sohn errichtete darauf ein Wasserschloss im Renaissancestil. Dieses wurde im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt. 1660 ging es in den Besitz des Breslauer Kaufmanns Ernst Moritz von Schachmann über, in dessen Familie es verblieb. Der bekannteste Vertreter derer von Schachmann, der Numismatiker und Naturforscher Carl Adolph Gottlob von Schachmann, baute 1764 in der Nähe des alten Schlosses ein Barockschloss im schlichten französischen Stil. Nach seinem und seiner Gattin Tod ging der Besitz an seinen Neffen Carl Heinrich Ludwig von Heynitz. Die Familie Heynitz besaß das Gut bis zu ihrer Vertreibung 1945. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde im Schloss Königshain ein Hauptverbandplatz eingerichtet. Daran erinnern noch heute zwei Friedhöfe im Park. Zu DDR-Zeiten waren Schloss und Gut Königshain Zentrum eines landwirtschaftlichen Betriebes.

Ein wesentlicher Erwerbszweig in Königshain war seit dem 18. Jahrhundert die Arbeit in den Granitsteinbrüchen der Königshainer Berge. Der Abtransport der Steine wurde mit dem Bahnanschluss durch die Görlitzer Kreisbahn von Görlitz nach Weißenberg im Jahr 1905 wesentlich verbessert. Der letzte der Steinbrüche schloss 1975.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barockschloss Königshain um 1860 Sammlung Duncker Schloss Königshain 2014
Barockschloss Königshain um 1860 Sammlung Duncker
Schloss Königshain 2014
  • Barockschloss mit Parkanlage (Rhododendronanlage)
  • Wasser- (Renaissance) Schloss[4]
  • Steinstock (ältester Profanbau der Oberlausitz), im 13./14. Jahrhundert als mittelalterlicher Wohnturm erbaut
  • Dorfkirche mit Parkanlage
  • zahlreiche gut erhaltene Vierseithöfe
  • Granitabbaumuseum mit Natur- und Steinbruch-Lehrpfad durch die stillgelegten Steinbrüche
  • Hochstein 406 m ü. NN, mit über 22 Meter hohem Aussichtsturm
  • Kuckuckstein 340 m ü. NN, mit Sichtloch zur Wintersonnenwende

Die Kulturdenkmale sind in der Liste der Kulturdenkmale in Königshain erfasst.

Der Schlosspark ist Mitglied des Gartenkulturpfades beiderseits der Neiße.[5] Dies verbessert die Möglichkeiten der Pflege (Parkseminare) und die Aussichten auf Förderung sowie die touristische Erschließung.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[6]
Wahlbeteiligung: 60,2 %
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
66,1 %
33,9 %
WVVK

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 12 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Wählervereinigung Vereinsring Königshain (WVVK): 8 Sitze
  • CDU: 4 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. Juni 2015 wurde Siegfried Lange wiedergewählt.[7]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königshain hat einen Sportverein, mit den Abteilungen Fußball, Tischtennis und Gymnastik.[8] Die erste Herren-Fußballmannschaft des SV Königshain spielte bis zum Rückzug vom Spielbetrieb nach der Saison 2012/13 in der Kreisoberliga (7. Liga) des Sächsischen Fußball-Verbandes.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung
Die Bundesstraße 6 verläuft südlich und die Bundesautobahn 4 nördlich der Gemeinde. Der hier gelegene Autobahntunnel Königshainer Berge ist der zweitlängste Deutschlands. Die Bahnstrecke von Görlitz nach Königshain ist seit 1993 stillgelegt und wurde 2009 als Radweg umgestaltet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Görlitz und seine Umgebung (= Werte der deutschen Heimat. Band 54). 1. Auflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1994, ISBN 3-7400-0932-2. (S. 58 ff.)
  • Freundeskreis der Heimatpflege im Niederschlesischen Oberlausitzkreis e.V. (Hrsg.): Von der Muskauer Heide zum Rotstein. Heimatbuch des Niederschlesischen Oberlausitzkreises. Lusatia Verlag, Bautzen 2006, S. 342 ff.
  • Christian Samuel Schmidt: Beschreibung von Königshain. Hermsdorf und Anton, Görlitz 1797.
  • Thomas Thränert: Die Grundherrschaft als Erkenntnis- und Gestaltungsraum – Carl Adolph Gottlob von Schachmann und sein Gut Königshain. In: Die Gartenkunst. Jg. 30, Heft 1, 2018, S. 63–74.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Königshain – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Christian Speer: »Vita mercatoris«. Die Autobiographie des Fernhändlers Hans Frenzel (1463–1526) aus Görlitz. Edition und Kommentar. In: Dietrich Scholze (Hrsg.): Stätten und Stationen religiösen Wirkens. Studien zur Kirchengeschichte der zweisprachigen Oberlausitz (= Schriften des Sorbischen Instituts. Band 48). Bautzen 2009, S. 150–179.
  3. Granitabbaumuseum Königshain. Abgerufen am 21. August 2018.
  4. Schlösser auf Webseite des Ortes.
  5. Homepage Gartenkulturpfad beiderseits der Neiße, Mitglieder und Kooperationspartner. Abgerufen am 4. Juni 2018.
  6. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  7. statistik.sachsen.de.
  8. http://www.koenigshain.com/vereine.html