Königshofen (Niedernhausen)

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Königshofen
Gemeinde Niedernhausen
Wappen von Königshofen
Koordinaten: 50° 9′ 47″ N, 8° 18′ 14″ O
Höhe: 295 m ü. NN
Fläche: 2,73 km²[1]
Einwohner: 1900 (2003)
Bevölkerungsdichte: 696 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1971
Postleitzahl: 65527
Vorwahl: 06127
Königshofen vom Schäfersberg
Königshofen vom Schäfersberg

Königshofen ist seit 1971 ein Ortsteilder Gemeinde Niedernhausen im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis und liegt im Naturpark Rhein-Taunus.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königshofen liegt im waldreichen Hohen Taunus am Westhang des Daisbachtals, dem tiefsten Einschnitt durch den Taunushauptkamm, in einer Höhe von 295 Meter. Im Westen überragt der Zieglerkopf als Ausläufer der Hohen Kanzel (Höhe 597 Meter) den Ort. Jenseits des Daisbachs liegt ihr gegenüber im Nordosten die 517 Meter hohe Anhöhe, die in verschiedenen Himmelsrichtungen die Bergsporne Eselskopf, Hohler Stein, Buchwaldskopf und Nickel umfasst.

Zwischen diesen Erhebungen hindurch bündeln sich auf dem Gebiet von Königshofen die wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen, die den Taunus durchqueren. die Main-Lahn-Bahn, die Bundesautobahn 3 und die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.

Die Bebauung von Königshofen wird im Westen begrenzt durch die Bundesautobahn 3 und im Osten durch die Trasse der Main-Lahn-Bahn auf eine Breite von etwa 300 Meter. Nach Süden und Südosten geht die Bebauung unmerklich in die des Kernorts Niedernhausen über.

Die Gemarkung umfasst im Wesentlichen die Hanglagen westlich des Daisbachs und nördlich des Theißbachs. Der höchste Punkt der Gemarkung liegt in der Ostflanke des Zieglerkopfs in 440 Meter Höhe. Unter dieser Stelle liegt der Niedernhausener Tunnel der Schnellfahrstrecke nach Köln.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung als Kunegishove weist auf den Anfang des 13. Jahrhunderts. Möglicherweise befand sich hier ein karolingischer Königshof als früher Verwaltungsmittelpunkt. 1283 verzichtet Gottfried III. von Eppstein gegenüber Graf Adolf von Nassau auf jegliches Recht in Cunegeshoven. Von dieser Zeit an bis 1866 gehörte Königshofen zu den nassauischen Stammlanden.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg war Königshofen fast vollständig entvölkert. Graf Johannes von Nassau-Idstein siedelte wallonische Familien aus dem Fürstbistum Lüttich in Königshofen an. Dadurch wurde Königshofen eines der wenigen Orte mit katholischer Bevölkerung im protestantischen Nassau. Noch heute gibt es zahlreiche Nachkommen dieser Einwanderer.

Zur Zeit des Herzogtums Nassau gehörte Königshofen zum Amt Idstein. Nach der Annexion durch Preußen wurde es 1897 dem Untertaunuskreis im Regierungsbezirk Wiesbaden zugeordnet und 1928 dem neugebildeten Main-Taunus-Kreis.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen vereinigten sich am 1. Oktober 1971 die Gemeinden Königshofen und Niedernhausen durch Grenzänderungsvertrag zur neuen Gemeinde Niedernhausen.[2] Für die beiden Ortsteils wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher gebildet.[3] Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Niedernhausen. Im Verlauf der Gebietsreform gab es weitere Änderungen. Die Gemeinde Niedernhausen wurde um vier Ortsteile vergrößert und in den neu gebildeten Rheingau-Taunus-Kreis eingegliedert. Damit war auch für die Bewohner von Königshofen nach 50 Jahren Bad Schwalbach wieder zur Kreisstadt geworden.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalgeschützter Lokomotivschuppen

Für die Kulturdenkmäler des Ortsteils siehe die Liste der Kulturdenkmäler in Königshofen. Die nördliche Hälfte der Theißtalbrücke steht auf dem Gebiet von Königshofen. Sie dominiert das Landschaftsbild und steht unter Denkmalschutz. Auch ein ebenfalls unter Denkmalschutz gestellter Wasserturm und ein Lokomotivschuppen im Bahnhofsgelände gehören zu Königshofen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königshofen liegt an der Kreisstraße K 705, die vom südöstlich angrenzenden Kernort Niedernhausen nach Nordwesten in Richtung Niederseelbach führt. Der Bahnhof Niedernhausen als S-Bahn-Endhaltestelle der Linie S2 ist vom Ortsmittelpunkt Königshofen nur etwa 800 Meter entfernt. Bis zur Anschlussstelle Niedernhausen der Autobahn sind es drei Kilometer.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Königshofen (Niedernhausen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Königshofen, Rheingau-Taunus-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 370.
  3. Hauptsatzung. (PDF; 90 kB) §; 6. In: Webauftritt. Gemeinde Niedernhausen, abgerufen im Februar 2019.